mini|300px|Weiherhammer (2023) mini|300px|Weiherhammer mit Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Weiherhammer (2023) Weiherhammer ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Geografie Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord, der Hauptort knapp 9 km südwestlich von Weiden.

Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Dürnast (Dorf) Geräum (Einöde) Kaltenbrunn (Pfarrdorf) Neumühle (Einöde) Trippach (Dorf) Weiherhammer (Pfarrdorf)

Es gibt die Gemarkungen Kaltenbrunn, Kohlberg, Mallersricht, Röthenbach und Etzenricht.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Weiherhammer war ursprünglich ein Industrieprojekt des frühen 18. Jhs. und gewann seinen zweiten Namensteil von dem Hammerweiher, der vor dem Projekt Beckenweiher hieß. Hammer ist ein altes Wort für ein Hammerwerk. Man errichtete 1717 auf Geheiß der Herzoglichen Räte „zwischen Mandel und Ezersried unweith des Beckhenweyers einen Hochofen“. Man nannte ihn zuerst „der neue Hochofen bei Mandl“, bald darauf folgte „der Weyherhammer“.

Für die Siedlung war im 18. Jh. auch die Bezeichnung Weihersdorf/Weierdorf üblich.

Beckendorf, das heutige Weiherhammer, gehörte zum wittelsbachischen Herzogtum Neuburg-Sulzbach und dessen Gericht Weiden; seit 1777 war das Gebiet Teil des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Etzenricht, der Beckendorf eingegliedert wurde.

Ortsname Im Jahr 1934 wurde Beckendorf nach dem seit 1717 am Ort ansässigen Hüttenwerk in Weiherhammer umbenannt und erhielt am 1. Februar 1952 die kommunale Selbständigkeit.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 der Markt Kaltenbrunn eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Dürnast und Trippach der aufgelösten Gemeinde Mallersricht hinzu.

Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 3112 3406 3655 4034 4081 4199 4021 3818 3851 3846 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3773 auf 3812 um 39 Einwohner bzw. um 1 % der Einwohnerzahl.

Politik Gemeinderat Die Kommunalwahl im März 2026 ergab folgende Sitzverteilung: CSU: 9 Sitze SPD: 4 Sitze AfD: 3 Sitze

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit Mai 2026 Julian Kraus (CSU).

Zweite Bürgermeisterin: Silke Bauer (CSU)

Dritter Bürgermeister: Rainer Vater (SPD)

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler

Natur In der Gemeinde liegt das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Weiherhammer.

Sport TSG Mantel-Weiherhammer e. V. Schützengesellschaft Tell Trippach e. V. Scheibenschützengesellschaft Weiherhammer und Umgebung e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur Weiherhammer ist ein alter Industriestandort.

BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH Die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH ist ein Hersteller von Wellpappenanlagen (eng. Corrugator) mit Hauptsitz in Weiherhammer. BHS Corrugated beschäftigt über 2.500 Mitarbeiter in mehr als 20 Ländern.

Flachglaswerk Weiherhammer Das Werk wurde 1979 von der Flachglas AG in Betrieb genommen, diese wurde 1980 von Pilkington übernommen, diese wiederum wurde 2006 durch Nippon Sheet Glass (NSG) übernommenhttps://www.onetz.de/oberpfalz/weiherhammer/wirtschaftliche-erbe-detag-steckt-sogar-reichstagskuppel-id4644734.html. Es ist eines der größten Flachglaswerke in Deutschland mit Stand 2011 einer Tagesproduktion von 1600 Tonnen und einem Personalstand von 560 Personen.Bayerische Staatszeitung: Die Oberpfalz ist Zukunft vom 18. November 2011

Verkehr Der Bahnhof Weiherhammer liegt an der Bahnstrecke Neukirchen–Weiden. Es verkehren Regional-Express-Züge der Relation Nürnberg Hbf–Bahnhof Neustadt (Waldnaab).

Bildung 1999 gab es folgende Einrichtungen: Kindergärten: 150 Kindergartenplätze mit 136 Kindern Volksschulen: eine mit 23 Lehrern und 367 Schülern

Persönlichkeiten

Hermann Sickenberger (1851–1923), Pädagoge und Bayerischer Landtagsabgeordneter, ab 1912 katholischer Priester Therese Tesdorpf-Sickenberger (1853–1926), Erzieherin und Schriftstellerin Carl Hocheder (1854–1917), Architekt Franz Bock (1905–1974), Politiker (NSDAP) und SA-Führer Richard Geisler (1906–1967), Paläontologe und Bergwerksdirektor Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Waldnaab Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)