Die Pandion AG (Eigenschreibweise PANDION) ist ein Immobilienunternehmen mit Sitz in Köln. Das 2006 gegründete Familienunternehmen gehört zu den zehn umsatzstärksten deutschen Projektentwicklern. Das Geschäftsfeld von Pandion umfasst die gesamte immobilienwirtschaftliche Wertschöpfungskette inklusive Planung, Bau und Vertrieb der Objekte. Pandion unterhält neben dem Hauptsitz in Köln Niederlassungen in Berlin, München und Stuttgart. Das Unternehmen befindet sich seit dem 10. August 2026 in einem Insolvenzverfahren.

Geschichte Die Grundlage der heutigen Pandion AG legte Reinhold Knodel mit der Gründung der „Pandion Real Estate GmbH“ im Jahr 2002. Dem folgte 2003 die Gründung eines Tochterunternehmens für den Vertrieb der gebauten Wohnungen, der „Pandion Vertriebsgesellschaft mbH“. Zunächst konzentrierte sich die Tätigkeit auf Projekte in Nordrhein-Westfalen mit Projektentwicklungen in Köln, Bonn und Düsseldorf. 2006 erfolgte die Gründung der Pandion AG als Holding für die gesamte Unternehmensgruppe.

Das dritte Entwicklungsprojekt von Pandion, die Umnutzung und Modernisierung des historischen Speichergebäudes Siebengebirge im Rheinauhafen Köln (Bauzeit 2004–2006), zeichnete die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen mit dem NRW-Wohnt-Preis 2008 aus. Im selben Jahr erreichte die Pandion AG erstmals einen Verkaufsumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

2010 wurde unter dem Vermarktungsnamen „Pandion Vista“ das nördliche der drei ikonischen Kranhäuser am Kölner Rheinauhafen fertiggestellt, das als einziges der drei Hochhäuser dem Wohnen gewidmet ist. 2015 eröffnete nach Köln und München die dritte Niederlassung in Berlin.

2017 erzielte die Pandion AG mit ihren Tochtergesellschaften einen Rekordumsatz von 262 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg Pandion im Ranking der deutschen Projektentwickler mit ca. 400.000 m² Flächenvolumen auf den sechsten Rang auf.

In Berlin stellte das Unternehmen mehrfach vor Baubeginn Flächen für kulturelle Zwischennutzungen zur Verfügung, unter anderem beim Projekt „The Haus“ – der größten temporären Street-Art-Galerie der Welt. Diese Praxis wird von Kritikern des Unternehmens als „Imagewashing“ bezeichnet (siehe Kontroversen).

Im Januar 2019 eröffnete Pandion eine vierte Niederlassung in Stuttgart.

Am 10. August 2026 beantragten die Pandion AG und fünf Tochtergesellschaften beim Insolvenzgericht in Köln die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, da ein wichtigher Finanzierungsbaustein wegfiel. Die fünf Tochtergesellschaften sind die Pandion Real Estate GmbH, Pandion Vertriebsgesellschaft mbH, Pandion Design GmbH, Pandion Projektmanagement GmbH und Pandion Engineering GmbH. Von der Insolvenz sind rund 190 Beschäftigte betroffen. Bereits am 5. August 2026 konnte Pandion eine fällige Zinszahlung von 3,6 Millionen Euro auf die Unternehmensanleihe nicht fristgerecht leisten. Die Restrukturierung der Unternehmensgruppe soll im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens umgesetzt werden.

Am 27. August 2026 wurde für weitere elf Projektgesellschaften ein Insolvenzverfahren beantragt. Dazu gehören unter anderem die PANDION Wolframstraße Stuttgart, das Flint Areal und die Silberburg Höfe in Stuttgart, die Prinzessinnenstraße in Berlin sowie die Projekte Klostergärten, Gallwitz, Franziskanerkloster und Ehrenveedel, Fischerhüttenstraße, City Selection Stuttgart, die SIEBENGEBIRGE Projektgesellschaft und die Gesellschaft hinter dem Projekt PANDION Stuttgart Flint Areal.

Unternehmensstruktur Vorstand und Alleineigentümer der Pandion AG ist Unternehmensgründer Reinhold Knodel. Es bestehen, entsprechend dem Konzept, die gesamte immobilienwirtschaftliche Wertschöpfungskette abzudecken, spezialisierte Tochterunternehmen: Pandion Real Estate GmbH (Projektentwicklung), Pandion Projektmanagement GmbH, Pandion Vertriebsgesellschaft mbH, Pandion Service GmbH (Immobilienverwaltung, WEG-Verwaltung, Hausmeisterdienste) und Pandion Design GmbH.

