Donald Muldrow Griffith, geboren in Chicago, Illinois, USA, ist ein US-amerikanischer Gründer mehrerer international aktiver künstlerischer Initiativen in Berlin, die er als Produzent, Publizist, Regisseur, Choreograf, Moderator und Kurator leitet. Seine politische und kulturelle Zielsetzung verfolgt einen soziokulturellen Transnationalismus mit Mitteln der Kunst, der Kultur, der Bildung und des Dialogs. Er lebt und arbeitet seit 1979 in Berlin.
Leben und Werk USA Donald Muldrow Griffith wurde als Sohn des Psychologen John W. Griffith und der klassischen Pianistin Edith Muldrow Griffith in Chicago geboren. Auch sein Vater war ein versierter Pianist. Die musikalische Aktivität seiner Eltern spielte unbewusst eine Rolle in Griffiths Hinwendung zur Darstellenden Kunst.
Zunächst besuchte er die Crane Tech High School in Chicago, Illinois, USA, und studierte Psychologie und Pädagogik an der Loyola University Chicago, Illinois, USA. Im Anschluss daran arbeitete Griffith einige Jahre als Gruppentherapeut, Grundschullehrer und Bewährungshelfer für jugendliche Straftäter. Parallel dazu studierte er Bildende Kunst, Schauspiel, Stimme und Ausdruck am Fine Arts Building Chicago und entdeckte seine Begabung für die darstellenden Künste. Er erhielt Stimmbildung bei Martha Larrimore und Schauspielunterricht bei Everett Clark. In weiteren Studios, wie dem Chicago Dance Center, erlernte er verschiedene Tanztechniken und Ballett unter anderem bei Edward Parish, Phyllis Sabold und Erik Bruhn. Schließlich gab er seinen ursprünglichen Beruf ganz auf.
Inspiriert durch die Autobiografie Sammy Davis Juniors, Yes, I Can!, und dessen Fernsehauftritte wollte Griffith, wie sein Vorbild, ein triple threat, ein Sänger, Schauspieler und Tänzer sein, und darüber hinaus die Regie führen.
In New York City setzte er die Ausbildung fort mit Modern Dance, Afrikanischem Tanz und Jazz Dance bei Fred Benjamin, Paul Sanasardo, der Alvin Ailey School, der Martha Graham School und dem Clark Center for the Performing Arts. Er übernahm Rollen in Musicals, Musical Revues und Theaterstücken, außerdem wirkte er an TV- und Filmproduktionen und Werbespots mit.
Griffith arbeitete als Tänzer und Schauspieler für die Katherine Dunham Dance Company, für die Oscar Brown Jr. Productions, für die er auch als Manager arbeitete, außerdem mit dem Phil Cohran & The Artistic Heritage Ensemble, den Phyllis Sabold Dancers, dem Rondo Dance Theatre und der Fred Benjamin Dance Company.
Neben seiner Theatertätigkeit inszenierte Griffith Modenschauen im Lincoln Center und Waldorf Astoria und anderen Veranstaltungsorten in New York City. Er moderierte Gewerbeschauen für Kunden wie Ford Motor Company, Metropolitan Life Insurance und andere Großunternehmen in den Vereinigten Staaten.
Hauptrollen in Broadway- und Off-Broadway-Musicals (Auswahl): 1969 Lyrics Of Sunshine And Shadow, Regie Oscar Brown Jr.: Der Dichter „Paul Laurence Dunbar“. 1970 Contributions: „Travis“ und „Eugene Love“, Tambellinis Gate Theater, Regie Moses Gunn. Für seine Darstellung wurde Griffith von den New York Drama Critics als „Most Promising New Off Broadway Actor“ nominiert. 1978 Pippin, An Evening Dinner Theatre Elmsford, NY, Regie Terrell Nicholson
weitere Rollen 1973 A Streetcar Named Desire, Vivian Beaumont Theater
Berlin 1979 wurde Griffith nach Berlin eingeladen, um in dem Musical Show Boat am Theater des Westens mitzuwirken. Seine Erfahrungen in Berlin verstärkten seinen Willen, sich als freier Künstler in eigenen Produktionen, die neben Tanz, Musik und Choreografie auch Film, Bildende Kunst, Literatur und Psychologie integrieren sollten, mit den gesellschaftskritischen Fragen auseinanderzusetzen, die ihn bewegten. Am Theater des Westens traf er unter den amerikanischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen Gleichgesinnte. Griffith entschied sich, in Berlin zu bleiben und rief 1980 gemeinsam mit seiner späteren Ehefrau Gayle McKinney, mit Lynnda Curry, Ricky Powell und Detlef Bäcker das Fountainhead Tanz Théâtre ins Leben. Die Namensgebung wurde inspiriert durch ein Zitat Pontus Hulténs über das Centre Pompidou in Paris. Dieser bezeichnete darin Frankreich als „zu einem Urquell (engl.: Fountainhead) der Kreativität, einem Urquell der Kunst zurückkehrend“, nachdem viele von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs geraubte Kunstwerke an Frankreich zurückgegeben worden waren. Die Leitung der Dance Theatre Company übernahmen McKinney und Griffith. 1990 wurde der gemeinnützige Verein Cultural Zephyr e. V. als Träger der Aktivitäten des Fountainhead Tanz Théâtre gegründet.
