Trauschendorf ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Weiden in der Oberpfalz im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographische Lage Trauschendorf liegt 3 km südöstlich von Bechtsrieth, 7 km südöstlich von Weiden in der Oberpfalz und 2,3 km südöstlich von Muglhof zwischen der Staatsstraße 2166 im Nordosten und der Bundesstraße 22 im Südwesten. Trauschendorf liegt auf dem Osthang eines Höhenzuges zwischen dem Raitenbachtal im Westen und dem Tal der Luhe im Osten. 400 m südöstlich von Trauschendorf entspringt der Trauschenbach, der nach 1 km zwischen Kaimling und Roggenstein in die Luhe mündet.
Ortsname Das Gebiet an den Flüssen Luhe und Pfreimd war bereits im 10. Jahrhundert slawisch besiedelt. Der Name Trauschendorf (auch: Tragesindorf) kommt aus dem Slawischen und deutet darauf hin, dass Trauschendorf auf eine solche frühe slawische Siedlung zurückgeht.
Geschichte
Die Ortschaft Trauschendorf ist bereits für das Jahr 1043 belegt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1043 ist dokumentiert, dass Heinrich III. vier Königshufen in Trauschendorf, Matzlesrieth und Mogenriut (verfallen, bei Muglhof) an einen Berenger verschenkte. Die Echtheit dieser Urkunde wird allerdings von verschiedenen Historikern bezweifelt. Berenger (auch: Beringer, Beringerio, Beringar) war Vasall der Königinmutter Gisela und Stammvater der Grafen von Sulzbach. Das Gebiet zwischen Luhe und Gleitsbach war ein ehemaliges Königsgut. Die verschenkten Hufen hatten das Jagdrecht.
Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert gehörten Besitzungen in Trauschendorf zur Herrschaft Waldau. Im 16. Jahrhundert gehörten zwei Höfe in Trauschendorf zur Hofmark Roggenstein. In Steuerbeschreibungen aus dem 18. Jahrhundert wird Trauschendorf als ein zur Gemeinde Muglhof gehörendes Dorf mit 16 Anwesen und einem Hirtenhaus genannt. Drei Anwesen in Trauschendorf standen unter leuchtenbergischer Gerichtsbarkeit, drei Anwesen gehörten zur Hofmark Roggenstein, zwei Anwesen zur Hofmark Waldau und ein Anwesen zur Hofmark Kaimling. Trauschendorf gehörte zur Pfarrei Roggenstein.
Trauschendorf gehörte zum 1808 gebildeten Steuerdistrikt Roggenstein. Der Steuerdistrikt Roggenstein bestand aus den Dörfern Lämersdorf, Roggenstein, Trauschendorf und den Einöden Abdeckerei und Hammerhäusl. 1809 gehörte Trauschendorf zum Patrimonialgericht Waldau.
Im Jahr 1821 bildete Trauschendorf zusammen mit Oedenthal eine unmittelbare landgerichtische Ruralgemeinde. Trauschendorf war ein Dorf mit 15 Familien und Oedenthal ein Weiler mit 4 Familien.
1830 wurde die Gemeinde Trauschendorf mit Oedenthal nach Muglhof eingemeindet. 1838 wurde das Landgericht Weiden in der Oberpfalz gebildet. Dabei gelangte Trauschendorf mit der Gemeinde Muglhof aus dem Landgericht Vohenstrauß zum Landgericht Weiden. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern 1972 kam Trauschendorf als Teil der Gemeinde Muglhof zur kreisfreien Stadt Weiden.
Einwohnerentwicklung in Trauschendorf von 1838 bis 2011 Jahr Einwohner Gebäude 1838 96 15 1861 82 k. A. 1871 83 62 1885 89 15 1900 90 16 1913 80 13 Jahr Einwohner Gebäude 1925 90 14 1950 80 14 1961 73 14 1970 64 k. A. 1987 64 15 2011 45 k. A.
Tourismus, Sehenswürdigkeiten mini|Lage des Turmhügels Trauschendorf In Trauschendorf gibt es ein Naturfreundehaus mit Übernachtungsmöglichkeit.Naturfreundehaus Wanderheim Trauschendorf bei naturfreunde.de. Abgerufen am 20. Dezember 2019. Im Naturfreundehaus befindet sich eine Mineraliensammlung mit Fundstücken aus der Umgebung.Die Mineraliensammlung im Wanderheim Trauschendorf bei vfmg-weiden.de. Abgerufen am 20. Dezember 2019. Am Südrand von Trauschendorf liegt der Turmhügel Trauschendorf einer abgegangenen mittelalterlichen Turmhügelburg (Motte).Lage des Turmhügels im Bayern Atlas Der etwa 40 Höhenmeter über dem Talboden gelegene Burghügel wurde in den Jahren 1966/67 im Zuge der Flurbereinigung völlig eingeebnet.Quelle Beschreibung: Armin Stroh: Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler der Oberpfalz, S. 77
Weblinks
Einzelnachweise Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 47: Neustadt an der Waldnaab, Weiden, S. 13, 393, 442 Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss, S. 4, 6, 11, 16, 28, 29, 123, 125, 155, 165, 171, 172, 173, 202, 210, 217, 228 Matzlesrieth bei Bayernatlas. Abgerufen am 19. Dezember 2019 https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/landesbeschreibungen-orte
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Weiden in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1043