Guteborn (sorbisch WudworDie Statistik der Lausitzer Sorben (1886), Sorbisches Institut e. V., abgerufen am 26. April 2023) ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden des Landes Brandenburg und Teil des Amtes Ruhland.

Geografie Die Gemeinde befindet sich in der Oberlausitz und ist ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehört der Wohnplatz Sorgenteich.Gemeinde Guteborn. Serviceportal Brandenburg, abgerufen am 24. Juli 2024.

Geschichte mini|links|Guteborn in einer Karte aus dem Jahr 1757 Der Ortsname Guteborn wird auf die Bezeichnung eines idyllisch gelegenen Weihers zurückgeführt, der von einer unsichtbaren Quelle (Born) gespeist wird.

Der Ort, ein typisches Straßenangerdorf, wurde im Jahre 1349 das erste Mal schriftlich erwähnt. Zunächst gehörte der Ort zur Standesherrschaft Ruhland. Nach deren Zerfall bildete sich in Guteborn ein Erbrittergut heraus. Im Jahr 1575 wurde erstmals ein Schloss erwähnt. Dieses wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer den Ort prägenden Schlossanlage mit einem Park ausgebaut. Am 13. November 1918 dankte auf Schloss Guteborn König Friedrich August III. von Sachsen ab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss nicht zuletzt aus ideologischen Gründen beseitigt. Die Stallgebäude des Schlosses wurden fortan von einer LPG genutzt. Trotz des Abrisses blieben einige bauliche und landschaftliche Reste der Schlossanlage, wie Schmiede, Ställe, Kapelle und Teiche, erhalten.

Guteborn gehörte seit 1816 zum Kreis Hoyerswerda in der preußischen Provinz Schlesien. Da der Landkreis westlich der Oder-Neiße-Linie lag, wurde er 1945 Teil der sowjetischen Besatzungszone und in das Land Sachsen eingegliedert. Im Jahr 1952 kam Guteborn zum neugegründeten Kreis Senftenberg im DDR-Bezirk Cottbus (1990–1993 im Land Brandenburg). Seit der Kreisreform 1993 liegt die Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Am 19. Mai 1974 wurde Guteborn nach Schwarzbach eingemeindet. Am 6. Mai 1990 wurde der Ort wieder zu einer selbstständigen Gemeinde.Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7. Am 13. März 2012 wurde der Wohnplatz Sorgenteich aus der Stadt Ruhland nach Guteborn umgegliedert.Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen am 17. Juni 2020.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 300 1890 350 1910 400 1925 507 1933 573 1939 617 Jahr Einwohner 1946 679 1950 747 1964 797 1971 784 1981 664 1985 668 Jahr Einwohner 1990 673 1995 662 2000 666 2005 624 2010 580 2015 542 Jahr Einwohner 2020 541 2021 519 2022 532 2023 530 2024 528 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Guteborn besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 70,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Wählergemeinschaft Guteborn 100 % 8

Bürgermeister 1998–2019: Detlef Ritter (Einzelbewerber), aufgerufen am 15. April 2019 seit 2019: Ralf Pavlik (Wählergemeinschaft Guteborn)

Pavlik wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidaten mit 86,1 % der Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024

Sehenswürdigkeiten und Kultur Denkmale In der Liste der Baudenkmale in Guteborn und in der Liste der Bodendenkmale in Guteborn stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler. An das 1948Torsten Richter (trt1): Guteborner spazieren in ihre Vergangenheit in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senstenberg, 29. September 2014, abgerufen am 10. Mai 2018 gesprengte Schloss erinnern die Schlosskapelle, der Schlossteich und Reste des Schlossparks sowie der jetzige Landschaftspark.

Auf dem Dorfanger stehen ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, ein Bismarckstein aus dem Jahr 1915 sowie ein Brunnen.

Geschützte Natur Die Liste der Naturdenkmale in Guteborn erfasst die besonders geschützten Einzelobjekte. Erwähnenswert sind auch der namensgebende „Gute Born“ östlich und eine weitere Quelle („Kühler Born“) südlich des Schlossteichs sowie den Ort umgebende Schutzgebiete.