Bereits 1980 waren die Mitglieder des Fountainhead Tanz Théâtre sowohl als Dance Theatre Company als auch als Dozenten in Berlin erfolgreich, in den Folgejahren auch in Westdeutschland und Europa. Eine positive Unterstützung fanden sie außerdem bei U.S.–Institutionen in Berlin, z. B. dem U.S. Cultural Center (Amerika Haus).
1985/86 organisierten Griffith und McKinney gemeinsam mit dem Literatur- und Filmwissenschaftler Ntongela Masilela (Südafrika / Polen / USA) ein Black Cultural Festival, das erste seiner Art in Europa. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Abdul Alkalimat (USA), Uazuvara Ewald Katjivena (Namibia), Getinet Belay (Äthiopien) und dem Joliba Africa Center (Berlin) entwickelten sie ein umfangreiches Programm mit mehrheitlich schwarzen Künstlerinnen und Künstlern, Filmemacherinnen und Filmemachern sowie Intellektuellen aus Afrika, Amerika und Europa. Die Organisation des Filmteils wurde von Erika Gregor (Kino Arsenal, Berlin) unterstützt und Annette Koschmieder assistierte bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Vom 3.–23. März 1986 wurde es in der Theatermanufaktur Berlin am Halleschen Ufer, im Arsenal, Freunde der Deutschen Kinemathek e. V. und in der HdK Berlin präsentiert. Es umfasste Tanz, Theater, Musical, Instrumentalmusik und Gesang, Film und Seminare. Gäste waren das Kalifi Dance Ensemble aus Ghana, die Jazzsängerin Özay begleitet von dem Pianisten Curtis Clark, Nii Ashitey Nsotse mit der Gruppe Nokoko Yé (Ghana), die Berliner Soulsängerin Queen Yahna und viele andere mehr. Im Zentrum stand die Hommage des Fountainhead Tanz Théâtre an den in Berlin lebenden und lehrenden Carnell Lyons, einem der weltbesten Stepptänzer, der auch selbst in der Show auftrat.
Die von Griffith moderierten Filmvorführungen zeigten zum ersten Mal „Arbeiten afroamerikanischer und schwarzafrikanischer Filmemacher im Vergleich“ (Zitat: Gerhard Schoenberner, Freunde der Deutschen Kinemathek e. V.). Sie wurden begleitet von Vorträgen und Diskussionen, an denen auch der Regisseur Haile Gerima (Äthiopien/USA), der Filmwissenschaftler Prof. Dr. Férid Boughedir (Tunesien/Frankreich) und der Mitarbeiter des African National Congress (ANC) Ben Mohlathe teilnahmen. Das Programm wurde in den folgenden Jahren zum Vorbild des Black International Cinema Berlin.
1992 folgten Gayle McKinney Griffith und Donald Muldrow Griffith dem Ruf an die Indiana University South Bend, USA, um dort als Professoren ein neues Studienangebot für Tanztheater nach dem Vorbild des Fountainhead Tanz Théâtre aufzubauen. Als Paar leiteten sie diesen Fachbereich bis 1995.
