Diese Seite listet frühe Anlagen zur Übertragung elektrischer Energie auf. Die Liste ist aufgeteilt nach frühen Kraftwerken mit Verteilnetzen und ersten Übertragungsleitungen. Wo eigene Wikipedia-Artikel zur Anlage bestehen, ist dieser unter Kraftwerk oder Strecke verlinkt. Einzelnachweise sind nur bei den Anlagen angegeben, wo noch kein Wikipedia-Artikel besteht.

Verteilnetze Erste Kraftwerke versorgten Verteilnetze in unmittelbarer Nähe des Maschinenhauses. Unter Distanz wird die Länge vom Maschinenhaus zum entferntesten Verbraucher angegeben.

Inbetriebnahme Land Kraftwerk Distanz Stromart Spannung Frequenz Leistung Ingenieure Firmen Anmerkungen 24. Juli 1880 Grand Rapids (Michigan) Gleichstrom C. Brush 12. Januar 1882 Kraftwerk Holborn Viaduct, London Gleichstrom 110 V 186 kW T. Edison Edison erstes Edison-Kraftwerk der Welt 4. September 1882 Pearl Street Station, New York 0,8 km Gleichstrom 220 V 400 kW T. Edison Edison 30. September 1882 Vulcan Street Plant, Appleton (Wisconsin) Gleichstrom 110 V 12,5 kW T. Edison Edison erstes Wasserkraftwerk mit Edison-Generatoren 28. Juni 1883 Kraftwerk Santa Radegonda, Mailand 0,4 km Gleichstrom 220 V 525 kW T. EdisonG. Colombo Edison 15. August 1885 Centralstation Markgrafenstraße, Berlin 2,2 km Gleichstrom110 V 540 kW O. von MillerE. Rathenau Erstes Kraftwerk Deutschlands

Übertragungsleitungen Übertragungsleitungen verbinden Kraftwerk mit Verbraucher über eine längere Distanz.

Inbetriebnahme Land Anlage / Strecke Länge Stromart Spannung Frequenz Leistung Verwendung Ingenieure Firmen Anmerkungen 25. September 1882 Miesbach–München 57 km Gleichstrom 2000 V 1,1 kW Ausstellung M. DeprézO. von Miller erster Versuch, elektrische Energie über eine lange Distanz zu übertragen Februar 1883 Paris–Le Bourget 15 km Gleichstrom 2700 V 1,5 kW Versuch M. Depréz NORD September 1883 Vizille–Grenoble 14 km Gleichstrom 3000 V 5,1 kW Versuch M. Depréz 1883 Bellegarde-sur-Valserine Gleichstrom 150 kW Verteilnetz L. Dumont 1884 Taubenlochschlucht–Bözingen 1,2 km Gleichstrom 500 V 30 kW Energie für Fabrik R. Thury A. De Meuron & Cuénod 29. September 1884 Turin–Lanzo Torinese 40 km Einphasenwechselstrom 3000 V 150 Hz 44 kW Ausstellung L. Gaulard SIEG Oktober 1885 Paris–Creil 56 km Gleichstrom 5000 V 25 kW Versuch M. Depréz NORD Mai 1886 Littau–Luzern 2,4 km Gleichstrom 37 kW Energie für Fabrik Mai 1886 Littau–Luzern 4,6 km Einphasenwechselstrom 1800 V 40 Hz 68 kW Versorgungsnetz für Beleuchtung 18. Dezember 1886 Kriegstetten–Solothurn 8 km Gleichstrom 2000 V 37 kW Energie für Fabrik C. E. L. Brown MFO 1888 Buochs–Bürgenstock 4,2 km Gleichstrom 2000 V 44 kW Standseilbahn R. Thury Cuénod, Sautter 1889 Acquedotto De Ferrari Galliera Gleichstrom(System Thury) Versuch R. Thury Cuénod, Sautter 1889 Revel–Moutier 5 km Gleichstrom 2800 V 220 kW Energie für Fabrik M. Depréz 1889 Portland–Oregon City 21 km Gleichstrom 1890 Portland–Oregon City 21 km Einphasenwechselstrom 1890 Greenside Mine 1,2 km Gleichstrom 600 V 75 kW Energie für Silbermine 1890 Isoverde–San Quirico 14,4 km Gleichstrom(System Thury) 2200 V Verteilnetz R. Thury Cuénod, Sautter Die drei Anlagen der Acquedotto de Ferrari-Galliera werden in der Literatur of zusammengefasst und mit einer Länge von 60 km angegeben, obwohl jedes der drei Kraftwerke ein unabhängiges Netz betrieb. Die Länge von 60 km entspricht dem Netz der beiden ersten Kraftwerk Galvani und Volta, die Angabe von 95 km der Länge der Netze aller drei Kraftwerke. 1891 Isoverde–Genua 46,2 km Gleichstrom(System Thury) 2200 V Verteilnetz R. Thury Cuénod, Sautter 25. August 1891 Lauffen–Frankfurt 176 km Dreiphasenwechselstrom 15 kV 40 Hz 221 kW Ausstellung O. von MillerC. E. L. BrownM. Doliwo-Dobrowolski MFOAEG Juni 1891 Ames–Telluride 4,2 km Einphasenwechselstrom 3000 V 133 Hz 75 kW Energie für Goldmine G. Westinghouse Westinghouse 1892 Isoverde–Sampierdarena 32,7 km Gleichstrom(System Thury) 2200 V Verteilnetz R. Thury Cuénod, Sautter 1892 Hochfelden–Oerlikon 23 km Dreiphasenwechselstrom 30 kV 50 Hz Energie für Fabrik MFO 1893 Frinvillier–Biberist 28,5 km Gleichstrom(System Thury) 6000 V 270 kW Energie für Fabrik R. Thury CIE 7. September 1893 Redlands, Kalifornien 12 km Dreiphasenwechselstrom 2400 V 50 Hz 480 kW Energie für Kühlhaus und Beleuchtung Almarian Decker GE 13. Juli 1895Folsom–Sacramento, Kalifornien35 kmDreiphasenwechselstrom11 kV60 Hz3 MWEnergie für Industrie und BeleuchtungElihu ThomsonGE 26. August 1895 Niagara Falls–Buffalo 35 km Dreiphasenwechselstrom 11 kV 25 Hz StraßenbahnFabrik GE 1895 Santa Maria Regla – Pachuca de Soto 28 km Dreiphasenwechselstrom 10 kV Bergbau Rio del Monte Company Electric power in Mexico. Cassier's Magazine, New York, NY, United States, July 1905. Vol. 28, no. 3, p. 171-190 1897 Combe Garrot– 12 km Gleichstrom 14 kV R. Thury CIE Die Anlage wurde mit einer 48 km langen Ringleitung betrieben. In der Tabelle sind nur die Distanzen zwischen dem Kraftwerk und den beiden Abnehmerstädten angegeben. 1897 Combe Garrot– 18 km Gleichstrom(System Thury) 14 kV R. Thury CIE 1902 St. Maurice–Lausanne 56 km Gleichstrom(System Thury) 27 kV 3680 kW Energie für Stadt R. Thury CIE 1903 Hochspannungsleitung Zamora–Guanajato (Abschnittweise noch in Betrieb) 160 km Dreiphasenwechselstrom 60 kV Bergbau Electric power in Mexico. Cassier's Magazine, New York, NY, United States, July 1905. Vol. 28, no. 3, p. 171-190 1903/1904 Lebring–Graz-Puntigam 22 km Dreiphasenwechselstrom 20 kV ? kW Energie für Industriebetriebe (vor) der Stadt Elektrizitätswerk Lebring, 1910 Fusion zur STEG Das Flusskraftwerk Lebring hengist.at, Infotafel, um 2010, abgerufen am 3. Juni 2022.190550-kV-Leitung Moosburg–München53 kmDreiphasenwechselstrom50 kVEnergieversorgung1905Nuevo Necaxa – El Oro de Hidalgo (Abschnittweise noch in Betrieb)270 kmDreiphasenwechselstrom60 kVBergbau, Energieversorgung世界初(最古)の全線鉄塔送電線(ネカクサ(Necaxa)-エル・オロ(El Oro)線)を発見 (japanisch) 1906 Lyon–Moûtiers 184 km Gleichstrom(System Thury) 57,6 kV 3500 kW Straßenbahn R. Thury CIEM 1907 Fernleitung Piattamala–Mailand 160 km Dreiphasenwechselstrom 57 kV 50 Hz 22 MW Textilindustrie

