John Wick: Kapitel 4 ist ein US-amerikanischer Actionfilm von Regisseur Chad Stahelski, der am 23. März 2023 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos kam. Es handelt sich um eine Fortsetzung zu John Wick: Kapitel 3 (2019) und um den insgesamt vierten Teil innerhalb der John-Wick-Reihe, in dem Keanu Reeves erneut die titelgebende Hauptfigur verkörpert.

Handlung Einige Zeit nachdem John Wick vom Bowery King vor dem Tod gerettet wurde, konnte er seinen Körper regenerieren und seine Fähigkeiten weiter trainieren. Mit Rache gegen die Hohe Kammer im Sinn sucht er in der Wüste Jordaniens den Ältesten auf und bringt ihn um. Dieser Mord ruft den Marquis Vincent de Gramont auf den Plan, der gegenüber der Hohen Kammer Johns Tod verspricht und daraufhin sämtliche Freiheiten und Befugnisse erhält. Der Marquis rekrutiert den blinden Auftragsmörder Caine, einen ehemaligen Weggefährten und Freund von John, der diesen für die Hohe Kammer ausschalten soll, wenn ihm das Leben seiner Tochter Mia am Herzen liegt. Ebenso zerstört der Marquis das Continental Hotel in New York City, exkommuniziert den Manager Winston und erschießt den Concierge Charon, um seine Entschlossenheit gegenüber den Verbündeten von Wick zu demonstrieren.

John Wick konnte unterdessen im Continental Hotel von Osaka, das von seinem alten Freund Koji Shimazu geleitet wird, Zuflucht finden. Als die Streitkräfte der Hohen Kammer die Auslieferung des abtrünnigen Profikillers fordern, sich Koji dieser Forderung allerdings verweigert, wird auch das japanische Hotel säkularisiert. Es kommt zum Kampf zwischen beiden Parteien, bei dem John auch auf Caine trifft. Der schwer verwundete Koji gewährt John eine Fluchtmöglichkeit, ehe er vor den Augen seiner Tochter Akira von Caine umgebracht wird.

Um die Spur von John nicht zu verlieren, verbündet sich der Marquis gegen ein Kopfgeld mit einem Tracker, der den Flüchtigen aufspüren soll. John wurde unterdessen durch Winston auf einen möglichen Ausweg für seinen aussichtslosen Kampf gegen den Marquis gebracht: ein rituelles Duell, bei dem ein Mann sterben muss, während dem anderen die Freiheit gewährt wird. Da John ohne seine Zugehörigkeit zur Organisation Ruska Roma diesen Vorschlag allerdings nicht in der Hohen Kammer vorbringen kann, reist er nach Berlin, um in seine ehemalige Familie wieder aufgenommen zu werden.

Katia, die Vorsitzende der Ruska Roma, stellt John eine Rückkehr in Aussicht, sollte er den Mörder ihres Vaters zur Strecke bringen. Nach erfolgreicher Absolvierung des Auftrages wird John wieder in die Ruska Roma aufgenommen und sein Duell-Ersuchen der Hohen Kammer übermittelt. In Paris legt der Marquis als Austragungszeitpunkt den nächsten Sonnenaufgang fest und wählt Caine als Vertreter seinerseits. John hingegen wählt Winston als seinen Sekundanten, der im Falle seiner Niederlage ebenfalls erschossen würde, im Falle seines Sieges jedoch das Continental Hotel zurückerhalten soll.

Der Marquis möchte verhindern, dass es John überhaupt rechtzeitig zum Duell vor der Basilika Sacré-Cœur de Montmartre schafft, und erhöht das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld. Mit einem kugelsicheren Anzug und neuen Waffen vom Bowery King ausgestattet, wird John in der darauffolgenden Nacht zum Ziel sämtlicher Pariser Auftragsmörder und Kopfgeldjäger. Letztendlich schafft er es nur durch die überraschende Hilfe von Caine und dem Tracker, den er zuvor im Kampf verschont und seinen Hund gerettet hatte, zum vereinbarten Treffpunkt. John und Caine treten im Pistolenduell gegeneinander an und verletzten sich gegenseitig. Als der Marquis glaubt, das Duell für sich entschieden zu haben, und für den Coup de Grâce an Caines Stelle tritt, offenbart Winston, dass John seinen Schuss noch nicht abgefeuert hat. John erschießt seinen Widersacher. Winston wird daraufhin rehabilitiert und erhält sein Continental Hotel zurück. John wird von allen Pflichten gegenüber der Hohen Kammer freigesprochen und bricht kurz darauf auf den Stufen vor Sacré-Cœur zusammen. Ein Grabstein, den Winston und der Bowery King später besuchen, legt nahe, dass John seinen schweren Verletzungen erlegen ist.