1995 entwickelte Griffith gemeinsam mit den Tänzern Mark Headley und Calvann Cole THE COLLEGIUM - Forum & Television Program Berlin, ein offenes Forum für interkulturelle Themen mit einem einstündigen Fernsehmagazin, das seitdem monatlich im Offenen Kanal Berlin (früher OKB, heute Alex) produziert und viermal in der Woche ausgestrahlt wird und auch in den Offenen Kanälen in Magdeburg, Wolfsburg und Dessau sowie bei Open Signal: Portland Community Media Center, USA, zu sehen ist.
Prof. Donald Muldrow Griffith wurde in den 2000er Jahren wiederholt zu internationalen Symposien eingeladen. So war er zum Beispiel während des Global African Diaspora Cinema Symposium in Salvador (Bahia), Brasilien (2002) und bei der Global Cinema and Urban Entertainment Conference in Los Angeles, USA (2003) Gast an Podiumsdiskussionen zu den Themen Distributionspolitik und Festivalplanung. Beide Male wurde er vom Cultural Affairs Department der Stadt Los Angeles und der African Marketplace Inc. eingeladen. 2008 war er an einem Seminar zum Thema Neue Technologien in Kunst und Kultur - Bewahrung und Präsentation im Rahmen der Tagung Culture in Conflict / Culture on the Move des Aspen Cultural Diplomacy Forums (USA) in Paris beteiligt. Während des ersten Creative Arts World Summit des Aspen Institutes (2011) im Royal Opera House Muscat, Oman, moderierte er eine Podiumsdiskussion zum Thema story telling.
Gayle McKinney Griffith Gayle McKinney Griffith wurde in Harlem, New York, geboren. Bereits im Alter von drei Jahren nahm sie an einem Tanzprogramm in der Carnegie Hall teil, später erhielt sie eine Ausbildung an der Froman Ballet School, New London, Connecticut. Schon als Kind verfolgte sie das Ziel, klassische Balletttänzerin zu werden. McKinney studierte an der Juilliard School und dem Connecticut College, trotzdem wurde ihr der Zugang zum klassischen Ballett aufgrund ihrer Hautfarbe verwehrt. 1968 wurde sie Mitglied des Dance Theatre of Harlem (DTH), in seiner Gründungsphase (1969) unter der Leitung von Arthur Mitchell und Karel Shook. Das DTH war die erste klassische Ballett-Compagnie mit ausschließlich schwarzen Tänzerinnen und Tänzern.
Nach drei Jahren übernahm McKinney dort die Rolle der Ballettmeisterin. Sowohl in dieser Funktion als auch als Solotänzerin blieb sie beim DTH insgesamt rund zehn Jahre.
1979 wirkte sie in dem Musical Show Boat am Theater des Westens in Berlin mit und lernte dort ihren späteren Ehemann Donald Muldrow Griffith kennen. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, Donald Muldrow McKinney Griffith II und Khadija Tarjan McKinney Griffith.
Gayle McKinney Griffith ist Mitbegründerin und bis 2007 Co-Leiterin des Fountainhead Tanz Théâtre, des Black International Cinema Berlin, des The Collegium - Forum & Television Program Berlin und des übergeordneten Vereins Cultural Zephyr e. V. in Berlin. Von 1992 bis 1995 entwickelte und leitete sie als Professorin gemeinsam mit ihrem Ehemann einen Fachbereich für Tanztheater an der Indiana University South Bend, USA.
McKinney Griffith unterrichtet klassisches Ballett, Jazz- und Modern Dance sowie Pilates - basiertes Body Placement an der Tanzschule The Dance Extension, New London, Connecticut.
Projekte Fountainhead Tanz Théâtre
Fountainhead Tanz Théâtre ist eine Vereinigung internationaler und interkultureller Künstlerinnen und Künstler in Berlin. Ihr übergeordnetes Ziel ist es, das Bewusstsein für das Potential konstruktiver Beziehungen zwischen Mehrheiten und Minderheiten, ungeachtet der Nationalitäten, der ethnischen Zugehörigkeiten und der kulturellen und sozioökonomischen Hintergründe, zu schärfen, Dialoge zu initiieren und damit einen Beitrag zur Integration von Gesellschaften zu leisten. Die Organisation stellt sich gegen alle Formen der Diskriminierung und setzt sich ein gegen Gewalt und Verfolgung aufgrund religiöser, ethnischer und geschlechtlicher Identität, gegen Kindes- und Jugendmissbrauch, Homophobie und Rassenhass.