mini|280px|Grenzschild am Lee Highway 72 Alabama [] (amerik. Aussprache ) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten, der zu den Südstaaten zählt. Er war lange geprägt von der Plantagenlandwirtschaft einer kleinen weißen Oberschicht und von der Sklavenhaltung der Afroamerikaner, die etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmachen. Die Interessen der agrarischen Elite wurden nach dem Ende der Reconstruction durch Diskriminierung wie Rassentrennung bis in die 1970er Jahre fortgeschrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg diversifizierte sich die Wirtschaft des Bundesstaates, der immer noch zu den ärmsten des Landes gehört.
Name Der Name „Alabama“ geht auf die französische Bezeichnung des heute unter dem Namen Alabama bekannten Indianerstamms aus der Muskogee-Sprachfamilie zurück. Die französischstämmigen Siedler nannten sie, im Versuch, ein in ihren Ohren ähnlich klingendes Wort aus der Sprache der Choctaw wiederzugeben, „Alibamons“. Dieses Wort bezeichnete wiederum die Tätigkeit des Schneidens und Sammelns von Kräutern oder Gräsern.
Erstmals wird der Stamm der Alabama 1540 von Teilnehmern der Expedition Hernando de Sotos erwähnt. Garcilasso de la Vega bezeichnete sie als Alibamo, andere nannten sie Alibamu oder Limamu In: Alabama Department of Archives and History. Franzosen nannten sie 1702 Alibamons, dementsprechend hieß der Fluss auf französischen Karten Rivière des Alibamons.William A. Read: Indian Place Names in Alabama, University of Alabama Press 1984.
Alabama hat die inoffiziellen Beinamen Cotton State (), Yellowhammer State (dt. Goldspechtstaat) und Heart of Dixie (dt. Herz des Südens).
Geographie Lage und Ausdehnung Alabama liegt mit einer Fläche von 135.765 km² an 30. Stelle der Bundesstaaten der USA. Es grenzt im Norden an Tennessee, im Osten an Georgia, im Westen an Mississippi und im Südosten an Florida. Im Nordosten befinden sich die steinigen Appalachen, und zwischen Coosa River und Auburn die Piedmont-Hochebene mit rotem, eisenhaltigem Lehmboden; im Süden und Westen liegt die überwiegend sandige Küstenebene des Golfs von Mexiko. Der Bereich um Montgomery und Selma hat einen besonders fruchtbaren, dunklen Schwemmlandboden. Ein Großteil der Fläche des Staats ist von Wald bedeckt. Im Süden liegt der Golf von Mexiko, in den der Hauptfluss Alabama River mündet. Alabama ist in 67 Landkreise (Countys) unterteilt.
In Alabama liegt ein National Monument: Russell Cave National Monument
Gliederung Liste der Countys in Alabama
Klima Klimatabelle Durchschnittliche Höchst- und Tiefsttemperatur für verschiedene Städte in Alabama (°C) Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov DezJahr Huntsville durchschn. Höchsttemp. 9,4 12,6 17,4 22,4 26,4 30,3 31,9 31,7 28,3 22,7 16,4 11,3 21,7 durchschn. Tiefsttemp. −0,7 1,1 5,1 9,1 14,2 18,6 20,8 20,1 16,5 9,8 4,8 1,0 10,1 Birmingham durchschn. Höchsttemp. 11,6 14,6 19,2 23,4 27,2 30,8 32,6 32,3 29,2 23,8 18,1 13,3 23,0 durchschn. Tiefsttemp. 0,2 1,9 5,8 9,1 14.2 18,6 20,9 20,5 17,2 10,5 5,4 1,8 10,5 Montgomery durchschn. Höchsttemp. 14,2 16,9 21,4 25,3 29,2 32,6 33,7 33,4 30,9 25,9 20,4 15,7 25,0 durchschn. Tiefsttemp. 1,9 3,7 7,4 11,2 15,6 19,6 21,6 21,2 18,3 11,2 6,4 3,1 11,8 Mobile durchschn. Höchsttemp. 15,9 18,1 21,8 25,2 29,0 31,9 32,9 32,7 30,4 26,2 21,2 17,2 25,2 durchschn. Tiefsttemp. 4,2 5,8 9,6 12,7 17,1 20,7 22,1 22,0 19,8 13,5 8,8 5,3 13,4 Quelle: NOAA
Hurrikane
DatumNameBetroffenes GebietWindgeschwindigkeitSchaden in $Opfer19. September 1906Hurrikan MississippiKüstenregion151 km/h2,7 Mrd. $134 Tote13. September 1975Hurrikan Eloise193 km/h2,1 Mrd. $80 Tote12. September 1979Hurrikan FredricKüstenregion215 km/h4–8 Mrd. $14 Tote4. Oktober 1995Hurrikan OpalKüstenregion240 km/h5 Mrd. $59 Tote18. Juli 1997Hurrikan DannyKüstenregion130 km/h100 Mio. $10 Tote28. September 1998Hurrikan GeorgesKüstenregion250 km/h6 Mrd. $603 Tote16. September 2004Hurrikan IvanKüstenregion270 km/h20 Mrd. $124 Tote29. August 2005Hurrikan KatrinaKüstenregion280 km/h> 80 Mrd. $1834 Tote
