Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2007 war die fünfte Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Frauenfußball-Nationalmannschaften und wurde vom 10. bis 30. September 2007 zum zweiten Mal nach 1991 in China ausgetragen. Ursprünglich war China für die Veranstaltung der Weltmeisterschaft 2003 vorgesehen. Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit SARS in Ostasien beschloss das FIFA-Exekutivkomitee im Mai 2003 eine Verlegung des Turniers in die USA. Als Kompensation wurde China mit der Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2007 betraut.

Die Endrunde wurde wie vier Jahre zuvor mit 16 Mannschaften ausgetragen. Erstmals wurden von der FIFA Erfolgsprämien ausgeschüttet. Für die europäischen Teilnehmer ging es bei der Weltmeisterschaft auch um drei Startplätze für die Olympischen Spiele 2008.womensoccer.de: England und Olympia – ab wann?

Die deutschen Nationalspielerinnen, die sich 2003 in den USA im Finale gegen die schwedischen Fußballerinnen durchsetzten, verteidigten ihren Titel mit einem 2:0-Sieg im Finale gegen Brasilien.

Spielorte Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in fünf Stadien in fünf verschiedenen chinesischen Städten ausgetragen. Das Eröffnungsspiel und das Finale fanden in Shanghai statt.

Tianjin (Tianjin Olympic Centre Stadium)Kapazität: 60.000 Shanghai (Shanghai-Hongkou-Fußballstadion)Kapazität: 34.000 250px 250px Chengdu (Chengdu-Sports-Center-Stadion)Kapazität: 40.000 Wuhan (Wuhan-Sports-Center-Stadion)Kapazität: 55.000 Hangzhou (Hangzhou-Dragon-Stadion)Kapazität: 52.000 250px 250px 250px

Qualifikation

China war bereits als Gastgeber automatisch für das Turnier qualifiziert. Die restlichen 15 Endrundenplätze wurden zwischen Juni 2005 und Mai 2007 ermittelt. Hierbei waren mit Ausnahme der UEFA-Zone die jeweiligen Kontinentalmeisterschaften gleichzeitig das Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft.

Die UEFA stellt bei der Endrunde fünf Mannschaften. Die Teilnehmer wurden in einer Qualifikationsphase ermittelt, die am 9. Juli 2005 startete und am 30. September 2006 endete. Hierbei wurden die 25 Mannschaften der Kategorie A in fünf Gruppen zu je 5 Mannschaften eingeteilt, wobei sich die fünf Gruppensieger für die Endrunde qualifizierten. Das erste europäische Ticket löste Norwegen am 27. August 2006. Am 24. September folgte Schweden, drei Tage später konnten sich auch der amtierende Weltmeister Deutschland und Dänemark für die Endrunde qualifizieren. England sicherte sich am 30. September 2006 das letzte Ticket gegen Frankreich. Die Mannschaften der Kategorie B spielten lediglich um den Aufstieg in die A-Kategorie.

Dem südamerikanischen Fußballverband CONMEBOL standen zwei Startplätze zu. Sie wurden bei der Sudamericano Femenino 2006, welche vom 10. bis 26. November 2006 im argentinischen Mar del Plata ausgetragen wurde, vergeben. Argentinien gewann das Turnier überraschend vor Brasilien. Beide Mannschaften qualifizierten sich für die Endrunde.

Die zwei nordamerikanischen Teilnehmer wurden beim CONCACAF Women’s Gold Cup 2006 in den Vereinigten Staaten ermittelt. Das Turnier fand in der Zeit vom 19. bis zum 30. November 2006 in Carson und Miami statt. Sieger wurde das US-amerikanische Team vor Kanada. Die drittplatzierten Mexikanerinnen spielten gegen den Asien-Vierten Japan um einen weiteren Startplatz, scheiterten aber in den Play-off-Spielen.

Die Afrikameisterschaft der Frauen wurde vom 28. Oktober bis zum 11. November 2006 in Nigeria ausgetragen. Die Mannschaft der Gastgeber setzte sich im Finale gegen Ghana durch. Beide Mannschaften vertraten den afrikanischen Fußballverband bei der WM.

mini|Platzierungen der Teilnehmer Die Asienmeisterschaft der Frauen fand im Juli 2006 in Australien statt. Neben den als WM-Veranstalter qualifizierten Chinesinnen, die sich mit einem Sieg über den Gastgeber den Titel des Asienmeisters sicherten, qualifizierten sich zudem die Australierinnen sowie die drittplatzierten Nordkoreanerinnen für die Endrunde. Japan setzte sich wie 2003 in den Play-off-Spielen gegen Mexiko (2:0 und 1:2) durch.

Ozeanien hat einen direkten Startplatz, der bei der Ozeanischen Frauenfußballmeisterschaft im April 2007 vergeben wurde. Neuseeland bezwang Papua-Neuguinea mit 7:0 und sicherte sich damit das Ticket für die Weltmeisterschaft.