In einer Post-Credit-Szene wird Caine von Akira aufgesucht, die Rache für den Mord an ihrem Vater nehmen möchte.

Produktion Entstehung und Besetzung

Bereits im Dezember 2018 zeigte sich Chad Stahelski offen, einen weiteren John-Wick-Film zu drehen, sofern dem Publikum der dritte Teil gefalle. Als John Wick: Kapitel 3 im Mai 2019 bereits wenige Tage nach dem US-Kinostart das Einspielergebnis seiner beiden Vorgänger übertreffen konnte, kündigte Lionsgate umgehend einen vierten Teil mit Keanu Reeves in der Hauptrolle an. Dieser wurde erneut von Stahelski inszeniert und sollte ursprünglich 2021 in den US-amerikanischen Kinos anlaufen. Stahelski verriet bereits kurze Zeit später, dass es zwischen dem dritten und vierten Teil einen Zeitsprung geben werde, da die ersten drei Filme innerhalb eines knappen Monats spielen und man John Wick in dieser Zeit „so weit an die Grenze gebracht [hat], wie es nur möglich ist“. Im Gegensatz zu den drei Vorgängerfilmen wurde das Drehbuch nach einer Entscheidung seitens Lionsgate allerdings nicht von Derek Kolstad geschrieben. Stattdessen waren verschiedene andere Autoren tätig, wobei der finale Entwurf von Michael Finch und Shay Hatten stammt.

Zu den wiederkehrenden Darstellern aus vorherigen Filmen zählen Ian McShane als Continental-Manager Winston Scott, Lance Reddick als Concierge Charon, Laurence Fishburne als Obdachlosenanführer Der Bowery King und Bridget Moynahan als Helen Wick. Als Neuzugänge schlossen sich Donnie Yen als blinder Auftragsmörder Caine, Bill Skarsgård als Hohe-Kammer-Abgesandter Marquis Vincent de Gramont, Shamier Anderson als ein Tracker, Clancy Brown als ein Hohe-Kammer-Bote, Marko Zaror als der Marquis-Gefolgsmann Chidi, Hiroyuki Sanada als japanischer Continental-Manager Koji Shimazu, Rina Sawayama als dessen Tochter Akira, Scott Adkins als deutscher Unterweltsboss Killa Harkan und Natalia Tena als Ruska-Roma-Vorsteherin Katia Javanavič der Besetzung an. Darüber hinaus übernahm George Georgiou die Rolle des Ältesten, der im Vorgängerfilm noch von Saïd Taghmaoui verkörpert wurde. Yen gab über seinen Charakter an, dass er im Zuge der Vorproduktion seine zunächst stereotypisch asiatisch angelegte Figur in Bezug auf Namen und Auftreten abändern und stattdessen als eine Hommage an Bruce Lee anlegen konnte. Adkins’ Figur erforderte das Tragen eines Fettanzugs, weshalb er seinen Kampfstil an Mike Tyson anlehnte.

Im Film wird die Figur des Concierge Charon erschossen. Der Schauspieler Lance Reddick, der diese Rolle verkörperte, starb wenige Tage vor Kinostart des Films.

Dreharbeiten mini|Produktionstafel am Haupteingang von Studio Babelsberg Im Dezember 2019 begann Hauptdarsteller Keanu Reeves in Vorbereitung auf die Filmaufnahmen zu John Wick: Kapitel 4 und Matrix Resurrections nahe Los Angeles mit Gun-Fu-Training. Innerhalb einer zwölfwöchigen Vorbereitungszeit erlernte er darüber hinaus den Umgang mit Nunchakus, das Driften mit Muscle-Cars und weitere Fähigkeiten in Judo und Jiu Jitsu.

Die Dreharbeiten mit Kameramann Dan Laustsen begannen am 28. Juni 2021 im Studio Babelsberg in Potsdam. Aufnahmen in Berlin entstanden unter anderem am Gendarmenmarkt, in der Herz-Jesu-Kirche, am Brandenburger Tor, im Kraftwerk und im ICC. Im Anschluss wurde die Produktion mit einer zweiwöchigen Verzögerung nach Paris verlagert, wo zwischen dem 1. Oktober und 5. November gefilmt wurde. Zu den Drehorten in der französischen Hauptstadt zählten Touristenattraktionen wie die Basilika Sacré-Cœur de Montmartre, der Arc de Triomphe, der Louvre, der Eiffelturm, die Opéra Garnier, der Jardin du Luxembourg und die Pfarrkirche Saint-Eustache. Die Verfolgungsjagd auf der zentralen Place Charles de Gaulle wurde tatsächlich auf dem stillgelegten Flughafen Berlin-Tegel gedreht, da man für den Kreisverkehr keine Drehgenehmigung erhalten hatte. Seitens verschiedener Produktionsmitglieder wurde der Dreh in Paris im Nachhinein als chaotisch beschrieben, da sich Regisseur Chad Stahelski oft erst spontan für einzelne Drehorte entschieden und dadurch die Kommunikation mit den lokalen Behörden sowie die Logistik erschwert haben soll. Weitere Aufnahmen entstanden im jordanischen Wadi Rum sowie in Tokio, Osaka und Utah. Im November 2021 wurden die Filmaufnahmen abgeschlossen. Weitere Nachdrehs erfolgten im Februar 2022 in New York City, so unter anderem im Four Freedoms Park auf Roosevelt Island. Kameramann Laustsen gab an, insgesamt 18 Wochen lang bei Nacht gedreht zu haben.