Bevölkerung mini|Bevölkerungsdichte
Alabama hatte im Jahr 2010 4.779.736 Einwohner (Stand: Zensus 2010). Davon waren 70,4 % Weiße, 26,3 % Schwarze oder Afroamerikaner, 2,3 % Hispanics oder Latinos, 1,0 % Asiatische Amerikaner und 0,4 % Indianer. Abgerufen am 23. Dezember 2014
Einwohnerentwicklung
Folgende Zahlen sind dem Datenbestand des U.S. Census entnommen; auf eine Zählung der Urbewohner des Territoriums, die insbesondere in den Jahren vor dem Vertrag von Cusseta, der eine Umsetzung des Indian Removal Act vorsah, einen beträchtlichen Anteil der Gesamtbevölkerung ausgemacht haben dürfte, hat der Census verzichtet.
Alters- und Geschlechterstruktur Die Altersstruktur von Alabama setzt sich folgendermaßen zusammen:
bis 18 Jahre: 1.115.668 (24,2 %) 18–64 Jahre: 2.872.991 (62,5 %) ab 65 Jahre: 610.371 (13,3 %)
Das Medianalter beträgt 37,2 Jahre. 48,5 % der Bevölkerung sind männlich und 51,5 % weiblich.
Abstammung 16,7 % der Einwohner sind amerikanischer Abstammung und stellen damit die größte Gruppe. Es folgen die Gruppen der Irisch- (9,1 %), Englisch- (7,6 %) und Deutschstämmigen (6,7 %).(Stand 2014)
Religionen Die wichtigsten Religionsgemeinschaften im Jahr 2000:
1.380.121 Southern Baptist Convention, 327.734 United Methodist Church, 150.647 Katholische Kirche
Es gibt außerdem viele andere, vor allem protestantisch geprägte, Konfessionen.
Bildung Zu den größten staatlichen Hochschulen gehören die drei Standorte des University of Alabama System, sowie die Auburn University, die University of North Alabama, die University of South Alabama, die University of West Alabama und die Jacksonville State University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Alabama verzeichnet.
Größte Städte
Geschichte Frühgeschichte Paläoindianer Die Ankunft der ersten Menschen wird für die Zeit um 9500 v. Chr. angenommen.Zur frühesten Geschichte des Südostens der USA vgl. David G. Anderson, Kenneth E. Sassaman: The Paleoindian and Early Archaic Southeast, Tuscaloosa: University of Alabama Press 1996. Dabei war der Meeresspiegel noch erheblich tiefer als heute, so dass die Küstenlinie weiter südlich verlief. Nördlich des Montevallo-Tals verwandelte sich der dichte Nadelwald in einen Eichen-Hickory-Wald, südlich davon bestand dieser Waldtyp schon länger. Die Menschen jagten die mitunter riesigen Vertreter der Megafauna, die jedoch bald ausstarben, aber auch Kaninchen und andere Säugetiere sowie Vögel. Der Norden Alabamas scheint größere Bedeutung für längere Aufenthalte bei den weiträumigen Wanderungen der kleinen, vielleicht 25 bis 50 Menschen umfassenden Gruppen gehabt zu haben. Neben Clovis-Klingen fanden sich solche der Perioden Redstone, Quad (nach einem Fundort am Tennessee River, wo sich mehr als 200 Klingen fanden) und Beaver Lake. Wichtigster Fundort ist die Dust Cave (ca. 8500 v. Chr.), eine Höhle bei Florence.Renee B. Walker, Kandace R. Detwiler, Scott C. Meeks, Boyce N. Driskell: Berries, bones, and blades: Reconstructing late Paleoindian subsistence economy at Dust Cave, Alabama, in: Midcontinental Journal of Archaeology 26,2 (2001) 169–197 und Renee B. Walker: Hunting in the Late Paleoindian Period. Faunal Remains from Dust Cave, Alabama, in: Renee Beauchamp Walker, Boyce N. Driskell (Hrsg.): Foragers of the Terminal Pleistocene in North America, University of Nebraska Press, 2007, S. 99–115. Einer der führenden Archäologen dieser frühesten Phase ist Eugene Futato, der die zahlreichen Funde in einer Datenbank (Alabama Paleoindian Point Survey) führt.
