mini|Büchenbach von Norden

Büchenbach (fränkisch: BäjchabaE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 12. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bęiχɒbɒ“.) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geografie mini|Rednitzbrücke östlich von Büchenbach (2013) Lage Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Nürnberg, etwa 20 km südlich von Nürnberg. Der Ort Büchenbach liegt im Osten des Gemeindegebietes und ist von der Stadt Roth drei Kilometer entfernt. Im östlichen Gemeindegebiet fließt die Rednitz.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind von Norden aus im Uhrzeigersinn: Schwabach, Rednitzhembach, Wendelstein, Roth, Georgensgmünd, Abenberg und Kammerstein. Zwischen Büchenbach und Kammerstein befindet sich das 3,2, km² große gemeindefreie Gebiet Heidenberg in der Gemarkung Ottersdorf.

Gemeindegliederung Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aurau (Gemarkungsteil 1), Büchenbach, Günzersreuth (Gemarkungsteil 0) und Ottersdorf (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Büchenbach hat eine Fläche von 10,557 km². Sie ist in 3528 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2992,21 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Breitenlohe und Hebresmühle.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1103 als „Buchenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichnamigen Gewässernamen ab, der einen Bach bezeichnet, an dem Buchen wachsen. 1249 wurde der Ort in einer Urkunde als „Bvochenbach“ erwähnt,W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 43.Nach E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 12, Ersterwähnung 1249. in der die Schenkung eines Gutes an das Kloster Seligenporten besiegelt wird. Im ausgehenden Mittelalter war Büchenbach nürnbergischer Hauptmannschaftsort. Erst mit der Einführung der Reformation gewannen die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach zunehmend an Einfluss. Erster evangelischer Pfarrer in Büchenbach war von 1526 bis 1527 der später von Martin Luther verketzerte Sebastian Franck.

Im Zuge des Ausbaus der Territorialfürstentümer wurde Büchenbach Teil des Markgraftums Brandenburg-Ansbach. Diese Markgrafschaft lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis.

Gegen Ende des Heiligen Römischen Reiches (Ende des 18. Jahrhunderts) gab es in Büchenbach 37 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach inne. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (14 Anwesen; Kastenamt Schwabach: 1 Halbhof, 1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Gütlein, 1 Tafernwirtschaft, 4 Leerhäuser, 1 Badhaus, 1 Schmiede, 1 Pfarrhof; Kastenamt Schwabach, zur Kirche Büchenbach handlohnbar: 1 Köblergut; Spital Schwabach: 1 Köblergut; Kastenamt Roth, zur Kirche Roth handlohnbar: 1 Köblergut), der Hochstift Eichstätt (Kastenamt Pleinfeld: 1 Ganzhof; Domkapitel’sches Kastenamt Pleinfeld: 1 Halbhof), die Reichsstadt Nürnberg (St. Klara-Klosteramt: 1 Halbhof, 1 Tafernwirtschaft; St. Katharina-Klosteramt: 1 Ganzhof; Landesalmosenamt: 1 Ganzhof, 3 Halbhöfe), Nürnberger Eigenherren (von Behaim: 2 Halbhöfe; von Holzschuher: 1 Ganzhof; von Imhoff: 3 Halbhöfe, 1 Gütlein; von Praun: 2 Halbhöfe), weitere Eigenherren (von Mohr zu Nenzenheim: 1 Halbhof; von Vieregg zu Heideck: 2 Halbhöfe, 1 Köblergut) und das pfalz-bayerische Kastenamt Hilpoltstein (1 Gütlein). Neben den Anwesen gab es noch die Pfarrkirche und kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schule).F. Eigler: Schwabach, S. 385.

