alternativtext=Denkmal für die Gefallen der Schlacht bei Giornico von Apollonio Pessina|mini|Schlachtdenkmal von Giornico, 1937 eingeweiht Apollonio Pessina (umbenannt in Paul Pessina; * 1. September 1879 in Ligornetto; † 20. April 1958 ebenda) war ein Schweizer Bildhauer, Maler, Zeichner, Konservator und Kurator des Museo Vincenzo Vela in Ligornetto. Pessina schuf im Tessin zahlreiche Grab- und Gedenkmonumente, Büsten und Porträts.
Leben und Werk Apollonio Pessina war der Sohn des Poliers Giuseppe Pessina und der Maria, geborene Piffaretti. Nach der Lehre an der Zeichenschule in Mendrisio (1893–1895) arbeitete er wie sein Bruder Tommaso als Ornamentist.
1904 hielt sich Pessina in Paris auf und nahm den Namen Paul an. Er studierte an der École nationale supérieure des arts décoratifs und an der École des Beaux-Arts und spezialisierte sich als Bildhauer im Atelier von Jean-Antoine Injalbert und Gabriel-Jules Thomas (1824–1905). In Paris lernte er auch Charles Despiau und Léon-Ernest Drivier (1878–1951) kennen.
mini|hochkant|Pessinas Debüt im Tessin: Marmorskulptur (1912) am Grab der Familie Summerer-Bernasconi auf dem Friedhof Chiasso Pessina erhielt 1908 und 1910 das Eidgenössische Bundesstipendium für bildende Kunst. 1912 kehrte er ins Tessin zurück und debütierte hier mit dem Grabmal der Familie Summerer-Bernasconi auf dem Friedhof Chiasso.
mini|hochkant|links|Sterbender Soldat (1920) am Tessiner Soldatendenkmal in Bellinzona In der Folge fertigte er zahlreiche Grab- und Denkmäler an. In Bellinzona schuf er 1920 das Tessiner Soldatendenkmal und in Giornico das Schlachtdenkmal für die Gefallenen in der Schlacht bei Giornico, das am 1. August 1937 eingeweiht wurde. Ebenfalls zeichnete er für die Denkmäler für Oreste Gallacchi in Breno (1926) und Emilio Bossi in Bruzella (1931) verantwortlich.
Als Maler schuf Pessina vor allem Landschaften und religiöse Szenen, in denen er Figuren aus dem Familienkreis darstellte, die durch starke Farbkontraste und Licht- und Schattenspiele gekennzeichnet waren.
Pessina nahm regelmässig an Ausstellungen im In- und Ausland teil, so 1908 an der Nationalen Landesausstellung in Bern sowie 1909 an den internationalen Ausstellungen in Paris und 1910 in Brüssel. 1920 und 1926 war er Teilnehmer der Biennale di Venezia.
Im Tessin hatte Pessina auf das kulturelle und politische Leben Einfluss. So war er, mit Unterbrechungen, von 1921 bis 1939 Mitglied des Grossen Rates und von 1948 bis 1951 Mitglied der Aufsichtskommission für den Zeichenunterricht an Schulen und engagierte sich für den Denkmalschutz. Von 1920 bis zu seinem Tod war er Kurator und Konservator des Museo Vela in Ligornetto.
Nachleben Am 19. Januar 2003 wurde in Ligornetto Pessinas ehemaliges Wohn- und Atelierhaus als Museum Casa Pessina eingeweiht. Das Museum beherbergt seine Kunstwerke und zahlreiche Dokumente, Schriften, Skizzen, Bücher, Fotos, Briefe und Postkarten.
Am 13. Juni 2010 wurde ein Bronzeabguss von Pessinas Plastik Uomo dolente («Leidender/trauernder Mann») auf der Piazza Volontari in Ligornetto platziert.Posa dell’«Uomo dolente». In: Giornale del Popolo. 11. Juni 2010, S. 10 (online). Es handelt sich dabei um eine ursprünglich für Gräber geschaffene Trauerfigur. Sie zeigt einen knienden Mann, der ein Ährenbündel als Symbol von Vergänglichkeit und Auferstehungshoffnung hält. Weitere Abgüsse stehen auf dem Monumentalfriedhof Lugano und auf dem Friedhof Chiasso.
In Ligornetto ist eine Strasse nach Pessina benannt (Via Apollonio Pessina).
Werke 1912: Grabmal der Familie Summerer-Bernasconi, Carrara-Marmor, Friedhof ChiassoLucia Pedrini Stanga: Apollonio Pessina. In: SIKART. 2011, abgerufen am 1. März 2026. 1920: Tessiner Soldatendenkmal, Carrara-Marmor und Cresciano-Granit, Bellinzona (1948 erweitert) 1920: Büste von Vincenzo Vela, Carrara-Marmor, Palazzo delle Orseline, Bellinzona 1926: Oreste-Gallacchi-Denkmal, Bronzebüste und zwei Bronzereliefs, Alto Malcantone-BrenoL'imponente cerimonia di inaugurazione del monumento in memoria del cons. avv. Oreste Gallacchi. In: Gazzetta Ticinese. 31. Mai 1926, S. 1 f. (online). 1931: Emilio-Bossi-Denkmal, Bronzestatue, Breggia-Bruzella 1931: Grabmal der Familie Giovanni Battista Bonetti, Bronze, Speckstein und Mosaik, Friedhof Bellinzona 1931: Grabmal der Familie Wagner, Marmorrelief mit einer Abschiedsszene, Friedhof Faido 1932: Grabmal der Familie Carlo Alessandro Bonzanigo, Friedhof Bellinzona 1936: Grabplastik, Friedhof am Hörnli, Basel 1937: Schlachtdenkmal, Giornico-Granit, Giornico
Im Museo d’arte della Svizzera italiana in Lugano befindet sich ein undatierter bronzener Mädchenkopf Pessinas. In der Sala del Torchio in Balerna sind zwei Landschaftsgemälde Pessinas ausgestellt.Appollonio Pessina. In: Lanostrastoria.ch. 29. Oktober 2021, abgerufen am 1. März 2026. Weitere Werke werden in der Casa Pessina in Mendrisio-Ligornetto und im Kunstmuseum Mendrisio aufbewahrt.
Galerie
Literatur Elisabeth Voyame (Hrsg.): Apollonio Paul Pessina. Scultore 1879–1958. Ligornetto 2003.
Weblinks
Casa Pessina Ligornetto auf der Website der Gemeinde Mendrisio
Apollonio Pessina in Swisscovery Apollonio Pessina im Schweizerischen Bundesarchiv Claudio Abächerli: Statua Il Seminatore di Apollonio Pessina nella Camiceria Realini di Stabio (italienisch) auf lanostraStoria.ch, 28. Oktober 2020
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Schweiz) Kategorie:Maler (Schweiz) Kategorie:Zeichner (Schweiz) Kategorie:Person (Mendrisio) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1879 Kategorie:Gestorben 1958 Kategorie:Mann