alt=Aktuelles Logo der Kirchheimbolander Friedenstage|mini|Aktuelles Logo der Kirchheimbolander Friedenstage. 1986, Hermann Hoormann Die Kirchheimbolander Friedenstage sind eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe. Seit 1975 werden in Kirchheimbolanden in Rheinland-Pfalz zwischen 1. November und 10. Dezember Kultur-, Diskussions- und Informationsveranstaltungen zur Friedensthematik angeboten. Außerdem wird alljährlich der Kirchheimbolander Friedenstagepreis an Einzelpersonen, Initiativen oder Organisationen vergeben, die sich in unterschiedlichster Weise für eine friedlichere Welt engagieren.
Entstehung 1975 wurde während des Kalten Kriegs auf Initiative des protestantischen Pfarrers Elmar Funk von der Amnesty International Ortsgruppe 1299 zunächst die „Friedenswoche“ ins Leben gerufen. Mit ausschlaggebend für die Initiierung war das Aufkommen friedenspädagogischer Entwürfe – neben der Verhaltensforschung, der Konfliktforschung und der Aggressionsforschung. Gemeinsamer Nenner war die Grundthese: Frieden ist erlernbar! Von Beginn an wurde das Friedensthema sehr breit angelegt und nicht nur auf die Rüstungsproblematik reduziert.
Inhaltliche Ausrichtung Alljährlich finden ca. 25 Kultur-, Diskussions- und Informationsveranstaltungen statt, die von Kirchen, einer Vielzahl von Verbänden, Gruppierungen und politischen Vereinigungen, darunter auch Schulen und Kindertagesstätten, gestaltet werden. Orientiert an aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen werden dabei Themenschwerpunkte wie z. B. Fairer Handel, Fluchtursachen und -schicksale, Presse- und Meinungsfreiheit, Umweltschutz herausgearbeitet. Eine zentrale Veranstaltung ist alljährlich die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht am 9. November am Standort der ehemaligen Synagoge. Die Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember bildet den Abschluss.
Eine gemeinsame Plattform für die Durchführung der Veranstaltungen wurde bereits 1975 verabschiedet und von den beteiligten Gruppierungen im Jahr 2004 überarbeitet.
Städtepartnerschaft Aus dem Geist der Friedenstage heraus entstanden 1992, kurz nach dem Zusammenbruch der früheren Sowjetunion, enge Kontakte zur russischen Stadt Tschernjachowsk (ehem. Insterburg).https://lokale-friedensarbeit.de/aktuelles/pm-der-arbeitsgemeinschaft-friedensgruppen-rheinland-pfalz-friedenspreis-fuer-einen Vor dem Hintergrund der damaligen deutsch-russischen Geschichte wurde dies als Mut machender Begegnungs- und Aussöhnungsansatz wahrgenommen. Seit 2002 besteht zwischen den beiden Städten eine Städtepartnerschaft.
Kirchheimbolander Friedenstagepreis Eine Betonung der Kirchheimbolander Friedenstage liegt auf dem Zusammenhang von Nachdenken und Handeln. Daher werden ausgewählte Einzelpersonen, Initiativen oder Organisationen im weltweiten Maßstab und auf lokaler Ebene durch Verleihung des Kirchheimbolander Friedenstagepreises finanziell und ideell unterstützt.
Im Rahmen der bisherigen rund 900 Veranstaltungen wurden etwa 200.000 Euro an Spendengeldern zur Dotierung des Friedenstagepreises gesammelt.
Preisträger