Als Etappensäue oder Etappenschweine wurden von den Frontsoldaten diejenigen Einheiten oder Soldaten bezeichnet, die in der Etappe – im Hinterland der Front – beschäftigt waren. Dort waren sie nicht den Gefahren der Front ausgesetzt. Hier heißt es, dass Etappenschweine Soldaten waren, „die weit hinten in der sicheren Etappe bei leckerem Mahl die Soldaten im Schützengraben und Trommelfeuer zum Durchhalten ermunterten“. Sie sollen oft „wie die Maden im Speck“ gelebt haben, manchmal sogar auf Kosten der Frontsoldaten, die oftmals auch noch unter Schikanen von Etappensoldaten leiden mussten.
Soldatenjargon-Wörter mit ähnlicher Bedeutung waren oder sind z. B. „Etappenhengst“ oder „Sockenzähler“.
In der Etappe befanden sich z. B. Militärverwaltung, Nachschub, medizinischer Dienst, Instandsetzung und Verpflegungsdienst.
Sonstiges Während des Ersten Weltkriegs kursierte unter Frontsoldaten folgendes Gedicht:
Die Etappenschweine.
Wer läuft gekleidet und gebügelt umher, wem fällt das Grüßen entsetzlich schwer, wer schluckt unzähliges Kommandogeld, wer ist in Gesprächen und Briefen ein Held, wer stiehlt uns die besten Weine, das sind die Etappenschweine.
Wer hat weder Mist noch Grütze im Kopf und trägt doch das schwarz-weiße Band im Knopf,Dies meint das Eiserne Kreuz für Nichtkombattanten. wer trippelt den deutschen Frauen zur Schmach, geputzten verseuchten Französinnen nach, und wer schläft selten alleine? Das sind die Etappenschweine.
Wer packt beim geringsten Schießen den Koffer und zittert vor Durchbruchsversuchen von Joffre wer schneidet die dümmsten Latrinengerüchte und macht uns die freudige Stimmung zunichte durch Schwarzseherei und Gegreine das sind die Etappenschweine.
Und doch ihr Wichte und Milchgesichter, ihr aufgeblasenes schlappes Gelichter, wir möchten für euer erbärmliches Leben, nicht eine der stolzen Erinn'rungen geben, uns binden Liebe und Treue, ihr bleibt die Etappensäue.
Ein Frontschweinzitiert nach Feldpostbrief vom 18. Mai 1915. Das Gedicht wird auch in Büchern zitiert, z. B. Franz Seldte (1930), Fronterlebnis: Volksausgabe der beiden Bücher "M.G.K." und "Dauerfeuer". Koehler Verlag, S. 395 oder Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe: Briefe 1911-1918, Rowohlt 2008, S. 80 oder Militärseelsorge im Ersten Weltkrieg: das Kriegstagebuch des katholischen Feldgeistlichen Benedict Kreutz, Matthias-Grünewald, 1987, S. 24laut , wurde der Verfasser des Gedichts gesucht, aber nicht gefunden
Ähnliche Begriffe Frontschwein (Antonym)
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Fachbegriff (Militärwesen) Kategorie:Historische Personenbezeichnung (Militär)