Wirkungsgrad

Inbetriebnahme Land Anlage / Strecke Länge Stromart Wirkungsgrad Quelle 1882 Miesbach–München 57 km Gleichstrom 22 % 1883 Vizille–Grenoble 14 km Gleichstrom 67 % 1886 Kriegstetten–Solothurn 8 km Gleichstrom 76 % 1891 Isoverde–Sampierdarena 32,7 km Gleichstrom(System Thury) 72 % 1891 Lauffen–Frankfurt 176 km Dreiphasenwechselstrom 68,5 % 1893 Frinvillier–Biberist 28,5 km Gleichstrom(System Thury) 74,7 %

Geschichtliche Einordnung der Pionierleistungen Nachdem ab 1882 die ersten Verteilnetze entstanden waren, kam bald der Wunsch auf, die elektrische Energie über größere Distanzen zu übertragen. Marcel Depréz führte erste Versuche mit eisernen Drähten von Telefonleitungen durch, die einen großen elektrischen Widerstand hatten, sodass der Wirkungsgrad gering war. Die elektrische Energieübertragung stand am Anfang in Konkurrenz zu anderen Formen der Energieübertragung, wie Seiltransmissionen, Druckluft- oder Druckwasserleitungen. Sie wurde deshalb zuerst an Orten eingesetzt, an denen Wasserkraft zur Verfügung stand oder Dampfmaschinen unerwünscht waren. An der Gleichstromübertragung Kriegstetten–Solothurn wurde der Wirkungsgrad mit mechanischen Messmethoden gemessen, um auch die Skeptiker vom hohen Wirkungsgrad der elektrischen Energieübertragung zu überzeugen. Mit der Erfindung des Transformators konnten ab 1884 Wechselstromübertragungen gebaut werden. Die erste mit Dreiphasenwechselstrom arbeitende Anlage war Lauffen–Frankfurt, die erste Anlage mit der heute in Europa üblichen Frequenz von 50 Hz war Hochfelden–Oerlikon. Parallel zur Entwicklung der Übertragungstechnik mit Wechselstrom wurde die Gleichstromübertragung weiter entwickelt, da die Regelung dieses Systems einfacher war und die Spannung besser gehalten werden konnte. Das von René Thury entwickelte System fand an einigen Orten Anwendung und gilt als Vorläufer der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung.

Literatur

Anmerkungen

Einzelnachweise

Elektrische Energieubertragung Elektrische Energieubertragung ! Elektrische Energieubertragung Kategorie:Geschichte der Elektrotechnik