Angels of Distress ist das zweite Album der finnischen Funeral-Doom-Band Shape of Despair.

Entstehung Personelle Situation Seit ihrer Gründung bis zu den Aufnahmen von Angels of Distress verfügte Shape of Despair laut Jarno Salomaa über keine konstante Besetzung. Der ehemalige Sänger Toni Mäensivu verließ Shape of Despair um zum Studium nach Lappland umzuziehen. Pasi Koskinen von Amorphis trat an seiner Stelle der Band bei. Johanna Vakkuri, die auf dem Debüt noch Flöte spielte, trat zu den Aufnahmen des Albums ebenfalls nicht mehr in Erscheinung. Anstelle einer Flöte wurde eine von Toni Raehalme gespielte Geige in den Klang eingebunden.

Songwriting, Aufnahme und Produktion Die den Aufnahmen vorausgegangene Veränderung der Band-Konstellation sowie damit zum Teil einhergehende stilistische Veränderungen im Songwriting bezeichnete Salomaa als „natürlichen Prozess“, während er die Musik als „Ausdruck persönlicher Gefühle“ beschrieb.

Die Stücke wurden zwischen 1997 und 1999 von Salomaa geschrieben. Wie das vorausgegangene Debüt Shades of … wurde Angels of Distress in den Hellhole Studios in Helsinki aufgenommen. Die Aufnahmen fanden von April bis Juli 2001 statt. Als Produzenten fungierten die Studiobetreiber Kaide Hinkkala und Antti Lindell sowie Salomaa selbst. Das Mastering wurde in den Finnvox Studios durch Mika Jussila vorgenommen.

Albuminformationen Titelliste Fallen: 6:09 Angels of Distress. 9:43 Quiet These Paintings Are: 14:40 … To Live for My Death … : 17:22 Night’s Dew: 7:00

Das 2001 erstmals veröffentlichte Album enthält fünf separate Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 54:54 Minuten. Das Album wurde mehrmals wiederveröffentlicht. Als Verantwortlicher für die grafische Aufbereitung des Begleitmaterials wurde der polnische Cover-Künstler Mariusz Krystew engagiert. Zur Zeit der Aufnahme und Veröffentlichung bestand die Band aus dem Gitarristen Jarno Salomaa, dem Bassisten Tomi Ullgren, dem Schlagzeuger Samu Ruotsalainen sowie dem singenden Ehepaar Natalie und Pasi Koskinen. Als Gastmusiker trat der Violinist Toni Raehalme in Erscheinung.

Veröffentlichung Angels of Distress wurde am 25. September 2001 durch Spikefarm Records und Fono Ltd., exklusiv für den russischen Markt lizenziert, als CD und MC veröffentlicht. Wiederveröffentlichungen erschienen in den folgenden Jahren unter anderem über Relapse Records, XIII BIS Records, Hammerheart Records und Aftermath Music. Im Jahr 2012 veröffentlichte Aftermath Music eine erste Vinyl-Version des Albums.

Gestaltung Das Album wurde durch den polnischen Cover-Künstler Mariusz Krystew gestaltet. Krystew zeichnete ebenfalls für das veränderte Design der Vinylversion verantwortlich. Das Cover der CD-Version ist grau im Stil einer digitalen Collage gehalten. Horizontal durchzieht die graue Fläche ein abgesetzter breiter Bild-Streifen in Graustufen. Unter anderem sind ein Strichcode, eine Fotografie einer Engelsstatue sowie Albumtitel und Bandnamen in das Design eingepflegt. Die Gestaltung wird im Inneren des Covers fortgeführt. Die erste Veröffentlichung erschien als Digipack ohne Beiheft. Angaben zu Aufnahmen, Titeln und Produktion wurden auf der Kartonage des Digipacks abgedruckt. Auch spätere Veröffentlichungen behielten die reduzierte Gestaltung bei. Auch für die mit einem Jewelcase versehene Version des Albums von Relapse Records wurde das Design nicht maßgeblich verändert oder ergänzt. Die Reduzierung auf wesentliche Informationen und das Auslassen eines Abdrucks der Liedtexte bezeichnet Salomaa als konzeptionell intendiert.

