mini|Wahrzeichen Messezeichen Pylon von Max Kratz am Eingang des ehemaligen Messegeländes Düsseldorf, hier der neue Standort am Flughafen Düsseldorf
Die Messe Düsseldorf GmbH ist eine deutsche Messegesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen. Das als NOWEA gegründete Unternehmen betreibt eines der größten Messegelände weltweit und gehört zu den international führenden Veranstaltern von Fachmessen. Die Düsseldorfer Messegesellschaft organisiert jährlich zahlreiche Messen und Kongresse in verschiedenen Branchen, darunter Maschinenbau, Gesundheit und Medizintechnik, Lifestyle und Beauty, Freizeit sowie Handel, Handwerk und Dienstleistungen.
Die Messe Düsseldorf wurde 1947 gegründet und hat sich seither kontinuierlich erweitert. Sie ist als private Kapitalgesellschaft organisiert, deren Gesellschafter unter anderem die Stadt Düsseldorf, das Land Nordrhein-Westfalen, die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf und die Handwerkskammer Düsseldorf sind. Neben dem Betrieb des Messegeländes in Düsseldorf ist das Unternehmen auch weltweit aktiv und richtet internationale Veranstaltungen und Messen aus. Bekannte Messen der Messe Düsseldorf sind unter anderem die Boot Düsseldorf, die Medica, die Kunststoffmesse K, die Drupa und die Interpack.
Geschichte Anfänge im 19. Jahrhundert Die Messegeschichte Düsseldorfs beginnt im frühen 19. Jahrhundert. Den ersten Meilenstein stellte die Bergische Gewerbeausstellung 1811 dar, die unter der Schirmherrschaft von Napoleon Bonaparte stattfand. Diese Ausstellung zielte darauf ab, das handwerkliche und industrielle Potenzial des Großherzogtums Berg, das zu jener Zeit unter französischer Verwaltung stand, zu präsentieren.
Durch die Industrielle Revolution in Deutschland und erwuchs Düsseldorf im 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle als Standort für gewerbliche und industrielle Präsentation. Dazu trugen neben der verkehrlichen Lage die politische Bedeutung der Stadt als Sitz des Provinziallandtags der Rheinprovinz und ihre bereits im 18. Jahrhundert begründete Kunst- und Ausstellungstradition bei. Besonders durch die Provinzial-Gewerbe-Ausstellung für Rheinland und Westphalen von 1852 und die 1880 in Düsseldorf eröffnete Gewerbe-Ausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke konnte sich Düsseldorf als ein führender Standort des Messewesens am Rhein etablieren. In Zusammenarbeit mit Künstlern, Architekten, Kunsthandwerkern, Kunsthistorikern und Vertretern staatlicher Organe wurden diese Ausstellungen von Industriellen und Handelsvertretern Westdeutschlands organisiert. Sie zeigten eine breite Palette an technischen und künstlerischen Innovationen sowie gewerblichen und industriellen Erzeugnissen. Sie zog sowohl inländische als auch internationale Besucher an und markierte einen Wendepunkt in der Entwicklung der Stadt als Messeplatz. Düsseldorf etablierte sich zunehmend als Plattform für den Austausch zwischen Industrie, Handel und Wissenschaft und legte damit den Grundstein für die spätere Entwicklung der Messeaktivitäten im 20. Jahrhundert.
Entwicklung des Messestandorts Auf den Erfolg der vorhergehenden Ausstellungen aufbauend, begannen 1898 die Verbände der rheinisch-westfälischen Stahl- und Eisenindustrie sowie Vertreter anderer Wirtschaftszweige mit den Vorbereitungen für die Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung 1902. Diese bedeutende Leistungsschau erstreckte sich von Golzheim über den Ehrenhof bis in den Hofgarten und ermöglichte über 2.500 Ausstellern, ihre Waren und Dienstleistungen zu präsentieren. Vor allem Unternehmen der Montanindustrie aus dem Ruhrgebiet, darunter Krupp, der Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein sowie der Bochumer Verein, nahmen an der Ausstellung teil und errichteten dafür große Hallen.