Archaische Periode Von etwa 8500 bis 3000 v. Chr. lassen sich in Alabama Überreste der Archaischen Periode fassen. Um 8500 v. Chr. änderte sich das zuvor kühle Klima in ein wesentlich wärmeres. Wahrscheinlich lebten Jäger und Sammler in kleinen Familienverbänden. Die nomadischen Gruppen sammelten die Früchte von Hickory, dann Eicheln und Kastanien, hinzu kamen Brombeeren, Muscadinia rotundifolia (eine Weinrebenart) und Persimmons, eine gelbe Frucht, die die Powhatan pessamin nannten und die der Gattung Diospyros angehören, sowie pokeweed oder Kermesbeeren. Gejagt wurden Hirsche, Truthahn, Hörnchen, Waschbär, Kaninchen, Schildkröten, Schlangen, kleine Vögel, dazu zahlreiche Fischarten. Ihre Nahrungsreste häuften sich zu sogenannten middens, die bis zu 5 m hoch wurden und die sich meist an den Flussläufen befanden. Auch bei frühen Gruppen lässt sich Arthritis nachweisen, dazu verheilte Knochenbrüche, die den Angehörigen Pflege abverlangten; nur wenige wurden erheblich älter als 40 Jahre.
Anhand der Projektilspitzen unterteilt man die Archaische Periode in eine frühe (etwa 8500 bis 6000 v. Chr.), mittlere (bis 4000 v. Chr.) und spätere Phase (bis 1000 v. Chr.). Die günstigeren Lebensbedingungen ließen die Zahl der Bewohner erheblich steigen, die in Gruppen von 50 bis 150 Menschen zusammenlebten. Die Temperatur in der mittleren archaischen Phase lag erheblich über der heutigen, das Gebiet war zudem trockener. In dieser Zeit entstanden Fernhandelsrouten, etwa um an Flint aus dem Nordosten Alabamas zu gelangen; erstmals lassen sich Kriege nachweisen, denn es fanden sich Skelette, in denen noch Projektilspitzen steckten. Zugleich wurden die Siedlungen größer.
Ab etwa 4000 v. Chr. sank die Temperatur etwa auf das heutige Niveau. Die Zahl der Siedlungen vor allem im Südosten stieg deutlich an. Auch in den Tälern von Tennessee, Tombigbee und Alabama River siedelten sich nun mehr Menschen an. Erstmals entstanden Tonwaren um 1500 v. Chr., eine Technik, die wahrscheinlich aus Georgia und South Carolina übernommen wurde; zudem experimentierte man mit Gartenbau. So wurden Kürbis, Sonnenblume und Mais angebaut. Die Zahl der Fernhandelsgüter stieg, darunter Speckstein, Greenstone und Glimmer aus dem Osten Alabamas.
Waldlandperiode Die Veränderungen der nunmehr stärker sesshaften Bevölkerung stellte einen so drastischen Wandel dar, dass damit für die Archäologie die Waldlandperiode beginnt. Einer der größten Fundorte neben MoundvilleMoundville, in: Encyclopedia of Alabama (20 km südlich von Tuscaloosa), das um 1120 entstand, mehr als 1000 Einwohner hatte und 29 Mounds barg, die bis 20 m aufragten, ist die seit 1995 zur National Historic Landmark erhobene die Bottle Creek site,Bottle Creek Site, in: Encyclopedia of Alabama an der sich mindestens 18 Mounds fanden. Dieser Ort war ab etwa 1250 der Mittelpunkt der Pensacola-Kultur, deren Spuren von der Choctawhatchee Bay im westlichen Florida bis zum Ostufer des Mississippi-Deltas in Louisiana reicht. Sie stand in engem Zusammenhang mit der um 900 einsetzenden Mississippi-Kultur und den Moundville-Leuten vom Black Warrior River und erreichte die größte Dichte in der Mobile Bay im Mobile-Tensaw-Delta und in den südlichen Teilen der Täler von Tombigbee und Alabama River.
Choctaw, Creek, Chickasaw, Cherokee Vier indianische Gruppen waren für Alabama von Bedeutung: die Chickasaw, die Choctaw, die Muskogee und die Cherokee.