Die Vinyl-Version wurde mit der Abbildung eines kollagierten Ölgemäldes der Rückenansicht einer Engelsfigur in weiß auf schwarzem Grund mit rotem Rand versehen. Die restliche Gestaltung der Umverpackung war in Schwarz mit weißen Aufdruck versehen. Auf der Vinylversion sind ebenso die Texte der Lieder in Weiß auf Schwarz abgedruckt. Die Angaben zu Aufnahme, Songwriting und Produktion sind ebenfalls in weiß aufgedruckt. Hinzukommend sind in rot gehaltene Porträtfotos der Bandmitglieder abgebildet.

Stil Die auf Angels of Distress präsentierte Musik wird von Rezensenten als „extrem melancholischer, ultra-langsamer und atmosphärischer Doom“, „purer Doom“ und als „ambitioniertes episches Werk des Avantgarde-Doom-Metals“ beschrieben. Dabei stellen Rezensenten Bezüge zu My Dying Bride, Esoteric, Opeth, Skepticism, Disembowelment und Cathedral her. Trotz allgemeiner und vager Zuordnungen zu einem breiten Doom-Spektrum konkretisieren einige Rezensenten die Einordnung. So stellt Kostas Panagiotou von Pantheist fest, dass die Musik von Shape of Despair meist dem Funeral Doom zugerechnet wird, allerdings auf Angels of Distress auch modernere Einflüsse verarbeiten würden. Er zog vergleichende Parallelen zu Thergothon, Unholy, Skepticism und Dolorian. Ebenso wurde das Album in einer für das Webzine metal.de verfassten Rezension dem Funeral Doom zugeordnet und mit Skepticism, Thergothon, Unholy und Evoken verglichen.

Eduardo Rivadavia beschreibt die Musik für Allmusic als Kombination aus „Heavy-Metal-Gitarren, Death-Grunts, einer engelhaften Frauenstimme und einer Streich- und Synthesizer-Orchestrierungen.“ An anderer Stelle werden das reduzierte Tempo und das repetitive Arrangement als die Musik kennzeichnend benannt. In weiteren Besprechungen wird darauf verwiesen, dass „Gitarren (…) gezielter zum Einsatz (käme und) Freiraum für Vocals, Synthesizer und Violine“ ließe. Derweil sei es trotz eines „gleichbleibenden Tempos und Grundthemas abwechslungsreich.“

Rezeption Ähnlich den Stilbeschreibungen durch Allmusic, Doom-Metal.com oder Metal.de wurde das Album für das Webzine Vampster in Relation zum Debüt positiv wertend beschrieben:

So fielen die Besprechungen für Angels of Distress überwiegend positiv aus. Einige Rezensenten verwiesen jedoch darauf, dass die Musik nicht jedem zu empfehlen sei sowie dass sie für den Rezensenten selbst nur in ausgewählten Augenblicken funktioniere. So schrieb Wolf-Rüdiger Mühlmann für das Rock Hard, dass Angels of Distress einerseits „der perfekte Soundtrack zum langsamen Leiden und Sterben“ sei, andererseits „nur manchmal, an ausgewählten Tagen“ funktioniere. Auch in anderen Rezensionen wurde festgehalten, dass es „kein Album für jeden“ sei und auch die der Musik zugetanen Hörer sollten sich „erst einmal auf die monotone und resignierende Atmosphäre einstellen.“ An anderer Stelle wiederum wurde Angels of Distress in höchsten Maße gelobt und als „ein Muss!“ für Genre-Fans oder „must buy“ hervorgehoben. Die hohe Beurteilung behielt das Album indes über die Jahre seit seiner Erstveröffentlichung bei. So führte das Decibel Magazine Angels of Distress im Jahr 2014 auf dem Platz 97 des Specials The Top 100 Doom Metal Albums of all Times.

Einzelnachweise

Kategorie:Album 2001 Kategorie:Album (Funeral Doom) Kategorie:Shape-of-Despair-Album