mini|hochkant|Das Gutshaus im Luftbild von Westen. Der Gutshof Königsborn, auch als Schloss Königsborn bezeichnet, ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk in Königsborn, einem Ortsteil der Gemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist der Gutshof unter der Erfassungsnummer 094 76367 als Baudenkmal verzeichnet. mini|hochkant|Gutshof Königsborn (Schloss Neu-Königsborn). Sammlung Alexander Duncker. Allgemeines Es ist eines von zwei Bauwerken, die in der Literatur als Schloss Königsborn bezeichnet werden. Bei dem zweiten handelt es sich um das Schloss Königsborn im sogenannten Alt Königsborn, von dem nur noch die Grundmauern erhalten sind.
Geschichte Kriegsrat Friedrich Gossler,Berent Schwineköper (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 11: Provinz Sachsen-Anhalt. 1. Ausgabe, In: Kröners Taschenausgabe. 314, Kröner, Stuttgart 1975, ISBN 3-520-31401-0, S. 248. durchweg in jüngeren Quellen als Christoph Goßler (1723–1791)Vater Christoph Goßler, Unpagniert: In: Karlheinz Gerlach: Lebensläufe Zeitläufte Freimaurer im Alten Preußen 1738–1815. Studien Verlag, Innsbruck/Wien 2024. beschrieben, erwarb um oder gleich nach 1767 die vormalige Manufaktur Diesing - Haasesche Spinnerei und beide adelige Güter Alt-Königsborn und Neukönigsborn, sowie Gut Wahlitz. Vor Ort ließ man 30.000 Maulbeerbäume pflanzen. In Magdeburg war Goßler zeitgleich der größte Unternehmer, ca. 1500 Arbeitnehmer. Im Schloss Königsborn ließ er erfolgreich eine Seidenfabrik für Sammet betreiben und erbaute auf einem Kamm einer Bodenwelle etwa einen Kilometer entfernt bis 1770/1775 einen neuen Wohnsitz im Rokokostil, mit großem Garten, durch den der sogenannte Ortsteil Neu Königsborn begründet wurde. Goßler ging nach Verlusten im Handel im Ausland (Russland), insbesondere durch die Folgen der preußischen Intervention in Holland 1787, in den Ruin und verlor fast sein ganzes Vermögen.Vgl. Gottfried von Goßler: Die Goßlers im Magdeburg, Anhalt und der Altmark (Zichtau und Kalbe/Milde). PDF, Druckerei Rüss-Potsdam, Hamburg 27. Februar 2013, S. 7.
Johann Gottlob Nathusius erwarb 1834 Schloss und Gut und vererbte es seinem Sohn, dem Landwirt und Wissenschaftler Wilhelm Engelhard Nathusius. Ab 1888 befanden sich Schloss und Gut im Besitz des Geheimrats von Gansauge und anschließend im Besitz seiner Tochter, der Gräfin Chasot. 1844 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss saniert.
Durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone im Jahr 1945 wurden die Eigentümer enteignet und ein Altersheim eingerichtet. Heute befindet sich in einem der ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Sitz der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.
Beschreibung Beim Haupthaus des Gutshofes Königsborn handelt es sich um ein zweigeschossiges, dreizehnachsiges Bauwerk mit übergiebeltem Mittelrisalit zur Hofseite und einem breiten Risalit zur Gartenseite.
Zum Gutshof gehörte eine westlich des Gutshofes gelegene als Schlosspark bezeichnete Parkanlage. Diese wurde Ende des 18. Jahrhunderts angelegt und im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts stark verändert.
Literatur Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 15, Mit: Koenigsborn. Selbstverlag, Berlin 1878/1880, Litho u. Textblatt 892. Ute Bednarz, Folkhard Cremer (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Band: Sachsen-Anhalt I: Regierungsbezirk Magdeburg. Hrsg. Georg Dehio–Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002.
Weblinks
Einzelnachweise
Konigsborn Konigsborn Kategorie:Bauwerk in Biederitz Kategorie:Kulturdenkmal in Biederitz Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Jerichower Land Kategorie:Rokokobauwerk in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut in den 1760er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1770er Jahren Konigsborn