Gesellschaftliches Engagement Im Jahr 2017 stiftete die Pandion AG das Grundkapital der „ChanceMaker Foundation“ ehemals „knodel foundation“, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich insbesondere in Entwicklungsländern für einen verbesserten Zugang zu Bildung und Wissen einsetzt. Vorstand der knodel foundation ist Patrick Knodel, ein Sohn von Pandion-Gründer Reinhold Knodel. Nach eigenen Angaben fördert die Stiftung 15 Projekte in sechs afrikanischen Staaten sowie in Indien, Rumänien und Deutschland. Als Förderstiftung unterstützt die knodel foundation unter anderem Projekte der International Justice Mission und des Eine-Welt-Netz NRW.

Kontroversen Im Zuge der Bauprojekte Pandions kam es in Berlin immer wieder zu Protesten von Anwohnern und Gentrifizierungskritikern.Neues Deutschland (21. Juni 2021): Ein herzliches Nicht-Willkommen Diese werfen dem Unternehmen u. a. vor, mit seinen Bauprojekten für eine massive Aufwertung und Verteuerung der an die Bauprojekte angrenzenden Bestandswohnungen verantwortlich zu sein.Laskerkiez (9. September 2021): Protest: Pandion, wir wollen dich nicht – Du klaust uns unsere Kieze nicht! Mehrfach fanden bereits Demonstrationen, Kundgebungen und unterschiedliche Aktionen, insbesondere gegen den Bau des sogenannten Ostkreuz Campus statt, den das Unternehmen in Berlin-Friedrichshain errichten möchte. Bei dem Projekt handelt es sich um ein Luxusbüroareal, dessen Fertigstellung Pandion im Jahr 2023 plant. Besondere Aufmerksamkeit erlangte das Projekt durch das Vorgehen Pandions, einen Anwalt damit zu beauftragen gegen mehrheitlich von Anwohnern verfasste kritische Google-Bewertungen juristisch vorzugehen und diese entfernen zu lassen.Tagesspiegel (23. Dezember 2021): Wegen kritischer Google-Rezensionen: Immobilienfirma lässt Anwaltsschreiben verschicken Ein Nachbarschaftsbündnis wirft dem Unternehmen vor, Kritik zum Schweigen bringen zu wollen und damit der Meinungsfreiheit zu schaden.Twitter (22. Dezember 2021): WemGehörtDerLaskerkiez Auch beim Bau der Pandion-Luxusbürogebäude in Kreuzberg „The SHELF“ und „THE GRID“ protestierten Nachbarschaftsgruppen unter dem Motto „Pandion ist kein guter Nachbar“ gegen die Bauprojekte. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, für „Bodenpreissteigerung, Kiez-Aufwertung und somit die Verdrängung von Mietern, Kleingewerbe sowie Sub-Kultur“ verantwortlich zu sein.Solidarisches Netzwerk von Nachbarschaft und Gewerbetreibenden in Berlin-Kreuzberg (27. September 2019): Pandion ist kein guter Nachbar Zudem wurde kritisiert, dass das Unternehmen durch „Imagewashing“ – damit ist gemeint, dass ganz gezielt Zwischennutzungen von leerstehenden Gebäuden in der Nähe der Bauprojekte für Kunststundierenden und „Kreative“ angemietet und bezahlt werden – versucht, Kritik aus dem Weg zu räumen und sich als „Sozial. Kreativ. Grün.“ bzw. als „Partner für Lebensräume“Pandion: Website zu inszenieren. Auch aus Naturschutzsicht gibt es Kritik an den Bauprojekten. So wurden auf dem Gelände des „Ostkreuz Campus“ Nistplätze dort lebender Sperlinge zerstört.Naturfreunde Berlin (12. April 2021): Gebäudebrüter müssen unter Berlins Dächern bleiben! Der Spatz ist eine Berliner*in!Twitter (14. Juni 2021): Es lebe der Spatz

Abgeschlossene Projekte (Auswahl) Kranhaus Nord bzw. „Pandion Vista“ im Rheinauhafen Köln Siebengebirge/Danziger Lagerhaus im Rheinauhafen Köln Wohnhochhaus „Pandion Le Grand“ in den Neuen Stadtquartieren Derendorf (Düsseldorf) Wohnhochhaus „Pandion Isarbelle“ in München-Thalkirchen „Pandion The Haus“ (Berlin-Charlottenburg): Umbau einer früheren Bankfiliale in ein Wohnhaus mit Zwischennutzung durch Kunstprojekte Pandion Doxx in Mainz am Zollhafen

Weblinks PANDION PANDION SERVICE

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmen (Köln) Kategorie:Unternehmensgründung 2006