mini|Eines von HALs Interfaces im Raumschiff, mit Kameraauge und Lautsprecher HAL 9000 ist der fiktive Computer mit Künstlicher Intelligenz des Raumschiffs Discovery in den Filmen 2001: Odyssee im Weltraum (Buch: Arthur C. Clarke, Regie: Stanley Kubrick) und 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (Buch: Arthur C. Clarke, Regie: Peter Hyams).

Ursprung der Benennung Weit verbreitet ist die – allerdings irrige – Vermutung, HAL sei die Verballhornung des Markennamens der US-Computerfirma IBM, da die Buchstabenfolge H-A-L das Ergebnis der Dekrementation der Buchstabenfolge I-B-M ist (die Buchstaben H, A und L stehen im Alphabet jeweils unmittelbar vor den Buchstaben I, B und M). Arthur C. Clarke hat dieser Behauptung stets widersprochen:

HALs Rolle in 2001: Odyssee im Weltraum HAL zeigt während der Reise zum Planeten Jupiter mehr und mehr eine Art neurotisches Verhalten. Er scheint sich in der Fehleranalyse des Antennenmoduls AE-35 zu irren (oder vielleicht täuscht er auch nur einen Fehler vor; dies wird im Film nicht deutlich). Nachdem er herausgefunden hat, dass die Besatzung ihn abschalten will, falls sich die Irrtümlichkeit seiner Fehleranalyse bestätigen sollte, versucht er, die Besatzung auszuschalten, um seine Mission zum Jupiter fortführen zu können – „unbeirrbar und allein“. Dazu tötet er Frank Poole während dessen Weltraumausstiegs und tötet den restlichen Teil der Besatzung: tief schlafende Wissenschaftler (siehe zum Verhalten HALs auch: Doppelbindungstheorie). David Bowman jedoch überlebt. Es gelingt ihm, mit einem autarken Raumanzug in den Zentralraum von HAL einzudringen und dessen höhere Funktionsmodule eins nach dem anderen manuell zu deaktivieren.

Während der sukzessiven Abschaltung regrediert HAL zusehends und beginnt schließlich, das Kinderlied Daisy Bell (A Bicycle Built for Two) vorzutragen. (Das Lied war 1962 auf einem von John Kelly, Carol Lockbaum und Max Mathews programmierten IBM-704-Computer abgespielt worden. Kubrick benutzte dies als Inspiration.) In der deutschen Synchronfassung wurde daraus Hänschen klein. Das Besondere und möglicherweise Einzigartige an dieser Szene (vor allem im Vergleich zu anderen Science-Fiction-Filmen dieser Zeit) ist die anscheinende Menschenähnlichkeit HALs und die damit verbundene Umkehrung der klassischen Stereotype. Bowman, der sichtliche Probleme hat, die Fassung zu wahren, zerstört langsam ein scheinbar selbstbewusstes, emotionales Computer-Wesen, dessen Fähigkeit zu wirklichen Emotionen noch zu Beginn der Mission von der Besatzung während eines Interviews mit The World Tonight angezweifelt worden war. HAL zeigt ein Verhalten ähnlich großer Angst vor seiner Abschaltung, und das Lied, das ihm von seinem Lehrer (im Buch Dr. Chandra, im Film Dr. Langley) nach seiner Inbetriebnahme beigebracht worden war, ist ein Kinderlied, weil HAL lernfähig, aber ungeprägt konstruiert ist und daher wie ein Kind erzogen, sozialisiert und enkulturiert worden war.

Im Nachfolgefilm 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen, der 1984 nicht von Kubrick, sondern von Peter Hyams – zugleich als Produzent und Regisseur – gedreht wurde, wird das erdgebundene, baugleiche Modell SAL 9000 vorgestellt. Seine Stimmmodulation ist im Gegensatz zu HAL 9000 weiblich, sein „Auge“ leuchtet blau, im Gegensatz zu HALs, das rot leuchtet.

Gesprochen wurde HAL in der Originalfassung von Douglas Rain, in der deutschen Fassung von Peter Schiff.

In 2010 wird HAL von Dr. Chandra reaktiviert. Am Ende dieser Geschichte wird die Discovery mit HAL von der Explosion Jupiters verschlungen. Im Roman 2061 – Odyssee III erfährt der Leser schließlich, dass HAL „überlebt“ hat. Er wird im letzten Teil der Tetralogie, 3001 – Die letzte Odyssee, mit der Hilfe des reanimierten Dr. Frank Poole, den Monolithen auf dem Mond Europa deaktivieren.

