mini|Einat Wilf (2008)

Einat Wilf (; geboren am 11. Dezember 1970 in Jerusalem) ist eine israelische Politologin und ehemalige Knesset-Abgeordnete.

Leben Einat Wilf leistete ihren Wehrdienst beim Militärnachrichtendienst Unit 8200.Susan Hattis Rolef: Think About It: Parliamentary oversight of foreign policy, The Jerusalem Post, 30. August 2015 Wilf studierte an der Harvard University (B.A.) und am Insead (MBA). Sie wurde als Politikwissenschaftlerin am Wolfson College der University of Cambridge promoviert. Sie arbeitet als Politikberaterin.

Wilf ist der politischen Linken Israels zuzuordnen. Sie arbeitete eng mit einigen der bekanntesten Vertretern Israels aus dem Friedenslager zusammen, darunter Shimon Peres und Yossi Beilin, Architekten des Oslo-Abkommens.

Wilf kandidierte erfolglos für die Partei ʿAvoda bei den Wahlen zur Knesset 2003 und 2009, rückte dann aber im Jahr 2010 für den zurückgetretenen Ophir Pines-Paz nach.

Sie war 2011 Mitgründerin der Partei HaʿAtzmaʾut, welche nicht zur Knessetwahl 2013 antrat.

2025 gründete Einat Wilf die Oz-Partei, mit der sie für die Wahl 2026 kandidiert.

Wilf war ab 2007 mit dem deutschen Journalisten Richard Gutjahr verheiratet, sie haben einen Sohn.

Positionen Wilf übte in Interviews und in ihrem Buch Der Kampf um Rückkehr. Wie die westliche Nachsicht für den palästinensischen Traum den Frieden behindert scharfe Kritik an der UNRWA und fordert die Auflösung des international umstrittenen Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten. Ihr zufolge sind Palästinenser keine „Flüchtlinge“ gemäß internationalen Standards. Durch die Weitergabe des Flüchtlingsstatus über mehrere Generationen seien inzwischen 5,9 Millionen „Flüchtlinge“ bei der UNRWA registriert, die nie in ihrem Leben geflüchtet sind. Wilfs Position zufolge besitzen diese Menschen kein „Recht auf Rückkehr“ nach Israel. UnRWA habe „Generationen von trainierten Mördern“ hervor gebracht, schrieb Wilf unter Bezugnahme auf das Olympiaattentat von München 1972 und den Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Selbst wenn die Täter keine UNRWA-Angehörigen gewesen seien, sei ihnen die Ideologie der Vernichtung Israels durch UNRWA vermittelt worden. Wilf fordert die UNWRA zu schließen und der Palästinensischen Autonomiebehörde die Aufgaben der UNWRA (Nahrungsmittelversorgung, Gesundheitssorge und Bildung) zu übertragen.

Wilf befürwortet einen palästinensischen Staat und lehnt Siedlungen ab. Sie fordert israelische Siedlungen im Westjordanland aufzulösen.

Die von Einat Wilf gegründete Oz-Partei verfolgt das Ziel einer Zweistaatenlösung und des Friedens. Außerdem fordert sie, staatliche soziale Leistungen nur an Personen zu vergeben, die dem Staat dienen, indem sie beispielsweise den Wehrdienst ableisten. Außerdem fordert sie eine Trennung von Staat und Religion.

Schriften (Auswahl) My Israel, Our Generation. BookSurge Publishing, 2007, ISBN 1-4196-5913-8 “Back to Basics: The Road to Saving Israel's Education (at no extra cost).” in: Jediʿot Acharonot, 2008 Global actors and global politics : the case of the World Jewish Congress campaign against the Swiss Banks. Dissertation Cambridge 2008 Winning the War of Words: Essays on Zionism and Israel. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2015, ISBN 978-1-5150-7297-3 Telling Our Story: Essays on Zionism, the Middle East, and the Path to Peace. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2018, ISBN 978-1-5150-7297-3 Adi Schwartz, Einat Wilf: Milḥemet zekhut ha-shivah : ha-ḳerav ʻal beʻayat ha-peliṭim ha-Falasṭinim ṿe-ekh Yiśraʼel yekholah lenatseaḥ bo (he). Kinneret Zmora-Bitan Dvir, 2018, ISBN 978-965-566-700-4 Adi Schwartz, Einat Wilf: The war of return : how Western indulgence of the Palestinian dream has obstructed the path to peace. Übersetzung Eylon Levy. New York: All Points Books, 2020 ISBN 978-1-250-25276-0. Das Buch ist dem US-amerikanischen Verleger und Menschenrechtsaktivisten Robert L. Bernstein (1923–2019) gewidmet. Adi Schwartz, Einat Wilf: Der Kampf um Rückkehr. Wie die westliche Nachsicht für den palästinensischen Traum den Frieden behindert hat. Übersetzung aus dem Englischen Michael Pietrucha.Hinweis: Die deutsche Ausgabe hat im Unterschied zur englischen keinen Index. Hentrich & Hentrich, Leipzig 2022, ISBN 978-3-95565-551-8. Peace not Now. Jerusalem: Ludwig Mayer, 2025

Filme (Auswahl) 2025: Unraveling UNRWA Dokumentarfilm von Duki Dror (1 Stunde und 30 Minuten)

Weblinks

Einat Wilf, Website Einat Wilf auf der Webseite der Knesset (englisch)

Einzelnachweise

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