Zehn Briefe des Pseudo-Dionysius Areopagita an verschiedene Adressaten sind überliefert.Wissenschaftliche deutschsprachigen Ausgabe: Pseudo-Dionysius Areopagita: Über die Mystische Theologie und Briefe. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Adolf Martin Ritter, Bibliothek der griechischen Literatur Stuttgart 1994, S. 90–117 Sie setzen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte:

„Die Briefe 1–5 bilden insofern eine Einheit, als sie allesamt knappe Antworten auf genau umrissene erkenntnismetaphysische Fragestellungen enthalten“.Ritter, Adolf Martin: Einleitung zu: Pseudo-Dionysius Areopagita: Über die Mystische Theologie und Briefe. Stuttgart 1994, S. 21 Es geht in diesen Briefen um das unerkennbare Wesen Gottes, das sich grundsätzlich jedem menschlichen Verstehen entzieht.Pseudo-Dionysius Areopagita: Über die Mystische Theologie und Briefe. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Adolf Martin Ritter, Bibliothek der griechischen Literatur Stuttgart 1994, S. 90–93

Die Briefe 6–8Pseudo-Dionysius Areopagita: Über die Mystische Theologie und Briefe. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Adolf Martin Ritter, Bibliothek der griechischen Literatur Stuttgart 1994, S. 93–108 behandeln vor allem ethische Fragen: „Neben praktischen Fragen zur Hierarchie wie Unterordnung und Gehorsam“ – Thema von Brief 8 – „werden insbesondere Friedfertigkeit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden thematisiert und in der Subjektivität und mangelnden Erkenntniskompetenz des Menschen begründet (Briefe 6 und 7).“Beate Regina Suchla: Dionysius Areopagita Leben-Werk-Wirkung Freiburg i. Br. 2008, S. 56 f Dabei hängen beide Themenbereiche miteinander zusammen. Denn der Brief 8 ist an den Mönch Demophilus gerichtet, der nicht akzeptieren will, dass ein bestimmter, seine Fehler bereuender Sünder von dem zuständigen Geistlichen wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen worden ist. Der Adressat wird aufgefordert, sich in dieser Angelegenheit der kirchlichen Hierarchie unterzuordnen, welche Dionysius als Garant für den verständnisvollen Umgang mit reuigen Sündern ansieht.Pseudo-Dionysius Areopagita: Über die Mystische Theologie und Briefe. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Adolf Martin Ritter, Bibliothek der griechischen Literatur Stuttgart 1994, S. 96–108

Brief 9 beschäftigt sich mit der Notwendigkeit, biblische Aussagen über Gott symbolisch zu deuten. Pseudo-Dionysius Areopagita: Über die Mystische Theologie und Briefe. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Adolf Martin Ritter, Bibliothek der griechischen Literatur Stuttgart 1994, S. 108–116

Brief 10 schließlich, der an den Evangelisten Johannes gerichtet ist, ordnet das Werk des Dionysius (unzutreffend) in das Zeitalter der Apostel ein.Über die Mystische Theologie und Briefe. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Adolf Martin Ritter, Bibliothek der griechischen Literatur Stuttgart 1994, S. 116f

Textausgaben Griechisch Corpus Dionysiacum. Band 1: Pseudo-Dionysius Areopagita, De divinis nominibus. De Gruyter, Berlin / New York 1990. Corpus Dionysiacum. Band 2: Pseudo-Dionysius Areopagita, De coelesti hierarchia / De ecclesiastica hierarchia / De mystica theologia / Epistulae. Hg. Günter Heil – Adolf Martin Ritter. 2. überarb. Aufl. De Gruyter, Berlin / New York 2012. ISBN 978-3-11-027706-7 Lateinisch Dionysiaca: Recueil donnant l’ensemble des traductions latines des ouvrages attribués au Denys de l’Aréopage. Brügge: Desclée de Brouwer, 1937 (davon mehrere Nachdrucke).

Moderne Übersetzungen [Pseudo-]Dionysius Areopagita: Über alles Licht erhaben. Mystische Theologie – Die Namen Gottes – Himmlische Hierarchie – Kirchliche Hierarchie, übersetzt von Edith Stein, Kevelaer 2015. (Topos-Taschenbuch 1009; ISBN 978-3-8367-1009-1, als PDF ISBN 978-3-8367-5012-7, als EPUB ISBN 978-3-8367-6012-6) Dionysios Areopagita, Mystische Theologie. Übersetzt, mit Einleitung und Kommentar versehen von Walther Tritsch. München-Planegg. Barth: 1956 (Reihe: Weisheitsbücher der Menschheit). Über die himmlische Hierarchie. Über die kirchliche Hierarchie. Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Günter Heil, Stuttgart: Hiersemann, 1986 (Bibliothek der griechischen Literatur. Band 22: Abt. Patristik). Die Namen Gottes; Areopagita Pseudo-Dionysius; übersetzt von Beate R Suchla; Stuttgart: Hiersemann, 1988 (Bibliothek der griechischen Literatur. Band 26: Abt. Patristik) Über die mystische Theologie und Briefe. Eingeleitet, übers. und mit Anm. versehen von Adolf Martin Ritter, Stuttgart: Hiersemann, 1994 (Bibliothek der griechischen Literatur. Bd. 40: Abteilung Patristik). Des heiligen Dionysus Areopagita angebliche Schriften. Aus dem Griechischen übersetzt von Josef Stiglmayr. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 2 sowie 2. Reihe, Band 2) München 1911/1931. (online)

Literatur Hugo Ball: Byzantinisches Christentum. Drei Heiligenleben, München: Duncker & Humblot, 1923 (zu Johannes Klimakos, Dionysius Areopagita und Symeon dem Styliten). Neuauflage 2011: herausgegeben, kommentiert und um Entwürfe und zeitgenössische Rezensionen ergänzt von Bernd Wacker, Wallstein Verlag, Göttingen, ISBN 978-3-89244-779-5. (Inhaltsverzeichnis) Wilhelm Weischedel: Dionysios Areopagita als philosophischer Theologe, in: Festschrift für Joseph Klein, Göttingen 1967, 105–113.

Einzelnachweise

Kategorie:Neuplatonismus Kategorie:Pseudepigraphie