Freund August Julius Geißler;Manfred H. Grieb (Hrsg.): Geißler, Freund August Julius. In: Nürnberger Künstlerlexikon. Bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte, Sammler, Kulturschaffende und Mäzene vom 12. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Band 1: A–G, K. G. Saur Verlag, München 2007, ISBN 978-3-598-11763-3 (für alle Bände), S. 459; (auch Freund August Julius GeislerGeisler, Freund August Julius. In: Hamburgisches Künstler-Lexikon. S. 84 () und Julius L. Geissler;Alheidis von Rohr: Malerisch-idealisiert. Stadtansichten Hannovers vom 16. Jahrhundert bis 2000. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung (= Schriften des Historischen Museums Hannover Heft Nr. 17) Hannover 2000, ISBN 3-910073-18-2, S. 114 * 30. April 1822 in Göttingen; † 10. Oktober 1904 in Hannover) war ein Lithograf und Fotograf.
Leben Julius Geißler wurde während der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover zur Zeit des Königreichs Hannover geboren als Sohn des in Göttingen tätigen Mineralogen August Geißler aus Leipzig, einem Bruder des Kupferstechers Christian Gottfried Heinrich Geißler. Julius war der jüngere Bruder des Malers, Grafikers und Schriftstellers Robert Geißler. Großvater mütterlicherseits war der ebenfalls in Göttingen tätige Maler und Universitätskupferstecher Heinrich Schwenterley.
mini|Moritz Leopold Petri Bleistiftzeichnung Geißlers, um 1850; Lippische Landesbibliothek mini|Mitglieder des Germania Ruder-Club (GRC), Lithografie um 1855
Geißler lernte anfangs bei Heinrich Grape, dann bei Adolf Ehrhardt in Dresden. In der Folge unternahm er mehrere Studienreisen und ließ sich 1850 in Hamburg nieder,Gemäß Eintrag im Personenverzeichnis des Hamburger Adressbuches von 1851 wo er als vielbeschäftigter Bildnismaler tätig wurde. Dort malte er vornehmlich Miniaturen und Aquarelle, seltener Kreidezeichnungen, zumeist im Profil, Stücke, die vielfach nachgefragt wurden. Dabei entwickelte er wohl weniger einen ausgeprägten künstlerischen Ehrgeiz, sondern produzierte vor allem für den Massenbedarf. Die hohe Nachfrage nach seinen treffend ähnlichen Porträts resultierte auch aus Geißlers Angeboten von seinerzeit einem preußischen Thaler pro Stück.
1855 eröffnete Geißler in Hamburg ein fotografisches Atelier.Wilhelm Weimar: Die Daguerreotypie in Hamburg 1839–1860. S. 41. Er wurde Mitglied des Hamburger Künstlervereins.
Er schuf Lithografien nach seinen Aufnahmen, so beispielsweise 1859 vom Festzug der Schillerfeiern anlässlich des 100. Geburtstages von Friedrich Schiller.Wilhelm Weimar: Die Daguerreotypie in Hamburg 1839–1860. S. 59.
mini|links|„Auf der Bleichenbrücke. Nach der Natur gezeichnet von Julius Geißler“; Die Gartenlaube, 1862
Ab etwa 1861 wirkte Geißler einige Jahre in Nürnberg, wo er zeitweilig mit seinem Bruder Rudolf Geißler zusammenarbeitete. Die Gebrüder schufen beispielsweise die Lithografie Sänger-Festzug in Nürnberg am 22.7.1861.
Später leitete er für „längere Zeit“ die Litographische Kunstanstalt J. G. Bach in Leipzig. Anfang 1871 erhielt er Prokura.J. G. Bach. In: Geschäftliche Einrichtungen, Veränderungen u.s.w. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 38. Jg., 1. Bd. (Monat Januar bis Juni 1871), Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig (o. J.), S. 160, ()
Nachdem er eine Weile in der Stadt Stolberg im Südharz gelebt hatte, zog Julius Geißler schließlich nach Hannover, wo er am 10. Oktober 1904 verstarb.
Werke Geißlers finden sich beispielsweise im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und weiteren Museen der Stadt Nürnberg (MSTN), insbesondere Holzschnitte und Lithografien aus der Zeit von 1865 bis etwa 1869.
Literatur Neben Notizen des Hamburger Staatsarchivs sowie der Neffen des Künstlers, Wilhelm und Paul Geißler, sowie von C. G. Heise finden sich folgende Druckwerke: Geisler, Freund August Julius. In: Hamburgisches Künstler-Lexikon. Bearbeitet von einem Ausschusse des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. 1, Hoffmann und Campe, Hamburg 1854, S. 84 (Digitalisat) Ernst Zimmermann: Geschichte der Lithographie in Hamburg. Festschrift zur Säkular-Feier der Erfindung der Lithographie in Hamburg, Juli 1896, hrsg. vom Ausschuss für die Ausstellung und Festschrift, und in dessen Auftrage verfasst ..., Hamburg: Lütcke & Wulff; 1896, S. 54 Geisler, Freund August Julius. In: Ernst Rump: Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung, Otto Bröcker & Co., Hamburg 1912, S. 43–44, () Maike Bruhns: Geissler, (Freund August) Julius. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. Hrsg.: Familie Rump. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump. Ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 143
Wilhelm Weimar: Die Daguerreotypie in Hamburg. In: Jahrbuch der hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten, Band XXXII (1914), Beiheft 1 (1915), S. 41, 59 () Künstlerischer Nachlass der Illustratorenfamilie Geißler aus dem Besitz Marie Berg (= Auktionskatalog 23 Heilbron, Berlin 25. 2. 1913), Nrn. 26–28, 49, 185, () Katalog zur Ausstellung deutscher Kunst des 19. Jahrhunderts, Leipzig, November–Dezember 1915 Katalog zur Ausstellung Bildnisminiaturen, Hannover 1918
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hofmaler Kategorie:Zeichner (Deutschland) Kategorie:Porträtmaler Kategorie:Lithograf (Deutschland) Kategorie:Holzschneider (Deutschland) Kategorie:Maler (Hamburg) Kategorie:Fotograf (Hamburg) Kategorie:Fotograf (19. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (Hannover) Kategorie:Dokumentarfotograf Kategorie:Person (Landkreis Göttingen) Kategorie:Maler (Hannover) Kategorie:Person (Lippe) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1822 Kategorie:Gestorben 1904 Kategorie:Mann