Die Patronatskirche Prezelle ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Prezelle im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg. Sie gehört zum Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg der Landeskirche Hannover. Zur Kirche gehört eine eigene Kirchengemeinde. Das Pfarramt ist Trebel.Wolfgang Jürries: Wendland-Lexikon. Band 2, L–Z. Köhring Verlag, Lüchow 2008, ISBN 978-3-926322-45-6.

Geschichte Die erste Kirche wurde am Rand des Rundlingsdorfes Prezelle als Wehrkirche errichtet.Ernst-Günther Behn: Das Hannoversche Wendland – Kirchen und Kapellen. Köhring Verlag, Lüchow 2011, ISBN 978-3-926322-50-0. Angaben zu diesem Bau sind nicht bekannt, der 1715 baufällig wurde. Pläne für einen Neubau wurden zunächst nicht realisiert, da es Unstimmigkeiten zwischen Gemeinde und dem Patron Graf von Bernstorff gab. 1751/1752 wurde mit dem Neubau der heutigen Kirche im Mittelpunkt des Dorfes begonnen. Dabei entstand ein Kirchenschiff in Ziegelbauweise. 1774 erfolgte der Anbau einer Sakristei. 1871 wurde der Turm durch einen neuen ersetzt. Außerdem wurde die Kirche Richtung Osten verlängert und mit einer Apsis geschlossen. 1870 wurde das Pfarrhaus gebaut und der Friedhof außerhalb angelegt, umgeben von einem Kiefernwald.

Anfang der 1960er Jahre erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten, bei denen im Altarraum Buntglasfenster hinzugefügt wurden. Auf ihnen sind der Erzengel Michael, das Symbolzeichen für Taufe (Fische im Wasser) und das Abendmahl (Kelch und Trauben) dargestellt.Sabine Ritter-von Baroß: Kirchengemeinde Prezelle - Lanze.

In der Prezeller Kirche gab es eine „Sitzordnung“. So hatten Kirchenbesucher aus dem Dorf Wirl den „Wirler Stand“, wonach sie die Kirche nur durch die Seitentür betreten durften.

Pastoren Verzeichnis der Pastoren seit 1616 –1616: Matthäus 16..–1638: Arnoldus Finke 1641–1638: Georgius Curio 1683–1714: Martinus Redlich 17..–1747: Christoph Ludwig Rudolphi 1748–17..: Dietrich Just Schilling 1750–1769: Daniel Gottlieb Lindner 1769–1786: Siegfried Heinrich Ludwig Vogel 1786–1788: Levin Karl Hölty 1789–1798: Heinrich Friedrich Oberfeld 1798–1807: Georg Christian Friedrich Anton Holste 1807–1820: Carl Christian Heinrich Buschmann 1821–1832: Rudolf Friedrich Johann Holste 1832–1834: Friedrich Wilhelm Schulze 1834–1851: Johann August Theodor Ostermann 1851–1865: Otto Münschmeyer 1866–1871: Theodor wilhelm Ferdinand Meyer 1871–1886: Christoph Emil Heinrich Adolf Prelle 1886–1892: Georg Heinrich August Alpers 1893–1894: Johann Theodor Adolf Bernhard 1895–1897: Wilhelm Lüder Karl Büttner 1897–1912: Rudolf Hermann Ferdinand Utermöblen 1912–1916: Hermann Georg Heinrich Simon 1917–1929: Gustav Adolf Neddenriep 1929–1948v Friedrich August Albert Eduard Rauterberg 1948–1953: Helmut Erich Wilhelm Schütze 1954–1960: Harald August Johannes Stier 1960–1963: Erich Koppelmann 1963–1965: Wilhelm Reinecke 1965–1973: Ernst Müller-André 1974–1983: Sabine Ritter von Baros 1983–1988: Manfred Ringmann 1988–1992: Lothar Asaël 1992–1998: Wilhelm Göttling 1998–2014: Karl-Heinz Schulz seit 2014: Stefanie Pehlke-Siewert

Architektur und Ausstattung Die Patronatskirche ist ein einschiffiger Kirchenbau, der durch eine Apsis geschlossen wurde. Die Kirche hat eine Turmuhr, die einmal pro Woche aufgezogen wird. Die Glocke schlägt zu jeder halben Stunde. Der Innenraum mit einer Ausstattung aus Holz ist in hellen Farben und schlicht gehalten.

Orgel Die Orgel wurde vom Orgelbaumeister Alfred Führer 1984 gebaut. Das Prospekt stammt aus dem Jahre 1872 von Rohlfing. Die Orgel verfügt über sieben Register und hat ca. 500 Pfeifen. mini|Orgel hinter historischem Prospekt

Die Disposition der Orgel lautet wie folgt: I Manual C–f3 Prinzipal 8′ Gedackt 8′ Oktave 4′ Rohrflöte 4′ Sesquialtera II (ab c1) Mixtur IV Pedal C–f1 Subbaß 16′ Koppel: I/P

Glocke Prezelle hatte zwei Glocken, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg jeweils konfisziert wurden. Die zweite Glocke kam nach Wuppertal, wo sie nach langer Nichtnutzung einer Kirchengemeinde in Tansania gespendet wurde.Eine Glocke geht auf große Reise. In: Nordelbische Kirchenzeitung 1996, Nr. 13. Eine neue Glocke wurde 1968 angeschafft.Sabine Ritter-von Baroß: Kirchengemeinde Prezelle - Lanze.

Bildergalerie

Umgebung und Trivia mini|Der Friedhof mit seiner Mauer Die aufwändig gestaltete Außenmauer des Friedhofes steht unter Denkmalschutz. Sie ist fachgerecht ausgebessert worden.

Die Kirche ist fledermausfreundlich gestaltet, da die Dachböden und Türme Öffnungen haben, durch die die Tiere hineinfliegen können. Außerdem werden die Balken nicht mehr mit Holzschutzmittel behandelt und Bauarbeiten werden nur im Spätherbst und Winter durchgeführt, um Störungen während der Jungenaufzucht zu vermeiden.https://www.fledermausschutz-wendland.de/, abgerufen am 30. November 2019

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Prezelle

Literatur Ernst-Günther Behn: Das Hannoversche Wendland – Kirchen und Kapellen. Köhring Verlag, Lüchow 2011, ISBN 978-3-926322-50-0. Wolfgang Jürries: Wendland-Lexikon, Band 2, L-Z. Köhring Verlag, Lüchow 2008, ISBN 978-3-926322-45-6. Nordelbische Kirchenzeitung: Eine Glocke geht auf große Reise. 1996, Nr. 13. Sabine Ritter-von Baroß: Kirchengemeinde Prezelle – Lanze.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Lüchow-Dannenberg Patronatskirche Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Lüchow-Dannenberg Kategorie:Saalkirche in Niedersachsen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Niedersachsen Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Erbaut in den 1750er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren Kategorie:Disposition einer Orgel