Samuel Bischoff (* 11. August 1890 in Hartford, Connecticut; † 21. Mai 1975 in Hollywood, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmproduzent.

Leben und Wirken Bischoff hatte an der Universität von Boston studiert und stieß 1922 zum Filmgeschäft, als er seine eigene kleine Produktionsfirma (Samuel Bischoff Productions) gründete. Bischoff stellte die kommenden sechs Jahre rund 30 kurze Filme her, deren Erfolg jedoch überschaubar blieben. Dennoch wurde Harry Cohn auf ihn aufmerksam, und der Chef von Columbia Pictures betraute Bischoff 1928 mit der Oberaufsicht der Filmproduktion, ehe Bischoff 1931 zur kleinen Gesellschaft Tiffany Productions wechselte und dort nunmehr auch Langfilme produzieren durfte. Hier blieb Bischoff nur kurz, da er bereits im darauf folgenden Jahr mit den Kollegen Burt Kelly und William Saal eine eigene Produktionsfirma, die K.B.S. Pictures, gründete. Die Firmeninitialen weisen auf die drei Anfangsbuchstaben der Nachnamen der drei Firmengründer hin. Unter dem eigenen Firmendach inszenierte Bischoff noch im selben Jahr 1932 seinen einzigen Film, das Kriminaldrama The Last Mile.

Bereits 1933 stellte die Produktionsfirma ihren Betrieb wieder ein. Bischoff wechselte noch im selben Jahr zu First National Pictures und 1934 schließlich zu Warner Bros. Hier blieb er bis zum Jahresende 1939 und stellte, oftmals namentlich ungenannt, eine Fülle von Western und Gangsterfilmklassiker wie Kid Galahad – Mit harten Fäusten, Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern, Der kleine Star und Die wilden Zwanziger mit den Genregrößen Edward G. Robinson, James Cagney und Humphrey Bogart her. Mit seinem Wechsel zu Columbia Pictures begann Bischoffs allmählicher Niedergang. Zwar gelang ihm dort zu Beginn seiner Zeit mit dem Filmmusical Reich wirst du nie mit Fred Astaire und Rita Hayworth 1941 noch einmal ein größerer Erfolg, doch erwiesen sich Bischoffs Folgefilme kaum mehr als lediglich durchschnittlicher Produktionsstandard.

Kurzfristige Wechsel zu RKO und erneut Warner Bros. brachten zu Beginn der 1950er Jahre keinen Karriereschub mehr. Mit einem belanglosen Kriegsfilm beendete Samuel Bischoff 1956 weitgehend seine Karriere als Kinofilmproduzent und wandte sich nunmehr auch sporadisch dem Fernsehen zu. Mit dem cineastischen Schnellschuss Jagd auf Eichmann, der filmischen Reaktion auf die Entführung des Nazi-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann durch ein israelisches Spezialkommando 1960 in Südamerika, kehrte Samuel Bischoff zu Beginn der 1960er Jahre kurzzeitig zum Kino zurück. 1963 beendete er endgültig seine Tätigkeit als Filmproduzent mit dem Gruselthriller Der Würger von Boston.

Filmografie Als Filmproduzent, bis 1928 überwiegend Kurzfilme: 1922: Mixed Nuts 1924: Racing Luck 1924: Try and Get it 1925: Assorted Nuts 1925: Play Ball 1925: Spooky Spooks 1925: Roomers Afloat 1925: Starvation Hunters 1925: Service 1926: Rain and Shine 1926: Defective Detectives 1926: The Silent Flyers 1926: The Gypsy Romance 1926: Fangs of Justice 1927: The Snarl of Hate 1927: Sumuru 1928: Code of the Air 1931: Graft 1931: Homicide Squad 1931: X Marks the Spot 1932: Lena Rivers 1932: The Last Mile (auch Regie) 1932: Come On, Tarzan 1932: Tombstone Canyon 1933: Drum Taps 1933: Deluge 1932: Three on a Match 1933: Fargo Express 1934: Babbitt 1934: Bedside 1934: Ein schwerer Junge (The St. Louis Kid) 1934: The Case of the Howling Dog 1935: Sweet Music 1935: Frisco Kid 1935: Broadway Gondolier 1936: Der Verrat des Surat Khan (The Charge of the Light Brigade) 1936: China Clipper 1937: Flucht aus San Quentin (San Quentin) 1937: Kid Galahad – Mit harten Fäusten (Kid Galahad) 1937: Ready, Willing and Able 1937: Hollywood Hotel 1937: Goldene Erde Kalifornien (Gold is Where you Find It) 1938: Swing Your Lady 1938: Der kleine Star (Boy Meets Girl) 1938: Vier Leichen auf Abwegen (A Slight Case of Murder) 1938: Racket Busters 1938: Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern (Angels with Dirty Faces) 1938: Der kleine Star (Boy Meets Girl) 1939: Oklahoma Kid (The Oklahoma Kid) 1939: You Can’t Get Away with Murder 1939: Die wilden Zwanziger (The Roaring Twenties) 1939: A Child is Born 1939: Castle on the Hudson 1940: Escape to Glory 1941: Reich wirst du nie (You’ll Never Get Rich) 1941: Flucht nach Texas (Texas) 1942: Two Yanks in Trinidad 1942: A Night to Remember 1943: Appointment in Berlin 1943: Dangerous Blondes 1944: None Shall Escape 1944: Carolina Blues 1945: 1001 Nacht (1001 Nights) 1946: Mr. District Attorney 1947: Die Bestie von Shanghai (Intrigue) 1948: Pitfall 1949: Aufruhr in Marokko (Outpost in Morocco) 1949: Mrs. Mike 1950: Macao 1951: Sealed Cargo 1951: Der Rächer (Best of the Badmen) 1952: Die Spielhölle von Las Vegas (The Las Vegas Story) 1952: An der Spitze der Apachen (The Half-Breed) 1953: The System 1953: Flucht aus Schanghai (South Sea Woman) 1954: Ritter der Prärie (The Bounty Hunter) 1955: Akte XP 15 (A Bullet for Joey) 1955: Eine Stadt geht durch die Hölle (The Phenix City Story) 1956: Screaming Eagles 1961: Jagd auf Eichmann (Operation Eichmann) 1963: Der Würger von Boston (The Strangler)

Literatur International Motion Picture Almanac 1965. Quigley Publishing Company, New York 1964, S. 24.

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