Teilnehmer Folgende Teams nahmen an der fünften Fußball-WM der Frauen teil:

5 aus Europa 2 aus Südamerika 2 aus Nord-, Mittelamerika und Karibik 2 aus Afrika 4 aus Asien (GG) 1 aus Ozeanien

Auslosung Die Auslosung fand am 22. April 2007 in Wuhan statt. Die Zeremonie wurde im Wissenschafts- und Technikpalast von Guanggu durchgeführt. Für die Auslosung wurden die 16 qualifizierten Mannschaften in fünf Töpfe aufgeteilt. Die Zuordnung erfolgte nach einem Beschluss der FIFA vom Vortage, und zwar nach sportlichen und geografischen Gesichtspunkten. Mit der Einteilung sollte erreicht werden, dass in der Vorrunde, mit Ausnahme der UEFA, nicht mehr als eine Mannschaft pro Kontinentalverband in eine Gruppe gelost wird. Da die UEFA fünf Teilnehmer stellt, ließ sich dies für den europäischen Kontinentalverband nicht vermeiden.

Bereits am 16. Oktober 2006 legte die FIFA fest, dass Gastgeber China und Titelverteidiger Deutschland bei der Auslosung gesetzt werden, und ferner, dass Deutschland als amtierender Weltmeister das Eröffnungsspiel bestreiten darf. Am 13. April 2007 wurden von der FIFA Deutschland (Gruppe A), die USA (Gruppe B), Norwegen (Gruppe C) und China (Gruppe D) als Gruppenköpfe bestimmt.dfb.de: DFB-Frauen sind bei der WM-Auslosung gesetzt

Die fünf Töpfe enthielten schließlich folgende Mannschaften: Topf 1: China, Deutschland, Norwegen, USA Topf 2: Australien, Japan, Nordkorea Topf 3: Dänemark, England, Schweden Topf 4: Argentinien, Ghana, Neuseeland, Nigeria Topf X: Brasilien, Kanadawomensoccer.de: Überraschender WM-Auslosungsmodus

Die Auslosung ergab folgende Gruppeneinteilung:

Gruppe AGruppe BGruppe CGruppe D

Die Auslosung brachte einige Kuriositäten mit sich. Die Gruppe B ist mit der Gruppe A der Weltmeisterschaft 2003 identisch. Nigeria, Nordkorea und die USA trafen auch schon bei der Weltmeisterschaft 1999 in einer Vorrundengruppe aufeinander. Argentinien, Deutschland und Japan aus der Gruppe A spielten bereits bei der WM 2003 in einer Vorrundengruppe.

Kader → Siehe Hauptartikel: Kader der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2007

Vorrunde Die Vorrunde wurde in vier Gruppen mit je vier Teams ausgetragen. Innerhalb jeder Gruppe spielte jede Mannschaft genau einmal gegen jede andere Mannschaft. Die jeweils ersten beiden Mannschaften qualifizierten sich für das Viertelfinale. Die Platzierung der Mannschaften in den Vorrundengruppen ergab sich dabei in folgender Reihenfolge: Anzahl Punkte (Sieg: drei Punkte; Unentschieden: ein Punkt; Niederlage: null Punkte), bei Punktgleichheit Tordifferenz aus allen drei Spielen; bei gleicher Tordifferenz die Anzahl der erzielten Tore aus allen drei Spielen; bei gleicher Anzahl der erzielten Tore aus allen drei Spielen die Anzahl der Punkte im direkten Vergleich der punktgleichen Mannschaften; bei gleicher Anzahl der Punkte im direkten Vergleich die Tordifferenz im direkten Vergleich; bei gleicher Tordifferenz im direkten Vergleich die Anzahl der erzielten Tore im direkten Vergleich; Fairplay-Wertung, ermittelt anhand der Anzahl gelber und roter Karten; das Los.

Gruppe A

*: alle Anstoßzeiten in Ortszeit (MESZ +6 Stunden)

Titelverteidiger Deutschland eröffnete mit einem 11:0-Sieg gegen Argentinien das Turnier. Dies war der bis dahin höchste Sieg in der WM-Geschichte. Den Schwung des ersten Spieles konnte die Neid-Elf jedoch nicht mitnehmen. Nach einem torlosen Remis gegen England und einem Arbeitssieg gegen Japan wurde der Gruppensieg unter Dach und Fach gebracht. Gruppenzweiter wurde die englische Auswahl. Zur Eröffnung gab es ein Unentschieden gegen Japan, wobei die Engländerinnen bis weit in die Nachspielzeit noch geführt hatten. Durch einen ungefährdeten 6:1-Sieg zum Abschluss gegen Argentinien sicherte sich die Mannschaft von Hope Powell den Platz im Viertelfinale. Das Nachsehen hatten die Japanerinnen, die nur äußerst glücklich zu einem 1:0-Sieg über Argentinien kamen und nach der abschließenden Niederlage gegen Deutschland die Heimreise antreten mussten. Letzter wurde der amtierende Südamerikameister Argentinien. Im Spiel gegen Deutschland präsentierte sich die Mannschaft ziemlich überfordert und stellte mit 18 Gegentoren in der Vorrunde einen neuen WM-Negativrekord auf.