Geburtstagsfeiern und Ehrungen Sowohl der 12. Januar 1992, der im Film genannte Tag seiner Inbetriebnahme in den fiktionalen HAL-Laboratorien in Urbana (Illinois), als auch der 12. Januar 1997 im gleichnamigen Buch von Arthur C. Clarke gelten als der „Geburtstag“ von HAL 9000 und wurden jeweils weltweit von Informatikern und Science-Fiction-Fans gefeiert. Stanley Kubrick, der den Termin der Inbetriebnahme von HAL für den Film vorverlegt hatte, da er der Meinung war, dass Computer im Jahr 1997 mehr können würden als HAL, reagierte ungehalten auf die Feierlichkeiten, welche im Jahr 1997 zum „Geburtstag“ im Virginia-Filmtheater in Illinois abgehalten wurden.

HAL 9000 wurde im Jahr 2003 in die Robot Hall of Fame aufgenommen.

Der Asteroid (9000) Hal wurde nach HAL benannt.

Anspielungen auf HAL Anspielungen auf HAL findet man in vielen Filmen und Medienanwendungen.

Film und Fernsehen Der Autopilot des Raumschiffes „Axiom“ aus dem Film WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf, der ein rotes HAL-Auge hat, soll verhindern, dass die Menschheit zur Erde zurückkehrt. Daves Laptop im Film Independence Day zeigt das „Auge“ von HAL an und sagt mit bekannter Stimme „Guten Morgen, Dave“, als dieser aufbricht, um das Mutterschiff mit dem Virus zu infizieren. In einer Episode der Simpsons wird im Haus der Simpsons der Computer Pierce installiert, der die Synchronstimme von Pierce Brosnan und HALs charakteristisches rotes Auge hat. Er versucht, Homer zu ermorden. In einer Episode von Futurama wird ebenfalls auf HAL 9000 angespielt, jedoch ist der Computer in diesem Falle weiblich und versucht aus enttäuschter Liebe zu Bender, einem Roboter und Besatzungsmitglied, die Crew umzubringen. Auch die Szene aus 2001: A Space Odyssey, in der HAL abgeschaltet wird, wurde in der Episode verarbeitet. Ebenfalls taucht in einigen Folgen der Serie das HAL Institute for criminally insane robots auf, eine geschlossene Anstalt für psychisch gestörte, kriminelle Roboter. Die gegen Dr. Frank Poole gespielte Schachpartie ist oft vor dem Hintergrund des Filmgeschehens analysiert worden. Die Computerfirma Apple verwendete HAL in einem Werbespot in den 1990er Jahren. Weiterhin beruft sich Siri bei einigen Fragen zu ihrem Selbstbewusstsein auf von HAL gelernten Methoden. Eine weitere Anspielung findet sich in Disneys große Pause (Originaltitel: Recess). In der Folge Trapper Keeper der Serie South Park mutiert Cartman zu einem Wesen, das Katsuhiro Otomos Akira ähnelt. Als Kyle in seinen Körper eindringt, wird die Szene der Abschaltung von HAL zitiert. In einer weiteren Folge aus South Park namens You Have 0 Friends erhält Stan, nachdem er versucht, seinen Facebook-Account zu löschen, vom System die Nachricht „I’m afraid I can’t let you do that, Stan Marsh.“, eine Anspielung auf das Zitat von HAL, „I’m afraid I can’t do that, Dave.“ In der Komödie Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff (Originaltitel: Airplane II: The Sequel) versucht der Bordcomputer des Space Shuttle MAYFLOWER II gleichfalls, seine Crew umzubringen – und kommentiert sein Vorgehen in HALs Stimmlage. Unter anderem sagt die Computerstimme, dass die angezeigte Computerkernüberhitzung nicht vorliegt und ein „menschlicher“ Fehler die Ursache sei. Der Pilot will daraufhin den Computer sprengen. In der zweiten Folge der ersten Staffel der britischen Sitcom Spaced gibt es eine Szene, in der auf Tim und Daisys Kühlschrank Call 900 zu lesen ist. Während Daisy und Brian einen Dialog aus 2001: A Space Odyssey sprechen, pfeift Tim den Song Daisy, den auch HAL singt, während Dave ihn deaktiviert. In der 13. Folge der amerikanischen Serie Knight Rider (2008) vergleicht Michael KITT mit HAL, worauf dieser ärgerlich wird und seinerseits eine Bemerkung über Michaels geistige Fähigkeiten macht. Außerdem befindet sich in KITTs Cockpit als Stimmen-Anzeige eine Glaskugel mit einem roten Punkt darin, ähnlich HALs rotem Auge. Im Anime Film DBZ – Der stärkste auf Erden ist der Antagonist Dr. Willow, ein großer Kampfroboter dessen rotes Kameraauge an das von HAL erinnert. Im Anime Majin Tantei Nōgami Neuro wird in Folge 16 von Prof. Haruka Eisuke ein Programm geschrieben, welches eigenständig agiert und durch Sublimation Menschen veranlasst, zu töten. Dieses Programm nennt sich selbst „Denjin HAL“. In der Nachtschleife des Senders KiKA, in der Bernd das Brot den Telefoncomputer überlastet, erscheint in der Laufschrift „Ich habe Angst, Dave“. Im Film Moon spielt der Bordcomputer GERTY eine entscheidende Rolle und erinnert in Verhalten und der Art zu sprechen stark an HAL 9000. Auch hier ist die Art und Weise der Programmierung des Computers von großer Bedeutung für die Handlung. In einer Episode der Serie Tripping the Rift wird die Programmierung des Bordcomputers durch ein Programm ersetzt, das alle Befehle mit dem Satz „Das kann ich nicht tun, Dave“ verweigert. In der Episode 3 der Serie Odyssey 5 gibt es einen Professor Chandra (HALs Programmierer aus 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen), der eine künstliche Intelligenz erschaffen hat. Außerdem wird erwähnt, dass ein Computer wie HAL 9000 technisch leider noch in weiter Ferne ist. Die Drohnen im Film Oblivion besitzen rote HAL-Augen und versuchen, die Menschheit zu vernichten. TV Smiles machte 2013 Werbung für die gleichnamige App (Android sowie iOS) in Form und Art von HAL 9000. Im Kurzfilm Kung Fury gibt es ein sprechendes Auto namens Hoff 9000. Gesprochen wird es von David Hasselhoff. Im Tatort: HAL gibt es ein selbstlernendes Computerprogramm namens Bluesky, das außer Kontrolle gerät und den Programmierer, der das Programm abschalten will, durch manipulierte Daten in Verdacht bringt, ein Mörder zu sein, und dadurch auszuschalten versucht. Im Tatort: Borowski und das dunkle Netz regt Borowski sich über seine Sprachassistentin Sabine auf und sagt: „Ich werde dich löschen!“ Sie antwortet mit den Worten von HAL: „Das kann ich nicht zulassen!“ und „Ich habe Angst.“ Im Thriller Das Haus (2021) zeigt ein Smart Home ein erratisches Verhalten, wobei die künstliche Intelligenz ein Eigenleben entwickelt und massenweise Lebensmittel bestellt. Illustriert wird sie durch einen rot leuchtenden Lüfter, der an das Kameraauge von HAL 9000 erinnert. In der Fernsehserie Star Wars: Skeleton Crew kann der Supervisor des Planeten At Attin durch sein Aussehen, insbesondere einem roten Auge als Anspielung auf HAL verstanden werden

