Mattheus Uys Krige (* 4. Februar 1910 in Bontebokskloof bei Swellendam; † 10. August 1987 in Onrusrivier; als Pseudonym auch Arnoldus Retief) war ein südafrikanischer Schriftsteller und Übersetzer. Er schrieb auf Afrikaans und Englisch und erhielt mehrere südafrikanische Literaturpreise, darunter zweimal den Hertzogprys.
Leben Krige war das zweite von sechs Kindern des Amtsrichters Jacob Daniel „Japie“ Krige – der auch als Center der Rugby-NationalmannschaftUys Krige bei stellenboschwriters.com (englisch), abgerufen am 20. Dezember 2019 bekannt geworden war – und der Schriftstellerin Susanna Hermina „Sannie“ Krige, geborene Uys. Die Familie wechselte wegen der Arbeit des Vaters innerhalb der Kapprovinz häufig den Wohnort. Uys Krige legte 1927 sein Matric in Stellenbosch ab. Anschließend studierte er an der Universität Stellenbosch und erwarb 1929 einen Bachelor of Law. Er verwarf aber eine Karriere im juristischen Bereich und wurde Reporter bei der Rand Daily Mail. 1931 reiste er für einige Monate nach London. Anschließend lebte er in Frankreich – wo er unter anderem in der Rugby-Mannschaft von ToulonMattheus Uys Krige bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 20. Dezember 2019 eingesetzt wurde – und schließlich in Spanien. In dieser Zeit lernte er Französisch und Spanisch. 1935 kehrte er nach Südafrika zurück, wo er erneut Reporter bei der Rand Daily Mail wurde. Er setzte sich für die republikanische Seite im Spanischen Bürgerkrieg ein und schrieb 1937 das Lied van die Fascistiese Bomwerpers (etwa: „Lied von den faschistischen Bombern“) über die Zerstörung der Stadt Guernica.Hymn of the fascist bombers. discovery.nationalarchives.gov.uk (englisch), abgerufen am 20. Dezember 2019 Dieses Gedicht rief bei weißen Nationalisten und der südafrikanischen römisch-katholischen Kirche Empörung hervor.Jack Cope: The adversary within: dissident writers in Afrikaans. David Philip, Cape Town 1982, S. 33–36. In dieser Zeit wurde Krige zu den Dertigers („Dreißigern“) gezählt, einer innovativen Gruppe von afrikaanssprachigen Schriftstellern.Porträt bei namibiana.de, abgerufen am 20. Dezember 2019 Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Krige mit der Union Defence Force als Berichterstatter in den nordafrikanischen Kriegsgebieten. 1941 wurde er bei Tobruk gefangen genommen und zwei Jahre lang in Italien inhaftiert. Dort lernte er Italienisch. Später konnte er der Gefangenschaft entkommen und nach Südafrika zurückkehren. Unter anderem schrieb er für die Kapstädter Zeitung der United Party, Die Suiderstern.
Nach der Wahl 1948 wandte er sich gegen die Abschaffung des Wahlrechts für Coloureds. Er galt, wie Autoren der Gruppe Sestigers, als Gegner der Apartheid.Mueni wa Muiu: The pitfalls of liberal democracy and late nationalism in South Africa. Springer, Cham 2008, ISBN 9780230617278, S. 113. Auszüge bei books.google.de Er unternahm zahlreiche Reisen nach Europa und konnte mit einem Carnegie-Stipendium in die USA reisen.
Krige schrieb Romane, Kurzgeschichten und Gedichte, zumeist auf Afrikaans, aber auch auf Englisch. Er übersetzte zahlreiche Werke aus dem Spanischen, Französischen und Italienischen ins Afrikaans, vor allem Gedichte.
1937 heiratete er Rachel Alida du Toit, die unter dem Namen Lydia Lindique als Schauspielerin bekannt war. Sie hatten zusammen zwei Kinder. Von 1969 bis zu seinem Tod lebte er in Onrusrivier.
Werke Gedichte 1935: Kentering 1940: Rooidag 1942: Oorlogsgedigte 1949: Hart sonder hawe 1960: Ballade van die groot begeer 1964: Vooraand 1974: Uys Krige; ’n Keur uit sy gedigte
Romane 1940: Die palmboom 1953: The dream and the desert
Reisetagebücher und Briefwechsel 1946: The way out 1948: Sol y sombra (mit Illustrationen von seinem Bruder François) 1951: Ver in die wêreld 1961: Sout van die aarde
Theaterstücke 1938: Magdalena Retief 1940: Die wit muur 1949: Alle paaie gaan na Rome 1951: Die sluipskutter (1962 durch Krige als The sniper ins Englische übersetzt) 1956: Die goue kring
Übersetzungen 1950: Vir die luit en die kitaar – Spaanse en Franse gedigte 1962: Éluard en die surrealisme von Paul Éluard 1963: Yerma von Federico Garcia Lorca 1967: Twaalfde nag von William Shakespeare 1968: Dokter-teen-wil-en-dank von Molière 1969: Spaans-Amerikaanse keuse 1971: Koning Lear von William Shakespeare 1980: Die huis van Bernarda Alba von Federico Garcia Lorca 1980: Pioniers van die wolke von Antoine de Saint-Exupéry (zusammen mit J. G. J. Krige) 1987: Verse van Lorca von Federico Garcia Lorca 1987: Ballades van Villon von Francois Villon 1990: Brasilië sing – portugiesische Gedichte 1991: Spaanse dans – spanische Gedichte 1993: Versions of Prévert’s ‘The song of snails who went to a funeral’ von Jacques Prévert
Werke als Herausgeber 1937: Afrikaanse versameling 1950: ’n Keur uit die verhale van J. van Melle 1960: Poems of Roy Campbell 1968: The Penguin book of South African verse (zusammen mit Jack Cope) 1968: Olive Schreiner: A selection
Auszeichnungen 1974: Hertzogprys für Dichtung für eine Auswahl seiner Gedichte 1985: Hertzogprys für Drama für sein dramatisches Gesamtwerk Ehrendoktorwürden der University of Natal, der Rhodes University und der Universität Stellenbosch
Literatur J. C. Kannemeyer: Die lewe en werk van Uys Krige, Die goue seun. Tafelberg, 2002. J. C. Kannemeyer: Die naamlose muse (Uys Krige opstelle). Protea Boekhuis, 2002.
Weblinks Mattheus Uys Krige bei sahistory.org.za (englisch) Uys Krige bei stellenboschwriters.com (englisch) Porträt bei namibiana.de
Einzelnachweise
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