Holzkirchen, umgangssprachlich auch Holzkirchen bei Würzburg, ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg.
Geographie Die Gemeinde liegt in der Region Würzburg, etwa 19 Kilometer westlich von Würzburg im Aalbachtal. Durch Holzkirchen verläuft der Fränkische Marienweg.
Gemeindegliederung Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Holzkirchen (Pfarrdorf) Wüstenzell (Kirchdorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Holzkirchen und Wüstenzell.
Nachbargemeinden Remlingen Uettingen Helmstadt Wertheim Triefenstein
Name Etymologie Der Name Holzkirchen (älter HoltzchirichaChristine Demel: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 61.) besteht aus den althochdeutschen Wörtern holz (Gehölz, Wald) und kirihha (Kirche). Das Gotteshaus wurde nach seiner Lage am Wald benannt. Einer Sage zufolge erhielt das Kloster Holzkirchen im Waldsassengau seinen Namen nach einem aus Holz gebauten Michelskirchlein an der Stelle eines Waldtales, wo der Remlinger Stifter des Klosters Holzkirchen das Kloster bauen ließ.Peter Högler: Die Gründung des Klosters Holzkirchen. In: Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 532.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 775 Holzkiricha 815 Holzkirihha 820 Holzchyricha 1193 Holzchirchen 1259 Holzkirchen
Geschichte mini|Kloster Holzkirchen Bis zur Gemeindegründung Das 768 gegründete Kloster HolzkirchenChristine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 61. und der Ort waren Teil des Gebietes des Hochstiftes Würzburg und fielen im Reichsdeputationshauptschluss an die Grafen Löwenstein-Wertheim. Gegen eine Rente verkauften sie diese jedoch schon 1803 an Bayern, das sie 1805 mit dem würzburgischen Gebiet Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überließ. Mit den Verträgen von Paris 1814 gelangte das Großherzogtum zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Wüstenzell eingegliedert.
Einwohnerentwicklung 1961: 742 Einwohner 1970: 795 Einwohner 1987: 945 Einwohner 1991: 991 Einwohner 1995: 992 Einwohner 2000: 1000 Einwohner 2005: 956 Einwohner 2010: 914 Einwohner 2015: 963 Einwohner
Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl geringfügig von 961 auf 955 um 6 Einwohner bzw. um 0,6 %. 2012 hatte die Gemeinde 1006 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik und Öffentliche Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt.
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 Sitze. Bei der Gemeinderatswahl vom 15. März 2020 haben von den 809 Stimmberechtigten 619 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 76,51 % lag.Gemeinderatswahl 2020
Bürgermeister Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Daniel Bachmann (FWG) mit 88,99 % der Stimmen gewählt.Bürgermeisterwahl 2020 Sein Vorgänger war vom 1. Mai 1996 bis 30. April 2020 Klaus Beck (Freie Wählergemeinschaft), der nicht mehr kandidierte.
Allianz Waldsassengau Seit dem 20. November 2014 ist Holzkirchen mit zwölf weiteren Gemeinden in der Allianz Waldsassengau organisiert. Der Verein dient der interkommunalen Zusammenarbeit.
Wappen
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Bildung 2018 gab es folgende Einrichtungen: 1 Kindertageseinrichtung mit 65 Plätzen und 39 Kindern Benediktushof, ein überkonfessionelles Bildungshaus, gegründet von Willigis Jäger, geleitet jetzt von Doris Zölls, Alexander Poraj und Fernand Braun
Söhne und Töchter der Gemeinde Wilhelm Maria Puchtler (* 24. Dezember 1848 in Holzkirchen, Unterfranken; † 11. Februar 1881 in Nizza) war ein deutscher Komponist, Musikpädagoge und Dirigent Ebba Tirpitz (* 1890 in Holzkirchen; † 1972), von 1931 bis 1958 Generaloberin der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut Sir Hermann David Weber (* 1823 in Holzkirchen; † 1918 in London), deutsch-britischer Mediziner und Numismatiker
Literatur W. Wolfmeier: Holzkirchen. Katholisches Pfarramt Holzkirchen, Holzkirchen 1980. Michael Mott: Über 1000 Jahre fuldisch/Propstei Holzkirchen: Klosteranlage kündet vom Ruhm Fuldas/Einzigartiger romanischer Kreuzgang. In Fuldaer Zeitung, 14. Juli 1994, S. 14 (Serie DENK-mal!)
Weblinks
Gemeinde Holzkirchen (PDF; 1,05 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 775 Kategorie:Gemeindegründung 1818