Gruppe B

*: alle Anstoßzeiten in Ortszeit (MESZ +6 Stunden)

Schon nach der Auslosung wurde die Gruppe B als „Todesgruppe“ bezeichnet. Zum Auftakt sorgte der Geheimfavorit Nordkorea mit seinem 2:2-Unentschieden gegen die USA für Aufsehen. Schweden kam nicht über ein 1:1 gegen Nigeria hinaus. Durch wenig glanzvolle Siege gegen Schweden und Nigeria sicherte sich die Mannschaft der USA den Gruppensieg. Zweiter wurde trotz der 1:2-Niederlage im letzten Spiel gegen Schweden die Auswahl Nordkoreas, die erstmals den Sprung in die Runde der letzten Acht schaffte. Enttäuschung dagegen bei den „Tre Kronor“, die erstmals nach der Vorrunde und als erster amtierender Vizeweltmeister überhaupt so früh ausscheiden mussten. Letzter wurde Afrikameister Nigeria, der sich stärker präsentierte als vor vier Jahren, aber dennoch nur einen Punkt für sich verbuchen konnte.

Gruppe C

*: alle Anstoßzeiten in Ortszeit (MESZ +6 Stunden)

Wie erwartet wurde Norwegen Sieger der Gruppe C. Nach einem knappen Sieg gegen Kanada und einem überraschenden Unentschieden gegen Australien sicherten sich die Norwegerinnen durch einen 7:2-Kantersieg gegen Ghana den ersten Platz. Überraschender Zweiter wurden die „Matildas“ aus Australien. Im direkten Duell gegen Kanada ging es am letzten Spieltag um den zweiten Platz. In der Nachspielzeit erzielte Cheryl Salisbury den Ausgleichstreffer zum 2:2 und schickte die Kanadierinnen wieder nach Hause. Auf dem letzten Platz fanden sich die Ghanaerinnen wieder, die mit drei klaren Niederlagen im Gepäck die Heimreise antreten mussten.

Gruppe D

*: alle Anstoßzeiten in Ortszeit (MESZ +6 Stunden)

In der Gruppe D glänzte die brasilianische Elf und sicherte sich durch zwei klare Siege, darunter ein 4:0-Sieg gegen den Gastgeber und ein glückliches 1:0 gegen Dänemark den Gruppensieg. Viel Glück hatte die chinesische Auswahl. Gegen Dänemark verspielten die „Stahlrosen“ eine 2:0-Führung, kamen aber dennoch zu einem Sieg. Nach der Niederlage gegen Brasilien reichte ein 2:0 gegen die bereits ausgeschiedenen Neuseeländerinnen für Platz zwei. Dritter wurde Dänemark, das nach dem Spiel gegen China schwere Bespitzelungsvorwürfe gegen den Gastgeber erhob. Trainer Heiner-Møller wurde von der FIFA aus disziplinarischen Gründen für vier Spiele gesperrt. Die Rückkehr Neuseelands auf die WM-Bühne blieb ohne Torerfolg.

Finalrunde

Viertelfinale

Der Titelverteidiger aus Deutschland und der Geheimfavorit aus Nordkorea lieferten sich in der ersten Halbzeit eine spannende Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor der Halbzeitpause brachte Kerstin Garefrekes die Deutschen in Führung. In der zweiten Hälfte machte Nordkorea mehr Druck, die Tore fielen allerdings für die deutsche Elf. Die Engländerinnen konnten gegen die favorisierten US-Amerikanerinnen eine Halbzeit lang die Partie torlos halten. Eine starke Viertelstunde nach Wiederanpfiff reichte den Amerikanerinnen jedoch, um auch bei der fünften WM-Teilnahme ins Halbfinale einzuziehen. Gastgeber China scheiterte derweil an der eigenen Abschlussschwäche. Gegen Norwegen erspielten sich die Chinesinnen viele Chancen, blieb aber ohne Torerfolg. Isabell Herlovsen machte es auf der Gegenseite besser und erzielte den Siegtreffer. Brasilien ging im letzten Viertelfinale schnell mit 2:0 in Führung. Doch die Überraschungsmannschaft aus Australien kam durch zwei Treffer zum Ausgleich. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Cristiane allerdings die Entscheidung für Brasilien.

Halbfinale