Büchenbach wurde wie das Fürstentum Ansbach ab 1792 von Preußen verwaltet. Als Teil des Fürstentums fiel der Ort im Pariser Vertrag (Februar 1806) durch Tausch an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Büchenbach gebildet, der aus zwei Sektionen bestand: Zu Sektion I gehörten die Orte Büchenbach, Breitenlohe und Hebresmühle, zu Sektion II gehörten Kühedorf, Ottersdorf, Tennenlohe und Ungerthal. 1818 entstand die Ruralgemeinde Büchenbach, die mit dem Steuerdistrikt Sektion I deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Büchenbach zum Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt), die Gerichtsbarkeit ging auf das Landgericht Roth über. Ab 1880 wurde sie vom Amtsgericht Schwabach übernommen.F. Eigler: Schwabach, S. 468. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,570 km²

Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern Gauchsdorf, Götzenreuth, Neumühle und Schopfhof, Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Günzersreuth, welches sich mit Chausseehaus, Neppersreuth sowie Poppenreuth Teil von Kammerstein wurde, und Kühedorf, Ottersdorf, Tennenlohe und Ungerthal von der aufgelösten Gemeinde Ottersdorf eingegliedert, während Obermainbach nach Schwabach kam. Am 1. Juli 1972 kamen Asbach und Aurau von der ehemaligen Gemeinde Aurau hinzu.

Einwohnerentwicklung

+ Gemeinde BüchenbachJahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2016Einwohner 427 453 491 518 533 522 514 500 509 518 544 508 536 510 568 578 640 705 1034 1112 2174 2673 4242 5033 5209 5288HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 79 74 101 110 110 115 128 176 309 1039 1513Quelle Für die Gemeinde Büchenbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Breitenlohe (S. 12) und Hebersmühle (S. 37). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 451 Einwohner.

+ Ort BüchenbachJahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014 2019Einwohner 304 330 359 367 378 391 453 969 2064 2570 3119 3897 3917Häuser 55 52 81 83 98 148 284 737 Quelle

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern sowie dem Bürgermeister und wurde zuletzt am 8. März 2026 gewählt. Das Ergebnis und die daraus folgende Sitzverteilung gestalten sich wie folgt: UWG CSU SPD Grüne Gesamt 2026 8 6 3 3 20 Sitze 2020 8 6 3 3 20 Sitze 2014 10 6 4 - 20 Sitze

Der Erste Bürgermeister Helmut Bauz (Unabhängige Wählergemeinschaft, UWG) wurde im Jahr 2003 gewählt. Mit 29 Jahren war er der mit Abstand jüngste Bürgermeister im Landkreis Roth und einer der jüngsten in Bayern. Obwohl seine erste Amtszeit erst im Juli 2009 zu Ende war, stellte Bauz sich bereits im März 2008 im Rahmen der allgemeinen Kommunalwahlen in Bayern zur Wiederwahl. Mit knapp 82 % der Stimmen bestätigten die Büchenbacher den aus einem Dorf bei Tübingen stammenden Schwaben als Gemeindeoberhaupt.

Bei der Wahl am 8. März 2026 erhielt Helmut Bauz 87,4 % der gültigen Stimmen. Sein Mitbewerber Gerhard Dahlberg (Grüne) konnte 12,6 % der Stimmen erringen.

Gemeindefinanzen Im Jahr 2023 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 7,509 Millionen Euro, davon waren 0,411 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen.

Anfang 2004 betrug die Verschuldung der Gemeinde 7,8 Millionen Euro und entwickelte sich wie folgt (jeweils Jahresbeginn): 2005 7,2 Millionen Euro, 2006 6,6 Millionen Euro, 2007 6,0 Millionen Euro, 2008 5,9 Millionen Euro. 2011 lag die Verschuldung bei 4.105.000 Euro. Von 2019 bis 2023 sank die Verschuldung von 3.325.000 Euro auf 1.074.000 Euro.

