miniatur|300px|Teunz (2013)

Teunz ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach.

Geographie Geographische Lage Teunz liegt in der Region Oberpfalz-Nord im nordöstlichen Teil des Landkreises Schwandorf, direkt an der B 22 zwischen Weiden und Cham. Das Gebiet der Gemeinde Teunz gehört zur Urlaubsregion Oberviechtacher Land und zum Naturpark Oberpfälzer Wald. Der Ort Teunz liegt . Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Wildenstein beim gleichnamigen Ort mit .

Die Ansicht der Ortschaft Teunz ist geprägt von der Pfarrkirche St. Lambertus sowie dem Zusammenfluss der Bäche Murach und Faustnitz, bei dem das Niederschlagswasser aus ca. 60 km² zusammengeführt wird. Homepage der Gemeinde Teunz, Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Moosbach, Oberviechtach, Niedermurach, Guteneck, Gleiritsch und Tännesberg.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 18 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Daneben gibt es die Einöden Hermannsriedermühle, Tannenmühle und Zieglhäuser, die jedoch keine amtlich benannten Gemeindeteile sind.

Es gibt die Gemarkungen Fuchsberg, Teunz, Wildstein und Zeinried.

Geschichte Der Name Teunz Aufgrund fehlender schriftlicher Quellen sind Einflüsse auf die Besiedlung nur aufgrund der Ortsnamenkunde nachzuweisen. Im Altlandkreis Oberviechtach sind die Orte GleiritschAlois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. 1988, S. 32 und Alois Köppl: Gleiritsch – ein alter Ortsname in der Oberpfalz. In: Die Oberpfalz. 71. Jahrgang, Seite 108–109 und Teunz slawischen Ursprungs und zählen damit zu den ältesten Siedlungen in diesem Gebiet.Alois Köppl, Teunz, 2013, S. 5 Der Name Teunz kommt von tync, was so viel bedeutet wie kleine Burg, oder von tyn, der Bezeichnung für Mauer, Zaun oder Umwallung.Ernst Schwarz: Sprache und Siedlung in Nordortbayern. Nürnberg 1960, S. 217 f. Ob ein Zusammenhang zwischen einer Besiedlung durch die Slawen und den kaum mehr sichtbaren Überresten eines nordöstlich von Teunz gelegenen Burgstalls „in einer Schlinge der Murach auf dem Felsstock Wutzelstein“Armin Stroh: Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler in der Oberpfalz (Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte, Reihe B, Bd. 3). Kallmünz 1975, Karte 8 besteht, ist nicht erwiesen.

Erste Nennungen Da es sich bei Teunz nachweislich um einen slawischen Namen handelt, entstand der Ort vor der Jahrtausendwende. Schriftliche Quellen fehlen. Im Jahre 1280 tauchte der Name „Teinzen“ auf.Margarete Bachmann: Die Verbreitung der slavischen Siedlungen in Nordbayern. Erlangen 1926, S. 44 und Monumenta Boica, 36

Im Jahre 1286 wurde in einem der ältesten Pfarreienverzeichnisse des Bistums Regensburg die Pfarrei Teunz erwähnt.Wilhelm Fink: Fünfzehnter Jahresbericht des Vereins zur Erforschung der Regensburger Diözesangeschichte. Abtei Metten 1953, S. 5–13. Die Aufstellung des Verzeichnisses erfolgte auf Betreiben von Papst Gregor X. und später auf Befehl des Papstes Honorius IV. und sollte dazu dienen, den Kreuzzug zu finanzieren. Man trug jede Pfarrei in Schätzungslisten ein, darunter auch Teunz, und veranlagte jeden Geistlichen zur Zahlung eines bestimmten Betrages.

Das Hammerwesen In der Oberpfalz, dem „Ruhrgebiet des Mittelalters“, gab es in der Blütezeit viele Hammerwerke. 1387 ist „der Bestand von zwei Hämmern in Teunz nachgewiesen“. Sie dienten der Eisenverarbeitung. Im Oberlauf der Murach, die durch Teunz fließt und in die der Goldbach mündet, gab es Stellen mit Goldabbau.