Regelmäßige Veranstaltungen Kinder- und Fischerfest jährlich am Sonnabend und Sonntag zu Pfingsten am Schlossteich, ausgerichtet vom Verein Angel und Freizeit 1985 Guteborn(red/cw): Guteborn feiert am Schlossteich das 18. Kinder- und Fischerfest in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 10. Juni 2011; abgerufen am 30. September 2017(red/mf): Termine: Fischerfest: Zum 23. Kinder- und Fischerfest lädt Guteborn am Sonnabend und Sonntag an den Schlossteich ein in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 13. Mai 2016; abgerufen am 30. September 2017 Diavorträge zur Geschichte(red.): Vortrag: Das Leben in der Herrschaft Guteborn Guteborn. Zu einem Vortrag zur Geschichte und zum Schloss von Guteborn lädt am heutigen Sonnabend die Quellengemeinschaft des Ortes ein in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 26. September 2009; abgerufen am 27. Mai 2017 und geführte WanderungenAnnett Pavlik: Auf dem Drahtesel durch die Guteborner Flur in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 19. Oktober 2007; abgerufen am 30. September 2017Torsten Richter(trt1): Glassand stehlen lohnt sich nicht in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 21. September 2011; abgerufen am 30. September 2017(red/br): Termine: Eine geführte Radwanderung mit Klaus Gruszynski vom Naturschutzbund Senftenberg beginnt morgen um 9 Uhr an der Kaupe in Guteborn in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 20. Mai 2016; abgerufen am 30. September 2017 organisiert der Verein Quellengemeinschaft Guteborn (landläufig auch Quellenverein genannt). Kinder- und Heimatfest im Juli am Schlossteich mit einem Märchen-Theaterspiel, ebenfalls ausgerichtet von der Quellengemeinschaft Guteborn(red/br): In Guteborn beginnt heute das Kinder- und Heimatfest in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 1. Juli 2016; abgerufen am 30. September 2017 am letzten Juli-Wochenende ein Fußballfest oder Sportfest, ausgerichtet vom FSV 1920 GutebornFSV 1920 Guteborn: Vergangene Veranstaltungen Termine auf der Internet-Seite des FSV 1920 Guteborn, abgerufen am 3. Oktober 2017

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Guteborn liegt an der Landesstraße L 27 zwischen Ruhland und Grünewald. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Ruhland an der A 13 Berlin–Dresden. Im nahe gelegenen Schwarzheide befindet sich ein Verkehrslandeflugplatz der Kategorie II.

Bildung Im Jahre 1906 wurde in Guteborn in der Ortsmitte eine Schule gebaut. Das Gebäude war ein Backsteinbau. Im Jahr 1958 wurde ein sogenanntes Schulkombinat gemeinsam mit Schwarzbach, Hermsdorf und Lipsa gebildet und bis zum Jahr 1967 am Ortsrand ein neues Schulgebäude errichtet, das den Namen des sowjetischen Kosmonauten German Titow erhielt. Diese Polytechnische Oberschule wurde 1990 nach der politischen Wende zu einer Gesamtschule. Aufgrund des Rückgangs der Schülerzahl wurde die Gesamtschule im Jahre 1992 in eine Grundschule umgewandelt, die noch heute existiert. Das Schulgebäude wurde von 2006 bis 2008 für etwa eine Million Euro durch das Amt Ruhland saniert, dabei wurde das Gebäude um einen Anbau erweitert.Drei tolle Tage zum Schulgeburtstag. In: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 4. September 2008Guteborner Schuljubiläum ist nachträglich. In: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 6. September 2008

Persönlichkeiten Robert Immanuel Berger (1805–1884), evangelischer Pfarrer und Schriftsteller, 1831 bis 1837 Kapellprediger für GutebornOberpf. Dahlmann: Aus dem Jahrbuch der Gemeinde Ruhland f. 1906, Bl. 3 (Liste der Archidiakonen und Subdiakonen, die zugleich Kapellenprediger in Guteborn waren) Gabriele Meinel (* 1956), Mittel- und Langstreckenläuferin, in Guteborn geboren Gabriele Theiss (* 1959), Politikerin (SPD), Abgeordnete im Landtag Brandenburg, in Guteborn geboren Hartmut Handschak (* 1961), Politiker (parteilos), Landrat des Saalekreises, in Guteborn geboren Steffen Ziegert (* 1963), Heimatforscher, lebte in GutebornVortrag. Das Leben in der Herrschaft Guteborn. In: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 26. September 2009Torsten Richter: Vorträge und Exkursionen in Ortrands Heimatverein. In: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 15. Januar 2011Steffen Ziegert: Familie Schönburg-Waldenburg – die Herrschaft von Guteborn, Selbstverlag

Literatur Kluge: Guteborn. in: Scholz: Heimatbuch des Kreises Hoyerswerda. Verlag Ziehlke, Bad Liebenwerda 1925, S. 266–270 (Digitalisat)

Einzelnachweise

Weblinks

Gemeinde Guteborn beim Amt Ruhland

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