In diesem Artikel werden wichtige Begriffe aus den sieben Bänden der Harry-Potter-Romanreihe von Joanne K. Rowling beschrieben.

Neben den in der deutschen Ausgabe gebrauchten Bezeichnungen wird in Klammern nachgestellt der Ausdruck angegeben, wie er in der englischsprachigen Originalausgabe der Romane für den jeweils beschriebenen Begriff verwendet wird. Fehlt diese Angabe, so ist die Benennung in beiden Ausgaben gleich.

Außer diesem Artikel gibt es vier weitere, in denen Elemente der Harry-Potter-Welt näher beschrieben werden: Figuren der Harry-Potter-Romane Handlungsorte der Harry-Potter-Romane Tiere der Harry-Potter-Romane Liste der Zaubersprüche und Flüche der Harry-Potter-Romane

Menschen Zauberer und Hexen Zauberer (wizards) und Hexen (witches) bewohnen in den Harry-Potter-Romanen seit Jahrhunderten die gleiche Welt wie die nichtmagischen Menschen, die sogenannten Muggel. Viele Zauberer und Hexen zeigen eine große Unkenntnis über die Muggelwelt. Dies ist gelegentlich sogar der Fall, wenn sie in der Nachbarschaft von Muggeln wohnen. So können viele mit dem Geld und den Gerätschaften der Muggel nicht umgehen. Manche halten es für unglaublich, wie die Menschheit ohne Zauberei auskommen kann, und führen Erfindungen wie die Elektrizität auf die Hilflosigkeit der Menschen zurück. Des Weiteren tragen Zauberer und Hexen, die nicht in Gesellschaft von Muggeln aufwuchsen, oft abenteuerliche Kombinationen verschiedenster Muggelkleidung, wenn sie sich in der Muggelwelt bewegen. Normalerweise tragen sie Umhänge, oft in schrillen Farben, und nicht selten den klischeehaft anmutenden Hexenhut.

Reinblut Als Reinblut (Pureblood) wird ein Zauberer bezeichnet, der ausschließlich Zauberer und Hexen als Vorfahren hat. Viele Mitglieder der Zauberergemeinschaft, die sich selbst als Reinblüter bezeichnen, haben rassistische Ansichten gegenüber ganz oder teilweise muggelstämmigen Zauberern und Hexen. Manche der reinblütigen Familien bezeichnen z. B. die Weasleys als Blutsverräter, da die Familie keinen Standesdünkel aufweist und muggelfreundlich ist. Diese Ansichten sind besonders bei den Anhängern Lord Voldemorts und den Mitgliedern des Hauses Slytherin verbreitet. Sie betrachten muggelstämmige Zauberer als minderwertig und sind überzeugt, dass diese nicht an Zauberschulen wie Hogwarts unterrichtet werden sollten. Im sechsten Band stellt sich heraus, dass es nur wenige echte Reinblüter gibt. Die Anhänger von Lord Voldemort, dem mächtigsten schwarzen Zauberer seiner Zeit, wissen (wahrscheinlich) nicht, dass dieser selbst kein Reinblut ist, und empfinden die Aussagen, die diesen Umstand erläutern, als infame Verleumdung. In vielen „reinblütigen“ Familien herrscht Inzucht. So sind fast alle alten Zaubererfamilien miteinander verwandt, zum Beispiel die Familien Black, Malfoy und Weasley.

Halbblut Als Halbblut (half-blood) wird ein Zauberer bezeichnet, von dem mindestens ein Vorfahre ein Muggel, ein muggelstämmiger Zauberer oder eine muggelstämmige Hexe ist, während der Zauberer aber auch mit Zauberern und Hexen verwandt ist. Dies trifft z. B. für Severus Snape, Lord Voldemort und Harry Potter zu.

Schlammblut Schlammblut (Mudblood) ist eine sehr beleidigende und herabwürdigende Bezeichnung für magische Menschen, deren beide Elternteile Muggel sind. Auf Hermine Granger und Lily Potter trifft dies zu, Draco Malfoy und andere Slytherins beschimpfen sie dementsprechend. Das Durmstrang-Institut nimmt keine Hexen oder Zauberer auf, die es als Schlammblut betrachtet. Die politisch korrekten Bezeichnungen eines Schlammblütigen sind „Muggelgeborener“ und „Muggelstämmiger“.

Animagus Ein Animagus (Pl. Animagi) ist ein Magier, der sich nach Belieben in ein bestimmtes Tier und wieder zurückverwandeln kann. Dazu benötigt er keinen Zauberstab. Um zum Animagus zu werden, muss ein Magier eine lange Prozedur durchlaufen. Schließlich wird er vom Zaubereiministerium geprüft und registriert. Es gibt aber auch nicht registrierte Animagi. Ein Animagus kann seine Gestalt immer nur in ein und dasselbe Tier wandeln. Die Tiergestalt ist von der Persönlichkeit des Magiers abhängig und kann nicht frei gewählt werden.

