Ich steh mit einem Fuß im Grabe (BWV 156) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte das Werk in Leipzig für den 3. Sonntag nach Epiphanias und führte es erstmals am 23. Januar 1729 auf.Cantata BWV 156 Bach Choir of Bethlehem Die Kantate ist bekannt für ihre einleitende Sinfonia mit Solo-Oboe.
Text Ich steh mit einem Fuß im Grabe war Bachs vierte und letzte Kantate für den dritten Sonntag nach Epiphanias. Die vorgeschriebenen Schriftlesungen für diesen Sonntag wurden aus dem Römerbrief (Regeln für das Leben, Römer ) und aus dem Evangelium nach Matthäus (Heilung eines Aussätzigen, Mt ) entnommen.
Der Librettist war Christian Friedrich Henrici (genannt Picander). Er brachte zwei Strophen aus älteren Chorälen ein: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt von Johann Hermann Schein (1628) und Herr, wie du willt, so schicks mit mir von Kaspar Bienemann (1582).
Besetzung und Aufbau Das Werk ist für drei Solisten (Alt, Tenor und Bass), einen vierstimmigen Chor, eine Oboe, zwei Violinen, eine Bratsche und den Generalbass geschrieben.
Die Kantate hat sechs Sätze: Sinfonia Choral (Sopran) und Arie (Tenor): Ich steh mit einem Fuß im Grabe Rezitativ (Bass): Mein Angst und Not Arie (Alt): Herr, was du willt, soll mir gefallen Rezitativ (Bass): Und willst du, dass ich nicht kranken soll Choral: Herr, wie du willt, so schicks mit mir
Musik Die Sinfonia in F-Dur ist mit Oboe, Streichinstrumenten und Generalbass besetzt. Sie stammt wahrscheinlich aus einem früheren Oboenkonzert und wurde später in Bachs Cembalokonzert BWV 1056 als mittlerer Satz adaptiert. Im Vergleich zu der späteren Version für Cembalo und Orchester ist die Melodie klar, unkompliziert und harmonisch auf die Vorbereitung des zweiten Satzes ausgelegt.Julian Mincham, , jsbachcantatas.com (englisch)
Der zweite Satz kombiniert eine Tenor-Arie mit einigen Sequenzen und einen Sopran-Choral mit obligaten Streichinstrumenten. Ungewöhnlich ist der Beginn mit einer synkopierten Generalbass-Linie unter Unisono-Streichinstrumenten. Der Satz enthält und harmonische Kontraste.
Beide Bass-Rezitative sind als Secco-Rezitativ in Moll-Tonart verfasst. Der erste und der dritte Satz der Kantate sind durch eine abrupt unterbrochene Melodielinie und ein abschließendes Arioso gekennzeichnet. Der zweite und der fünfte Satz sind vergleichsweise „heller in Stimmung und Geist“. Es nimmt die Melodie der Choralfassung vorweg.
Die Altarie wird von Oboe und Violine in Terz und Sexten begleitet. Der Satz enthält mehrere Beispiele für Wortmalerei. Formal handelt es sich bei dem Satz um eine veränderte Da-capo-Arie.
Der letzte Satz ist eine vierteilige Fassung des Chors in C-Dur. Die Phrasenlängen werden variiert, was einen Eindruck der „Zeitlosigkeit“ im Angesicht des Todes vermittelt.
Aufnahmen American Bach Soloists / Jeffrey Thomas. J. S. Bach: Cantatas Volume II. Koch International Classics, 1992 Amsterdam Baroque Orchestra & Choir / Ton Koopman. J. S. Bach: Complete Cantatas Vol. 20. Antoine Marchand, 2003 Bach Collegium Japan / Masaaki Suzuki. J. S. Bach: Cantatas Vol. 49. BIS, 2010 Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart / Bach-Collegium Stuttgart, Helmuth Rilling. Die Bach Kantate. Hänssler Verlag, 1973 Holland Boys Choir / Netherlands Bach Collegium, Pieter Jan Leusink. Bach Edition Vol. 11. Brilliant Classics, 1999 Monteverdi Choir / English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner. J. S. Bach: Cantatas for the 3rd Sunday of Epiphany. Archiv Produktion, 2000. Tölzer Knabenchor / Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt. Harnoncourt Edition. TELDEC LC 0370.
Weblinks Text, Aufbau und Besetzung auf der persönlichen Homepage von Walter F. Bischof bei der University of Alberta
BWV 156 bei Bach digital
Einzelnachweise
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