Langenbruckermühle (fränkisch: Di Langbrugga Mül bzw. Die LongbriggnerD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 188. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „di låŋbrugɒ mül“ bzw. „die longbriggner“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Uttenreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Langenbruckermühle liegt in der Gemarkung Weiher.
Lage Die Mühle liegt an der Schwabach. Neben der Einöde gibt es mittlerweile fünf Wohngebäude. Direkt nördlich ist ein Fußballplatz, der zum Jugendclub Leuchtturm gehört. 0,3 km westlich befindet sich die Habernhofermühle. Ein Anliegerweg verläuft zur ERH 33 (0,3 km südwestlich), die zur Staatsstraße 2243 (0,2 km südwestlich) bzw. nach Brand führt (5 km östlich). Im Süden liegt das Waldgebiet Unterer Erlenlach, das Teil der Dormitzer Forst ist.
Geschichte Im Jahr 1369 wurde ein „Fritz Müller von der langen Bruck“ erwähnt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Benannt wurde der Ort nach einer wohl zu dieser Zeit existierenden langgestreckten Brücke über die Schwabach. Der Ort lag im Fraischbezirk der nürnbergischen Hauptmannschaft Uttenreuth. Lehnsherren waren die Herren von Pappenheim. Lehnsmann war Kunz Langenbrucker (1391 bezeugt). Beim Anwesen gab es die „Radwiese“ von vier Tagewerk in der Fläche, die der Nürnberger Patrizier Martin Schürstab beanspruchte, wogegen Hermann Schütz 1395 klagte. 1396 gab Konrad und Haupt Marschalk von Pappenheim ein Tagewerk der Radwiese dem Dominikanerkloster Nürnberg zur Abhaltung von vier Jahrtagen. 1426 erhielt Hermann Zelter dieses Tagewerk vom Dominikanerkloster zu Lehen. 1456 wurde die Radwiese von den Pappenheimern zurückgekauft und dem Kloster Neunkirchen am Brand übereignet. 1432 besaßen Hans Motter von Eibach und Veit Motter von Eschenau das Lehen der Langenbrucker Mühle zur Hälfte. Die andere Hälfte hatten wahrscheinlich Konrad Langenprocker und sein Sohn. Eine Hälfte gelangte an den Nürnberger Bürger Christoph Rothan, der sie 1501 an Georg Haller verkaufte. 1539 war das ganze Lehen in der Hand von Joachim Schütz aus Hagenbach. Bereits 1555 musste er dieses samt sechs Tagewerk Wiesen wegen Überschuldung an Jakob Haller verkaufen. Das Lehen blieb in den Händen der Haller bis zum Ende des Alten Reichs. Zu dieser Zeit verlief durch den Ort die Fraischgrenze: Während sich die Mühle im Gebiet des bambergischen Centamts Neunkirchen befand, lag der Stadel im Gebiet des brandenburg-kulmbachischen Oberamtes Baiersdorf, was zu einigen Streitigkeiten führte. Der Hof hatte Rechte am Sebalder Reichswald (1429 bis 1812 bezeugt).D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 186 ff.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Langenbruckermühle aus einem Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Neunkirchen aus. Grundherr war das bambergische Kastenamt Neunkirchen.I. Bog: Forchheim, S. 66.
Von 1797 bis 1810 unterstand Langenbruckermühle dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Kalchreuth und der 1818 entstandenen Ruralgemeinde Weiher zugeordnet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Langenbruckermühle am 1. Mai 1978 nach Uttenreuth eingemeindet.
1930 wurde die Mühle stillgelegt und 1948 abgerissen. An ihrer Stelle errichtete man eine neue Mühle.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 5 10 12 9 7 6 10 11 12 7 12HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 2 1 1 1 1 2 1 2Quelle
Religion Die Katholiken sind nach Unsere Liebe Frau (Dormitz) gepfarrt, die Lutheraner nach St. Matthäus (Uttenreuth).
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Uttenreuth Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Ersterwähnung 1369 Kategorie:Ort an der Schwabach (Regnitz)