Diese Veranstaltung festigte den Ruf Düsseldorfs als bedeutendes Zentrum für Industrie und Handel und zog sowohl Fachpublikum als auch internationale Gäste an. Auch die Städte-Ausstellung 1912, die sich mit modernen Unternehmen und städtischen Entwicklungen befasste, trug zur Stärkung der Position Düsseldorfs als Ausstellungsstandort bei. Eine für 1915 geplante weitere Großausstellung musste jedoch aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs abgesagt werden.
In den 1920er Jahren, während der Weimarer Republik, wurde Düsseldorf erneut Schauplatz einer Großveranstaltung. Die „Große Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen“ (kurz GeSoLei) fand 1926 statt und zog rund 7,5 Millionen Besucher an. Damit war sie die größte Messe Deutschlands zu dieser Zeit. Die Ausstellung thematisierte vorwiegend das Gesundheitswesen sowie Fortschritte in der Wirtschaft und im Städtebau.
Die GeSoLei fand auf einem 400.000 Quadratmeter großen Gelände in den Stadtteilen Pempelfort und Golzheim statt, auf dem bereits 1902 die Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung abgehalten worden war. Zahlreiche Bauten, wie die Tonhalle und der Ehrenhof, wurden eigens für diese Veranstaltung errichtet und prägen noch heute das Stadtbild Düsseldorfs. Die GeSoLei war ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis und trug maßgeblich zur internationalen Wahrnehmung Düsseldorfs bei.
Messe während des Nationalsozialismus Während der Zeit des Nationalsozialismus fand 1937 die Reichsausstellung Schaffendes Volk auf dem Gelände des heutigen Nordparks statt. Diese Ausstellung war stark von der NS-Propaganda geprägt und diente dazu, die nationalsozialistische Weltanschauung sowie die vermeintliche Überlegenheit des deutschen Volkes zur Schau zu stellen. Düsseldorf wurde dafür zum „Reiseziel des Jahres 1937“ ernannt, um möglichst viele Besucher anzulocken. Gezeigt wurden Leistungen in den Bereichen Werkstoffe, Industrie und Wirtschaft, Raumwirtschaft und Städtebau sowie Gartenkultur und Kunst. Zahlreiche Gebäude, Skulpturen und Grünanlagen wurden eigens für diese Veranstaltung errichtet und sind heute noch im Nordpark zu sehen. Die Ausstellung verdeutlichte die enge Verknüpfung von Messeaktivitäten und politischer Propaganda während des Dritten Reiches.
Wiederaufbau und Expansion mini|Blick auf den Ehrenhof 1953, von 1947 bis 1971 Ausstellungsgelände der Messe Düsseldorf
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lag das Messewesen in Düsseldorf, wie in vielen anderen Städten, zunächst brach. Viele Messegebäude waren zerstört oder beschädigt, und die wirtschaftlichen Strukturen mussten neu aufgebaut werden. Im Jahr 1947 erfolgte schließlich die Gründung der Träger- und Betriebsgesellschaft in ihrer heutigen Form.
Erste Nachkriegsausstellungen fanden auf dem Gelände in Golzheim statt, das bereits vor dem Krieg für Messen genutzt worden war. Eine der ersten großen Veranstaltungen war die Export-Messe 1949, die der westdeutschen Industrie dabei half, wieder internationale Kontakte zu knüpfen und den wirtschaftlichen Wiederaufbau zu fördern. Diese Messe markierte den Beginn der rasanten Entwicklung Düsseldorfs zu einem der wichtigsten Messestandorte in der Bundesrepublik Deutschland.
In den 1950er und 1960er Jahren expandierte die Messe Düsseldorf unter Leitung von Herbert Engst kontinuierlich. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Bundesrepublik nahm die Bedeutung internationaler Fachmessen zu, und die Messegesellschaft richtete sich strategisch darauf aus, solche Veranstaltungen zu organisieren. Bereits 1951 wurde die K (Kunststoffmesse), eine der weltweit führenden Messen der Kunststoffindustrie, ins Leben gerufen. 1963 fand die erste Boot Düsseldorf als internationale Messe für Wassersport statt und entwickelte sich rasch zur größten Bootsmesse der Welt. Diese Messen trugen erheblich zur internationalen Vernetzung und Profilierung Düsseldorfs als globales Messezentrum bei.
Die 1970er und 1980er Jahre waren von weiterer Expansion und Spezialisierung geprägt. 1971 zog die Messe Düsseldorf auf ein neues Gelände am Rhein in Stockum um, das mit modernen Hallen und einer besseren Infrastruktur ausgestattet war. Hier fanden fortan zahlreiche bedeutende Messen statt, darunter die Medica, die sich zur weltweit führenden Messe für Medizintechnik entwickelte.