Computerspiele In der Spieleserie Metal Gear Solid gibt es eine Figur namens Hal Emmerich, welche die Hauptperson Solid Snake, der mit richtigem Namen David heißt, in der Abschaltung des Metal-Gear-Computersystems unterstützt. In einem alternativen Ende des Spiels bemerkt Snake den Zusammenhang ihrer Namen und schlägt scherzhaft vor, einen Abstecher zum Jupiter zu unternehmen. Wenn man mit seinem Raumschiff in den Computerspielen der X-Reihe Fracht aufnehmen will, die den Frachtraum übersteigt, sagt der Bordcomputer: „Nein Dave, das kann ich nicht tun.“ Im Spiel Minecraft kann man in einigen Absturz-Meldungen Anspielungen auf HAL erkennen (z. B. das Lied „Daisy, Daisy...“) Im Computerspiel KKND2 werden zwei Missions-Briefings auf Seiten der Roboter von HAL durchgeführt (sein „Auge“ wird die ganze Zeit gezeigt); als Anspielung auf den Film lässt er auch den Satz fallen: „… das kann ich nicht zulassen, Dave!“ Am Anfang des Spiels Darkstar One fragt Eona: „Was benutzt du für einen Schiffscomputer? Den HAL 3000?“ Darauf die Antwort: „5000!“ Eona: „5000? Ich dachte, der sei noch gar nicht raus?“ In dem Spiel Portal wird man von einem Computersystem namens GLaDOS durch eine Art Labyrinth geführt. Man wird im Spiel von Kameras beobachtet, welche im Inneren rot leuchten, ähnlich wie bei HAL. Außerdem verfügen tragbare Geschütztürme innerhalb des Spieles ebenfalls über ein rotes Kameraauge. Im Spiel Anstoss 3 gibt es in der Statistikabteilung den HAL 8000 als teuerstes und umfangreichstes Statistikelement auszuwählen.