Die Flämische Parlamentswahl 1995 fand am 21. Mai 1995 gleichzeitig mit der nationalen Parlamentswahl statt. Der Flämische Rat ist zugleich das Parlament der Flämischen Gemeinschaft und der Region Flandern. Von den 124 Abgeordneten werden 118 in der Region Flandern und sechs in der Region Brüssel-Hauptstadt gewählt. Dies war die erste Direktwahl zum Parlament.
Wahlsystem mini|hochkant=2|Die 11 Wahlkreise Flanderns Die Region Flandern umfasste elf Wahlkreise. Die Anzahl der Abgeordneten pro Wahlkreise war proportional der Einwohnerzahl, festgelegt in einem königlichen Erlass vom 15. Oktober 1993. Bildete die Provinz einen einzigen Wahlkreis, wurden die Sitze proportional nach dem D’Hondt-Verfahren verteilt.
Bestanden in der Provinz mehrere Wahlkreise, galt folgendes Verfahren: Zunächst erhielten die Listen in den einzelnen Wahlkreisen für jede volle Hare-Quote einen Sitz. Die verbleibenden Sitze wurden auf Provinzebene so vergeben, dass sich innerhalb der Provinz eine proportionale Verteilung der Sitze auf die Parteien nach dem D’Hondt-Verfahren ergab, und diese auf Provinzebene zugeteilten Sitze in einem komplizierten Verfahren den einzelnen Wahlkreisen zugewiesen. Um an der Sitzverteilung teilzunehmen, musste die Stimmenzahl der Partei in wenigstens einem Wahlkreis der Provinz mindestens 66 % der Hare-Quote betragen.Bijzondere wet tot hervorming der instellingen, Artikel 29cinquies, 29 sexies, 29septies
Provinz Wahlkreis Einwohner Abgeordnete Antwerpen Antwerpen 19 Mechelen-Turnhout 14 Limburg Hasselt-Tongeren–Maaseik 15 Flämisch-Brabant Halle-Vilvoorde 11 Löwen 9 Ostflandern Aalst-Oudenaarde 8 Gent-Eeklo 12 Sint-Niklaas-Dendermonde 8 Westflandern Brügge 5 Kortrijk-Roeselare-Tielt 10 Veurne-Diksmuide-Ypern–Ostende 7 Gesamt 118
Die sechs Brüsseler Abgeordneten wurden aus den flämischsprachigen Abgeordneten des Parlaments der Region Brüssel-Hauptstadt gewählt.
Ergebnisse
Flandern gesamt
Stärkste Partei wurden die Christdemokraten (CVP) vor den Liberalen (VLD) und den Sozialisten (SP). Es folgten der rechtsextreme und nationalistische Vlaams Bolk (VB), die linksliberale und nationalistische Volksunie (VU) sowie die Grünen (Agalev). Die UF, eine gemeinsame Liste der frankophonen Parteien, trat nur im Brüsseler Umland an.
Zu den 118 in Flandern gewählten Abgeordneten kamen noch 6 Abgeordnete aus Brüssel. +Ergebnisse in der Region Flandern Stimmen Anteil Sitze CVP 26,78 % 35 VLD 20,18 % 26 SP 19,45 % 25 VB 12,33 % 15 VU 8,96 % 9 Agalev 7,08 % 7 UF 1,17 % 1 PVDA-AE 0,58 % – Sonstige 3,36 % – gültige Stimmen 92,98 % 118 abgegebene Stimmen 92,47 % Wahlberechtigte
Ergebnisse in den Wahlkreisen
+Stimmanteile in den Wahlkreisen: Wahlkreis CVP VLD SP VB VU Agalev UF Antwerpen 18,41 16,29 18,53 23,05 7,27 10,34 − Mechelen-Turnhout 31,76 16,22 17,90 13,28 8,46 7,89 − Hasselt-Tongeren–Maaseik 28,91 20,03 22,66 9,61 10,31 5,37 − Halle-Vilvoorde 24,46 20,70 12,16 11,97 9,43 6,10 11,72 Löwen 21,92 21,32 24,73 8,51 12,21 6,70 1,37 Aalst-Oudenaarde 25,77 26,14 21,53 9,71 8,52 5,20 − Gent-Eeklo 27,80 23,50 16,42 10,09 9,62 8,16 − Sint-Niklaas-Dendermonde 27,70 20,13 19,56 13,78 8,71 6,02 − Brügge 31,22 20,89 19,40 9,18 7,55 7,53 − Kortrijk-Roeselare-Tielt 34,01 20,98 19,71 7,92 8,10 6,24 − Veurne-Diksmuide-Ypern–Ostende 27,79 22,28 24,66 7,96 8,62 5,09 − mini|hochkant=2|Gewählte Abgeordnete nach Parteien in den Wahlkreisen +Gewonnene Mandate in den Wahlkreisen Wahlkreis CVP VLD SP VB VU Agalev UF Antwerpen 4 4 4 4 1 2 0 Mechelen-Turnhout 5 2 2 3 1 1 0 Hasselt-Tongeren–Maaseik 5 3 4 1 1 1 0 Halle-Vilvoorde 3 3 1 1 1 1 1 Löwen 2 2 3 1 1 0 0 Aalst-Oudenaarde 2 2 3 1 0 0 0 Gent-Eeklo 4 3 2 1 1 1 0 Sint-Niklaas-Dendermonde 2 2 1 1 1 1 0 Brügge 2 1 1 0 1 0 0 Kortrijk-Roeselare-Tielt 4 2 2 1 1 0 0 Veurne-Diksmuide-Ypern–Ostende 2 2 2 1 0 0 0 Brüssel 2 1 1 2 0 0 0 Gesamt 37 27 26 17 9 7 1
Nach der Wahl Nach der Wahl kam am 20. Juni 1995 eine Koalitionsregierung aus CVP und Sozialisten unter Ministerpräsident Luc Van den Brande (CVP) ins Amt (Regierung Van den Brande IV).
Einzelnachweise
#1995 Flandern Kategorie:Regionalwahl 1995