Wandel des Profils mini|Logo bis November 2024
Bis 1990 hatte sich die Messe Düsseldorf zu einem der führenden internationalen Messeveranstalter etabliert, dessen Veranstaltungen Fachleute aus aller Welt anzogen und die Stadt Düsseldorf als bedeutenden Messestandort festigten. Nach der Deutschen Wiedervereinigung lag der Fokus zunehmend auf der Internationalisierung und der Ausweitung des globalen Geschäfts. Die Messegesellschaft erweiterte ihr Portfolio im Ausland und gründete Tochtergesellschaften sowie Gemeinschaftsunternehmen in wichtigen Märkten wie China, Russland, Indien und den Vereinigten Staaten. Die Zahl der internationalen Fachmessen nahm zu, und Düsseldorf wurde zu einem globalen Knotenpunkt für Industrieausstellungen.
Von 2000 bis 2020 wurde das Messegelände in Stockum umfangreich modernisiert und erweitert, um den steigenden Anforderungen an eine moderne Infrastruktur gerecht zu werden. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung etablierter Ausstellungen führte die Messe Düsseldorf auch neue Formate ein, die sich an spezifische Branchen richteten. Der Dienstleistungsbereich wurde ebenfalls ausgebaut, sodass Aussteller und Besucher von maßgeschneiderten Lösungen profitieren konnten.
Zwischen 2020 und 2022 musste sich die Messegesellschaft, wie die gesamte Branche, den Herausforderungen der Digitalisierung und der Corona-Pandemie stellen. Digitale Messeformate und hybride Veranstaltungen gewannen an Bedeutung, um auch unter veränderten Bedingungen internationale Märkte zu bedienen. Die Messe Düsseldorf treibt seit 2023 verstärkt ihre internationale Expansion voran, um sich für die Zukunft zu rüsten und weiterhin eine führende Rolle in der globalen Messewelt einzunehmen.
Unternehmensstruktur Betriebsgesellschaften Die Messe Düsseldorf GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und hat ihren Sitz in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen. Die Gesellschaft wurde 1947 als Nordwestdeutsche Ausstellungs-Gesellschaft mbH (NOWEA) gegründet und ist auf die Organisation und Durchführung von Messen, Kongressen und Veranstaltungen spezialisiert. Ihr Geschäftszweck umfasst die Planung, Durchführung und Vermarktung von internationalen Fachmessen, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Gesundheit und Medizintechnik, Lifestyle und Beauty, Freizeit sowie Handel, Handwerk und Dienstleistungen.
Zur Unterstützung ihrer globalen Aktivitäten verfügt die Messe Düsseldorf über sieben Tochtergesellschaften im Ausland. Diese Tochtergesellschaften sind in strategisch wichtigen Märkten aktiv und tragen zur internationalen Präsenz und dem Wachstum der Messe Düsseldorf bei.
Gesellschafter Die Gesellschafterstruktur der Messe Düsseldorf GmbH setzt sich überwiegend aus der Stadt Düsseldorf, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf und der Handwerkskammer Düsseldorf zusammen. Diese Gesellschafter sind maßgeblich an der Ausrichtung und den strategischen Entscheidungen der Messegesellschaft beteiligt. Die Stadt Düsseldorf hält eine wesentliche Beteiligung, wodurch sie direkten Einfluss auf die Entwicklung und die operativen Entscheidungen der Messe Düsseldorf nimmt.
Leitung Das Unternehmen wird von drei Geschäftsführern geleitet, die operative Führung und die strategische Ausrichtung der Messegesellschaft verantwortlich sind: einem Vorsitzenden der Geschäftsführung, einem operativen Geschäftsführer und einem Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur. Die Geschäftsführung wird von einem Aufsichtsrat überwacht, der die Interessen der Gesellschafter vertritt und die Geschäftstätigkeiten der Messe Düsseldorf kontrolliert. Der Aufsichtsrat besteht aus Vertretern der Gesellschafter, der Lokal- und Landespolitik sowie aus Arbeitnehmervertretern der Messe Düsseldorf.
Geschäftstätigkeit Strategie und Kernbereiche