Ab den 2000er Jahren konnten trotz Schuldenreduzierung erhebliche Investitionen in den Bereichen Abwasserbeseitigung (Kanalbau in den Gemeindeteilen Asbach und Aurau), Erschließung von Neubaugebieten (Heuweg in Büchenbach sowie Mühlenstraße in Ottersdorf) durchgeführt werden: Das Gewerbegebiet wurde mit etwa 20.000 m² Nettobaufläche erweitert und die stark frequentierte Gemeindeverbindungsstraße von Büchenbach nach Breitenlohe vollständig erneuert. In diesem Zusammenhang wurde ein straßenbegleitender Geh- und Radweg angelegt. Im Herbst 2008 wurde zwischen Büchenbach und Kühedorf ebenfalls ein straßenbegleitender Geh- und Radweg angelegt. In Kühedorf wurde der seit vielen Jahren (Jahrzehnten) von der Bevölkerung geforderte Wanderparkplatz gebaut. 2009 wurde ein Fuß- und Radweg als Verbindung zwischen dem Dorfweiher und dem sogenannten Planetenviertel gebaut. Dabei wurde der dortige Abwasserkanal komplett erneuert. Im Vorgriff auf die dringend erforderliche Generalsanierung der Ortsdurchfahrt Büchenbach (Kreisstraße RH 3) wurden ebenfalls Teile des Abwasserkanals sowie die komplette Wasserleitung erneuert. Die Breitbandanbindung konnte seit 2008 stark verbessert werden: Mittels neu verlegter Glasfaserleitungen stehen in den Gemeindeteilen Asbach, Aurau, Breitenlohe, Büchenbach (incl. Gewerbegebiet) und Kühedorf leistungsstarke Anbindungen mit bis zu 50 MBit/sec downstream zur Verfügung. Derzeit (Herbst 2012) arbeitet die Gemeindeverwaltung intensiv an einer auf Glasfaserkabel basierenden Anbindung für die noch unterversorgten Gemeindebereiche Nord (Tennenlohe und Ottersdorf mit Ungerthal) sowie West (Götzenreuth mit Schopfhof, Gauchsdorf und Neumühle). Eine Breitbandanbindung über den Mobilfunkstandard LTE ist dort bereits heute möglich. In den Jahren 2009 bis 2011 wurden aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnbauland das Wohnbaugebiet Am Espan mit vorerst 13 Wohnbaugrundstücken sowie das kleine Wohnbaugebiet Südlicher Kirchensteig mit insgesamt sieben Wohnbaugrundstücken erschlossen. In Tennenlohe wurde das Wohnbaugebiet Am Alten Schulhaus erschlossen. Das Wohnbaugebiet Heuweg in Büchenbach wurde 2011 erweitert. In den Jahren 2011 und 2012 konnte die seit Jahren diskutierte und geplante Generalsanierung der Ortsdurchfahrt Büchenbach (Kreisstraße RH 3), Untere und Obere Bahnhofstraße und Schwabacher Straße in die Tat umgesetzt werden. Im Altort wurden dafür insgesamt drei Gebäude abgerissen, zahlreiche Garteneinfriedungen wurden versetzt. Dank der Bereitschaft zahlreicher Anlieger zu einer Grundabtretung konnte die Verkehrssicherheit mittels verbreiterter Gehsteige erheblich verbessert werden. Im Bereich des Geschäftszentrums Untere Bahnhofstraße wurde eine Fußgänger-Drückampel als Querungshilfe installiert. Die Generalsanierung der gemeindlichen Dreifachturnhalle (Ursprungsbaujahr 1976) startete 2011 mit der Erneuerung der Fenster und der Hallenbeleuchtung. Diese soll 2013 fortgeführt und abgeschlossen werden. Im Jahre 2012 konnte eine durchgehende Fuß- und Radwegeverbindung über den Aurachgrund von Breitenlohe nach Aurau gebaut werden. Für 2013 ist der Kanalbau im westlichsten Gemeindeteil Neumühle geplant. Die im unmittelbaren Einzugsgebiet des Aurachtales liegenden Dörfer der Gemeinde Büchenbach und der westlich angrenzenden Gemeinde Kammerstein sollen in den kommenden Jahren im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit an die Zentralkläranlage der Stadt Roth angeschlossen werden.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist grün-weiß-schwarz.

Gemeindepartnerschaft Seit 1989 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Németkér.

Kommunale Allianz KABS Büchenbach ist Teil der Kommunalen Allianz KABS, die 2007 von den politischen Gemeinden Kammerstein, Abenberg, Büchenbach und Spalt gegründet wurde. Seit Dezember 2014 ist die Gemeinde Rohr ebenfalls der Allianz beigetreten. Neben einer intensiven Zusammenarbeit der Verwaltungen und gemeindlichen Einrichtungen, insbesondere auch der Betrieb eines Wertstoffhofes in Büchenbach, ist die Sicherung der gemeindlichen Schulstandorte ein wichtiges Thema.Kommunale Allianz KABS

Baudenkmäler mini|Kirche St. Willibald

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|Gasthof zum Hirschen in Büchenbach