Obersinn ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.
Geografie Geografische Lage Obersinn liegt in der Region Würzburg und wird durch den namensgebenden Fluss Sinn in eine Spessart- und in eine Rhönseite geteilt. Die Nachbarorte heißen: Mittelsinn und Jossa, sowie Zeitlofs-Roßbach und Aura im Sinngrund. Außerdem gibt es den Gemeindeteil Emmerichsthal. In der Nähe des Ortes liegt die Dittenbrunner Höhe, benannt nach dem Ort Dittenbrunn, der zu Altengronau gehört. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit am Berg Gäulsküppel, der niedrigste liegt an der Sinn auf . Die Talbrücke Obersinn der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg trägt den Namen des Marktes. Obersinn besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Flieden–Gemünden.
Gemeindegliederung Obersinn besteht aus zwei Gemeindeteilen (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Emmerichsthal (Weiler) Obersinn (Hauptort)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Burgjoß (Gemarkungsteil 1), Forst Aura (Gemarkungsteil 2) und Obersinn. Die Gemarkung Obersinn hat eine Fläche von 11,300 km². Sie ist in 2171 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5204,98 m² haben.
Nachbargemeinden
Name Etymologie Das Grundwort im Namen geht auf den den Ort durchfließenden Fluss Sinn zurück. Der Zusatz Ober wurde verwendet, um Obersinn von den nahegelegenen Dörfern Mittelsinn und Niedersinn (heute Burgsinn) zu unterscheiden und weist auf die Lage im Tal hin.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1309 Sinne 1319 Obernsinne 1364 Obern Synne 1542 Obersynn 1695 Obersinn
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der größte Teil der hiesigen Rechte des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, war 1808 an das Fürstentum Aschaffenburg gefallen (1803 erst an Bayern, 1805 an das Großherzogtum Würzburg), mit welchem sie 1814 wieder zu Bayern kamen. Hiesige Rechte von Hessen-Kassel fielen erst 1860 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Verwaltungsgeschichte Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Gemünden am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Obersinn lag. 1872 wurde das Bezirksamt Gemünden ins Bezirksamt Lohr am Main eingegliedert. Erst 1902 wurde das Bezirksamt Gemünden wieder neu gebildet. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Obersinn war nun eine der 27 Gemeinden im Landkreis Gemünden am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Gemünden am Main kam Obersinn am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1209 auf 944 um 265 Einwohner bzw. um 21,9 % – der stärkste prozentuale Rückgang im Landkreis Main-Spessart im genannten Zeitraum.
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen: +Partei/Liste202020142026SitzeSitzeSitzeFreie Wählergemeinschaft Obersinn128 -CSU–4 -Liste Obersinn - -9Wahlbeteiligung62,45 %
Bürgermeister Seit 1. Mai 2026 ist Sören Winkler Erster Bürgermeister von Obersinn. Seine Vorgängerin war Lioba Zieres (Freie Wählergemeinschaft), die vom 1. Mai 2008 bis zum 30. April 2026 Erste Bürgermeisterin war. Sie war damit die erste Frau, die eine Gemeinde im ehemaligen Altlandkreis Gemünden führte. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde sie mit 91,6 % der Stimmen für eine weitere sechsjährige Amtszeit wiedergewählt. Vor Lioba Zieres war Richard Stenglein (CSU) Erster Bürgermeister. Zweiter Bürgermeister ist Rudolf Dill (Freie Wählergemeinschaft Obersinn).
Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn.
Wappen und Fahne
Die Gemeindeflagge ist Rot-Weiß-Grün.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler
Veranstaltungen „Feuerrädchen“ Jedes Jahr an Rosenmontag wird am Brunnberg in Obersinn ein uraltes Ritual vollzogen: Das „Feuerrädchen“ wir von unverheirateten Burschen den steilen Berg hinab getragen. Jedes Jahr lockt das Spektakel hunderte Besucher an.
Schachblumenfest Jedes Jahr gibt es im April/Mai in Obersinn das Schachblumenfest. Die Schachblume kommt hauptsächlich auf den Wiesen in der Nähe der Reithbrücke in Obersinn vor. Eisenwahn-Festival (2004–2013) Von 2004 bis 2013 fand jährlich das Eisenwahn Festival am Ludwig-Zeller-Ring in Obersinn statt. Wirtschaft und Infrastruktur mini|hochkant|Schachblume im Naturschutzgebiet Sinngrund
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 64 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 17 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 391. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 22 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 296 ha, davon waren 94 ha Ackerfläche und 198 ha Dauergrünfläche.
Bildung Seit Juli 2019 existiert im neugestalteten Ortskern ein Museum über Leben und Werk des in Obersinn geborenen Schriftstellers und Pädagogen Leo Weismantel. Die Ausstellungsräume befinden sich im ehemaligen Wischert-Haus, einem an Weismantels Geburtshaus angrenzenden Fachwerkhaus.
Außerdem gibt es folgende Einrichtungen (Stand: 2011): Kindergarten: 25 Kindergartenplätze mit 28 Kindern Schule Obersinn (bis Schuljahr 2005/2006)
Söhne und Töchter des Marktes Leo Weismantel (1888–1964), Schriftsteller Helmut Preisendörfer (1927–1984), Fußballspieler
Weblinks
Markt Obersinn Obersinn als Teil der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Main-Spessart Kategorie:Markt in Unterfranken Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Main-Spessart