In der großen HammereinigungJohann Georg Lori: Sammlung des baierischen Bergrechts. München 1764, S. 365 ff. ist „Ott Vogel mit dem hamer zu Teintz“Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum. 600 Jahre große Hammereinigung, Theuern 1987, S. 141 genannt. Ebenso wird „Stephan dez Rehtzers seligen witib mit dem hamer zu Trint (= Teunz)“ als Mitglied in der Hammereinigung aufgezählt.Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung, Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 141. Die Hammervereinigung war eine Vereinigung von 82 Hammerwerken. Sie regelte die Abgabe von Erz, die Herstellung, den Vertrieb und den Preis der Produkte. 1394 verkaufte „Konrad Paulsdorfer das untere Haus zum Tännesberg mit Zugehörungen, darunter auch des Vogels Hammer“ an Pfalzgraf Ruprecht II.

Oberteunz, Mittelteunz und Unterteunz Die Wasserkraft war für Teunz schon immer von großer Bedeutung. Dies zeigt sich noch an den Ortsnamen mit der Endung -mühle. Der Hundsgraben, der Tannenbach und der Höcherlbach, aus Richtung Wildstein kommend, vereinigen sich zur Trausnitz (manche Karten nennen auch den Namen Faustnitz), die unterhalb der Ortschaft Teunz in die Murach mündet. Der Goldbach und der Weißbach speisen die Murach, die bei Zangenstein in den Fluss Schwarzach fließt.Bay. Landesvermessungsamt München, Topographische Karte L6540 Oberviechtach, Ausgabe 1979 Da die Lage am Wasser und damit die Wasserkraft für Mühlen, Schleifen und Hammeranlagen von wesentlicher Bedeutung war, teilten sich mehrere Lehensherren das Gebiet entlang der Wasserläufe. So erscheinen in den AktenStaatsarchiv Amberg, Landsassen 49 die Ortsteile „Oberteunz“ (Hebermühle), „Mittelteunz“ und „Unterteunz“. Im Jahre 1387 ist „der Bestand von zwei Hämmern in Teunz nachgewiesen“.

Aufzeichnungen aus dem Jahre 1581Staatsarchiv Amberg, Pflegamt Murach 19 lauten: „Obern Teinz. Ist die mannschafft Christoffen Pirckhs hammermeister zu Mittern Teinz zugehörig Hammer Mittern Teinz. Ist mit der mannschafft ins ambt Thennersberg gehörig Nidern Teinz. Alda hat Otto hat Otto von Ebleben zum Thannstein vf seinen güettern bestendige hofmarckh, die anderen vnderthannen meinem genedigsten herrn, vnd zwene Wolfen vonn Pertolzhof zu Altendorff zugehörig, mehr etliche der landtgrafschaft Leuchtenberg vnnderworffen“. Aus einem Bericht des Johann German Barbing an den Kurfürst Ferdinand Maria vom 16. Januar 1666 heißt es dazu: „Mittern Teintz. Ein Eisen- oder Schinhammer, ungangbar und seit 1621 öd, auch die Hämmer und Hausgebäu(de) ganz weg, so daß also allein die Felder und ‚Wyßmather‘ genossen werden können. Der Hammer ist Adam Balthasar von Sazenhofen gehörig, bei dem Mittel genug vorhanden wären, solchen wieder aufzubauen“.Denk, Julius: Beiträge zur Geschichte des Berg- und Hammerwesens in der churfürstlichen Oberpfalz. 1902, S. 192. Die Wüstung Spatzenmühle ist der Ort des Eisenhammers Unterteinz. Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6540-0062 im Bayernatlas als „Wüstung Spatzenmühle, frühneuzeitlicher Eisenhammer "Unterteinz".“ geführt.

Landgrafen von Leuchtenberg Lange Zeit waren die Landgrafen von Leuchtenberg Lehensherren in Teunz. „Heinrich, Eberhard und Friedrich Teynczer“Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Leuchtenberger Lehenbuch 1 sind im ältesten Leuchtenberger Lehenbuch (1396/1399) urkundlich belegt. Eine Akte beim Staatsarchiv Amberg aus dem Jahre 1408 beschreibt das „Lehen Teintz“ so: 1411 ist „Leb Tennzerr“ nachgewiesenRegesta Boica, 90, Albrecht Teyntzer ist 1414 als Zeuge in einer Urkunde des Klosters Kastl aufgeführt.Monumenta Boica, 573 „Hanns der Teintzer“ wurde 1417 erwähnt und 1445 nannte eine Urkunde den „edel Ritter herr Kolwin zu Teintz“.Monumenta Boica, 26, 440