Regisseur Stahelski griff für den vierten Teil auf nicht genutzte Elemente und Actionsequenzen aus John Wick: Kapitel 3 zurück und bediente sich unter anderem bei Samurai-Filmen von Sergio Leone oder dem Actionthriller Die Warriors als Inspirationsquelle. Ein überdurchschnittlich großer Anteil des auf 90 Millionen US-Dollar geschätzten Budgets entfiel dabei innerhalb der Vorproduktion auf die Einübung der Actionszenen mit den Stuntteams und Kameraleuten, wodurch der spätere Dreh allerdings erheblich schneller abgeschlossen werden konnte. So erfolgten die Filmaufnahmen am Arc de Triomphe innerhalb von zwei Wochen, bedurften allerdings einer viermonatigen Vorbereitungszeit. Dreharbeiten auf der Treppenstraße Rue Chappe nahe Sacré-Cœur erfolgten innerhalb von sieben Tagen, während die One-Shot-Szenen mit einer Dragon’s-Breath-Shotgun tatsächlich mit nur einer Einstellung gedreht, in der Postproduktion allerdings um visuelle Effekte ergänzt wurde. Für weitere Actionszenen kamen dressierte Hunde und Polizeipferde in Jordanien zum Einsatz. Im Zuge der Produktion wurden rund 45 Autos zerstört.

Der ursprüngliche Rohschnitt hatte eine Laufzeit von fast 230 Minuten, wurde für die finale Filmfassung von Filmeditor Nathan Orloff allerdings auf unter drei Stunden gekürzt. Neben ergänzendem Worldbuilding fielen dabei vor allem Teile der Actionszenen in Berlin und am Arc de Triomphe dem Schnitt zum Opfer. Auch ein alternatives Ende, bei dem John Wick am Schluss des Films lebendig zu sehen war, wurde aufgrund ablehnender Zuschauerreaktionen in Testvorführungen für die Kinofassung nicht genutzt.

mini|hochkant|Komponist Tyler Bates

Filmmusik Für die Filmmusik waren wie bei allen drei Vorgängerfilmen Tyler Bates und Joel J. Richard verantwortlich. Beide vermischten erneut Einflüsse aus Martial-Arts-Filmen und der Rockmusik mit Synthesizern, E-Gitarren und Bässen, die von den zwei Komponisten selbst eingespielt wurden. Als Schlagzeuger bei den Aufnahmen fungierte Gil Sharone. Erstmals setzten Bates und Richard bei der Musik zu einem John-Wick-Film auch auf den Einsatz eines 72-köpfigen Orchesters aus Nashville, dass die klassische Rock-Ästhetik klanglich und harmonisch erweitern sollte. Insgesamt komponierten die beiden Musiker rund drei Stunden Filmmusik für John Wick: Kapitel 4 – mehr als für jeden der Vorgängerfilme.

Der 35 Musikstücke umfassende Soundtrack wurde am 24. März 2023 durch Lakeshore Records digital veröffentlicht. Zum Album zählen auch drei von Tyler Bates selbst geschriebene Songs, die im Kontrast zur restlichen EDM-Musik eher dem Garage Punk zuzuordnen sind. So nahm Bates’ eigene Tochter Lola Colette für den Film eine moderne Version des erstmals 1965 veröffentlichten Songs Nowhere to Run von Martha & the Vandellas auf. Daneben steuerte die US-amerikanische Metalcore-Band In This Moment das Lied I Would Die for You und die Darstellerin Rina Sawayama den Song Eye for an Eye zum Soundtrack bei. Ebenso wirkte der US-amerikanische DJ Le Castle Vania, ein langjähriger Kollaborateur von Bates und Richard, an einzelnen Tracks der Filmmusik mit. Vier seiner Songs wurden am 31. März 2023 als separate EP unter dem Titel Himmel und Hölle veröffentlicht.

Veröffentlichung