Die letzte Aussage gilt allerdings nicht uneingeschränkt. Von Sirius Black ist die Aussage bekannt, dass er und James Potter ihre Tiergestalten auch aufgrund der Überlegung entwickelt hätten, dass diese Gestalten groß genug sein mussten, um den Werwolf Remus Lupin erforderlichenfalls kontrollieren und abdrängen oder anderweitig bekämpfen zu können.

Bekannte Animagi und ihre Tiergestalten sind Sirius Black (Hund), Peter Pettigrew (Ratte), James Potter (Hirsch), Rita Kimmkorn (Käfer) und Minerva McGonagall (Katze). Letztere ist der einzige bekannte, registrierte Animagus. Alle anderen haben sich nicht als Animagus registrieren lassen.

Auror Ein Auror (Pl. Auroren) ist ein Zauberer, der die dunklen Künste im Auftrag des Zaubereiministeriums bekämpft. Um diesen Beruf zu ergreifen, benötigt ein Zauberer einen sehr guten Hogwarts-Abschluss. Ein Anwärter benötigt mindestens fünf UTZ mit der Note „Erwartungen übertroffen“ in den Fächern Verteidigung gegen die dunklen Künste, Verwandlung, Zauberkunst, Zaubertränke sowie einem beliebigen weiteren Fach. Nach dem Schulabschluss folgt eine dreijährige Ausbildung auf der Aurorenschule. Dort wird man unter anderem in Fächern wie Tarnung und Maskierung, Verwandlung, Zaubertrankkunde und Verheimlichen und Aufspüren unterrichtet.

Bekannte Auroren sind Nymphadora Tonks, Kingsley Shacklebolt John Dawlish. Bekannte Auroren außer Dienst sind Alice und Frank Longbottom, Alastor „Mad-Eye“ Moody und Rufus Scrimgeour.

Auch Harry Potter hat Interesse bekundet, nach seinem Schulabschluss Auror zu werden. Nach J. K. Rowlings Aussage zu den ungeklärten Fragen im 7. Band wurde Potter später Chef des Aurorenbüros.

Metamorphmagus Ein Metamorphmagus (Pl. Metamorphmagi) ist ein Zauberer, der sein Aussehen willentlich und ohne weitere Hilfsmittel verändern kann. Diese Fähigkeit ist angeboren und kann nicht erlernt werden.

Eine solche ist Nymphadora Tonks, eine Aurorin aus dem Zaubereiministerium und Mitglied des Ordens des Phönix. Sie verändert gern ihre Frisur, lässt sich zum Spaß schreckliche Nasen wachsen und tritt zur Tarnung zwischenzeitlich auch als nette alte Dame auf. Ihr Sohn Teddy, der kurz nach der Geburt mehrmals die Haarfarbe wechselt, hat die Fähigkeiten seiner Mutter geerbt.

Erlebt ein Metamorphmagus einen schweren Schock oder empfindet starke Trauer oder großen Kummer, kann er sich eine Zeit lang nicht verwandeln.

Parselmund Ein Parselmund (Parselmouth) beherrscht die Schlangensprache Parsel (Parseltongue). Diese Fähigkeit ist extrem selten und angeboren. Die Mehrheit der Zaubererschaft fürchtet sie, da die meisten Parselmünder Schwarzmagier waren.

Schon bevor Harry Potter von der Welt der Zauberer erfährt, kommuniziert er bei einem Zoo-Ausflug mit einer Schlange. Jedoch wird ihm die Fähigkeit, mit Schlangen richtiggehend zu sprechen, erst später bewusst. Er erlangte diese Fähigkeit durch die Verbindung, die zwischen ihm und Voldemort bei dessen Mordversuch entstand. Nachdem im siebten Band der Horkrux in Harry zerstört wird, erlischt die Verbindung und die Fähigkeit, Parsel zu sprechen.

Bekannte Parselmünder sind Harry Potter, Lord Voldemort, Salazar Slytherin und die Mitglieder der Familie Gaunt. Weniger bekannt ist Herpo der Üble, der erste bekannte Züchter eines Basilisken. Im siebten Buch gelingt es Ron Weasley, Harrys Zischlaute zu imitieren und die Kammer des Schreckens zu öffnen. Durch die dort geholten Basiliskenzähne kann Hermine den vierten Horkrux, den Becher von Helga Hufflepuff, vernichten.