Ab dem Jahre 1494 tauchte der Name Teinzer nicht mehr auf. Wahrscheinlich waren sie in männlicher Linie ausgestorben. Ihre Erben waren die Pertolzhofer. 1524 vermeldete ein Leuchtenberger Lehenbuch, dass „alle die lehen zu Teinz, so von alter den Teinzern zugehörig“Staatsarchiv Amberg, Leuchtenberger Lehenurkunden, Nr. 254 an Joachim von Pertolzhofen übergeben wurden. Auch die Zenger hatten neben den Pertolzhofern Besitztümer in Teunz. „Otto und Sebastian Zenger“ wurden 1517 genannt.Staatsarchiv Amberg, Leuchtenberger Lehensurkunden 1095–1097 Otto der Zenger zu Thanstein erhielt 1532 von den Landgrafen von Leuchtenberg „erstmals als ‚Sitz und Hofmark’ mit den Hofmarksgerechtigkeiten und -freiheiten“ das Gut Teunz. Margaretha, die Tochter von Otto dem Zenger, war mit Georg von Ebleben verheiratet. 1545 wurde dieser Hofmarksherr in Teunz. 1564 wurde Jakob Fuchs von Arnschwang als Lehensherr geführt. Er war Vormund der minderjährigen Söhne Ottos von Ebleben, Hanns und Otto, die 1568 als Hofmarksherrn angegeben wurden. 1607 folgten Georg Wilhelm und Hanns Otto von Ebleben, 1615 Georg Wilhelm und Friedrich Wilhelm von Ebleben.Staatsarchiv Amberg, Leuchtenberger Lehensurkunden, Nr. 1101–1109 1622, im Dreißigjährigen Krieg, wurde Friedrich Wilhelm von Ebleben als Landsasse in „Mittlern Teinz“Staatsarchiv Amberg, Leuchtenberger Lehensurkunden 1111 genannt. Aufgrund der religiösen Veränderungen und der kriegerischen Auseinandersetzungen in dieser Zeit wurden viele Burgen und Landsassengüter zerstört, teilweise verschwanden ganze Ortschaften. Friedrich Wilhelm von Ebleben wechselte auf die protestantische Seite und verlor deswegen 1633 seine Besitzungen in Teunz. 1635 übernahm Joachim von der Wahl die Hofmark Teunz von den Landgrafen von Leuchtenberg als Lehen.

„Seit 1749 war Teunz mit der Hofmark Fuchsberg verbunden. 1766 verkaufte Graf von der Wahl das Gut Teunz an Karl von Taufkirchen. Dieser empfing Sitz und Hofmark zu Teunz 1767 als leuchtenbergisches Ritter- und Mannlehen, …“Emma Mages, ebd.

In der Folgezeit sind als Landsassen in Teunz eingetragen: „1677 Ferdinand Franz Albrecht von der Wahl, 1710 Franz Xaver von der Wahl, 1737 Friedrich Maria von der Wahl, 1740 Johann Ferdinand von der Wahl, 1746 Franz Xaver von der Wahl, 1767 Karl von Taufkirchen zu Fuchsberg, 1769 Eleonora von Taufkirchen, 1783 Stanislaus von Taufkirchen“. Gräfin Maria Adelhaid von Taufkirchen, geborene Fugger von SchwindeggGeorg Hager: Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg, VII. Bezirksamt Oberviechtach, München 1906, S. 65, war seine Frau. Ihr Grabstein befindet sich noch in der Teunzer Kirche.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Teunz.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Wildstein eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam die Gemeinde Fuchsberg hinzu und aus der aufgelösten Gemeinde Zeinried ein Gebiet mit den Orten Miesmühle, Ödmiesbach, Sömersdorf, Weiherhäusl und Zeinried.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1711 auf 1826 um 115 Einwohner bzw. um 6,7 %.

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden an Einwohnern gezählt: Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 20202023 Einwohner 1766 1889 1820 1597 1661 1788 1553 1734 1810 1864 1958 2008 1957 1844 18291844

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2026 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: +Partei/Liste%SitzeCSU36,74Freie Wähler Teunz33,84JU Teunz 15,42SPD9,91Die Grünen4,21

Bürgermeister Bürgermeister ist seit Mai 2026 Adolf Hammer (CSU).

Wappen

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche St. Lambert

mini|300px|St. Lambert, Teunz (2010) Die katholische Pfarrkirche St. Lambert wurde 1723 erbaut. Im Jahre 1774 erfolgte die Konsekration. Der jetzige Turm stammt aus dem Jahre 1834.

Weitere Sehenswürdigkeiten St. Jakob bei Fuchsberg, Kirche am Jakobsweg Burgstall Wildstein