Squib Ein Squib ist eine Person, die einer Zaubererfamilie entstammt, aber keine magischen Fähigkeiten besitzt. Squibs werden von einigen reinblütigen Zauberern als nicht würdig angesehen, in der magischen Welt zu leben. Daher werden sie meist auf nichtmagische Schulen geschickt, um sie in die Muggel-Gesellschaft zu integrieren. Die schlechte Stellung von Squibs in der Zaubererwelt erkennt man auch an Pseudo-Kursen, mit denen angeblich Zauberei erlernt werden kann.

Neville Longbottoms Familie war lange in Sorge, dass er ein Squib sei. Sie hatten ihn deshalb immer wieder provoziert, bis er endlich magische Begabung zeigte und nach einem Fenstersturz (sein Onkel hielt ihn an den Füßen aus dem Fenster und ließ versehentlich los) wie ein Ball umher hüpfte. Genau wie Muggel können Squibs Dementoren nicht sehen.JKR über Squibs

Bekannte Squibs sind Argus Filch und Arabella Figg.

Muggel

Ein Muggel (Muggle) ist ein Mensch ohne magische Begabung, der nicht in der Welt der Zauberer und Hexen geboren wurde. Ein Muggel kann viele magische Lebewesen, zum Beispiel Dementoren, nicht sehen. Muggel werden in allen Büchern als besonders hilflos und benachteiligt dargestellt, ihre Technik als lächerlicher Ersatz für Magie, die aber gleichwohl von einigen Magiern bewundert wird.

Die Harry-Potter-Romane popularisierten das bereits vorher bestehende englische Wort Muggle. J. K. Rowling erklärte, ihre Verwendung sei von mug abgeleitet. Mug bezeichnet jemanden, der sich leicht „übers Ohr hauen“ lässt. Rowling fügte die Endung le als Verniedlichung an, um das Wort weniger erniedrigend erscheinen zu lassen. Mit der Bedeutung „jemand, der in etwas nicht eingeweiht ist“ hat Muggel Eingang in die deutsche Sprache gefunden.

Inferius Ein Inferius (Pl. Inferi; lat. inferi „Bewohner der Unterwelt“) ist der Körper eines toten Menschen, der sich durch den Zauber eines bösen Magiers bewegt und dessen Befehle ausführt. Die Beschreibung der Inferi ähnelt der eines Zombie. Lord Voldemort setzt Inferi ein, um Terror zu verbreiten und um ihm wichtige Gegenstände zu bewachen. So bewachen Inferi den „falschen“ Horkrux (6. Band, Slytherins Medaillon). Inferi können mit Feuer vertrieben werden. Die korrekte lateinische Form wäre übrigens „Inferus“. „Inferius“ ist ein Komparativ und würde heißen: „schlechter als, unterlegen, minderwertig“.

Maledictus Ein Maledictus (von lat. „male“ = schlecht, „dictus“ = gesprochen, quasi „verflucht“) ist eine Person, auf der ein Blutfluch liegt: Die Person kann sich in ein Tier verwandeln, nach einigen Jahren allerdings verbleibt sie in der Tiergestalt, auf immer unfähig, sich wieder in einen Menschen zu verwandeln. Bekanntestes Beispiel ist die Schlange Nagini.

Magische Wesen Zahlreiche Magische Wesen, wie Zentauren, Kobolde, Hauselfen, Riesenspinnen, Riesen, Thestrale, Einhörner, Greife, Drachen, Wassermenschen und Basilisken, bevölkern die Welt Harry Potters. Die wichtigsten werden in den beiden Hauptartikeln Figuren der Harry-Potter-Romane: Nichtmenschliche Wesen und Tiere der Harry-Potter-Romane behandelt.

Pflanzen Neben realen Pflanzen spielen einige Pflanzen mit magischen Eigenschaften eine wichtige Rolle in der Welt von Harry Potter.

Alraune Die Alraune (Mandrake) wird auch Mandragora genannt. Sie ist oberirdisch eine büschelige, unscheinbare Pflanze, die grün und etwas purpurrot aussieht. Wenn man sie aus dem Boden zieht, offenbart sich anstatt der Wurzeln die Gestalt eines schreienden, hässlichen, fleckig-hellgrünen Babys. Das Geschrei ausgewachsener Alraunen ist für Menschen tödlich und führt bereits bei kleineren Exemplaren zur Bewusstlosigkeit.

Im ausgewachsenen Zustand kann aus gehäckselten Alraunen ein starkes Gegengift gewonnen werden, welches Flüche oder Verwandlungen von Personen rückgängig machen kann.

Im zweiten Band versteinert der Basilisk aus der Kammer des Schreckens einige Schüler, den Fast Kopflosen Nick und Mrs. Norris, die Katze des Hausmeisters, die dann durch den Alraunentrank wiederbelebt werden.

Alraunen wurden nicht von J. K. Rowling erfunden und ihre Wurzeln zeigen manchmal tatsächlich menschenartige Gestalten. Sie gelten seit der Antike als Zauber- und Heilmittel.

Peitschende Weide