Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (Originaltitel The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe) ist ein US-amerikanisch-britischer Fantasyfilm – das Spielfilmdebüt des Regisseurs Andrew Adamson – und eine sehr vorlagentreue Verfilmung von Der König von Narnia, dem ersten (Erscheinungsjahr) beziehungsweise zweiten (Erzählfolge) Band aus C. S. Lewis’ siebenteiliger Fantasyreihe Die Chroniken von Narnia.
Nach der Weltpremiere in London am 7. Dezember 2005 startete der Film in der Schweiz am selben Tag, in Deutschland und Österreich tags darauf. Er entwickelte sich zu einem großen Erfolg an den Kinokassen. Es schloss eine zur Vorlage gleichnamigen Filmreihe an, bestehend aus Prinz Kaspian von Narnia (2008) und Die Reise auf der Morgenröte (2010).
Handlung Während des Zweiten Weltkriegs müssen die Kinder der Familie Pevensie – Peter, Susan, Edmund und Lucy – ihre Heimat London verlassen. Sie sollen für die Zeit des Krieges bei Professor Digory Kirke leben, um vor den deutschen Bombenangriffen in Sicherheit zu sein. Beim Versteckspiel entdeckt die Jüngste, Lucy, in dem riesigen verwinkelten Herrenhaus des Professors mit vielen Räumen und Türen einen seltsamen Kleiderschrank, der in seinem Inneren einen Weg in eine andere Welt öffnet.
Sie trifft dort an einem Laternenpfahl auf den Faun Tumnus, der sie zu sich nach Hause einlädt. Nachdem sie gegessen haben, schläft sie ein. Danach erzählt ihr Herr Tumnus, wer er wirklich ist: ein Untertan der Weißen Hexe, die behauptet, Königin von Narnia zu sein. Sie hat befohlen, alle Menschen, die man in Narnia findet, an sie auszuliefern. Lucy kann ihn überreden, sie nicht zu verraten, und rennt sofort mit Herrn Tumnus zu dem Laternenpfahl zurück, wo sie alleine zum Kleiderschrank zurückfindet.
Als sie ihren Geschwistern von der Geschichte erzählt, glaubt ihr niemand. Bei einem weiteren Versuch Lucys nach Narnia zu gehen, schleicht Edmund ihr hinterher. Während Lucy wieder zu Herrn Tumnus geht, trifft Edmund auf die Weiße Hexe Jadis und erzählt ihr alles, was er von Lucy gehört hat, da die Hexe freundlich zu sein scheint. Außerdem verspricht sie ihm, dass er, wenn er mit seinen Geschwistern wiederkomme, König von Narnia werde. Kurz darauf trifft er auf Lucy, die ihm erzählt, wer die Weiße Hexe ist, ohne dass sie etwas über die Begegnung Edmunds ahnt. Zurück aus Narnia, berichtet sie den anderen Geschwistern, Narnia gebe es wirklich und dass Edmund es bezeugen könnte. Edmund behauptet jedoch, dass er nur so getan habe als wäre er in Narnia gewesen.
An einem anderen Tag spielen die Kinder Cricket und zerbrechen dabei ein Fenster. Sie verstecken sich im Kleiderschrank vor der strengen Mrs. Macready, der Haushälterin des Professors, woraufhin sie alle nach Narnia gelangen. Lucy will ihre Geschwister zu Herrn Tumnus führen, doch sie finden heraus, dass er von der Geheimpolizei Jadis’ entführt worden ist. Ein sprechender Biber geleitet die Kinder zu seiner Behausung und erzählt den Kindern von einer Prophezeiung, in der die Kinder die Hexe besiegen, und vom Löwen Aslan, dem wahren König von Narnia. Schließlich bemerken sie, dass Edmund verschwunden ist.
Dieser geht in das Schloss der Hexe, da es ihn nach mehr von dem Türkischen Honig verlangt, den sie ihm zuvor gegeben hatte. Als er auf die Hexe trifft, lässt sie ihn jedoch einsperren. Im Verlies trifft Edmund auf Herrn Tumnus, der später von der Hexe versteinert wird. Mit Edmund macht sich die Hexe mit ihrem Schlitten auf die Suche nach seinen Geschwistern.
Diese befinden sich auf der Flucht zu Aslan, der zurückgekehrt ist. Dabei treffen sie den Weihnachtsmann, der Lucy einen Dolch und ein Mittel schenkt, das alle Wunden heilt, Susan ein magisches Horn sowie Pfeil und Bogen und Peter ein Schwert und einen Schild. Nach einem Kampf gegen Jadis’ Wölfe erreichen die Kinder endlich das Lager Aslans. Dessen Soldaten gelingt es, Edmund zu befreien, doch die Weiße Hexe verlangt anschließend den Tod des Jungen, da er Verrat begangen habe. Aslan bringt sie jedoch davon ab, indem er sich selbst opfert.
Susan und Lucy werden in der Nacht Zeugen, wie Jadis Aslan tötet. Als Peter und die anderen von der Nachricht erfahren, ziehen sie in den Kampf gegen die Hexe. Am Morgen erwacht Aslan aber wieder zum Leben und erweckt im Schloss der Hexe die Versteinerten, um eine Armee aufzustellen. Damit kommt er Peter und den anderen zu Hilfe, sodass die Armee der Hexe unterliegt. Aslan selbst tötet Jadis. Edmund, der tödlich verwundet wurde, kann durch Lucys Trank überleben. Einige Tage später werden die Kinder zu Königen und Königinnen gekrönt. Am selben Tag verlässt Aslan Narnia.
Viele Jahre später geraten die inzwischen erwachsenen Geschwister bei der Jagd zum Laternenpfahl. Sie finden den Kleiderschrank und kommen im Kindesalter wieder in ihre Welt zurück. Sie treffen auf Professor Kirke, dem sie alles erzählen. In einer Abschlussszene sieht man, wie Lucy eines Nachts versucht, über den Schrank nach Narnia zurückzukehren. Der Professor erklärt ihr daraufhin, er habe es auch versucht, doch die Rückkehr werde irgendwann passieren, wenn man es am wenigsten erwarte.
Romanadaption Für die Verfilmung wurden einige neue Szenen und auch Figuren erdacht, die in der Buchvorlage entweder gar nicht oder anders beschrieben werden. Zugleich finden sich auch einige Verweise auf andere Ereignisse aus der Romanreihe. Die Anfangssequenz zeigt eine Szene aus der Luftschlacht um England, die die Charaktere einführt und erklärt, weshalb sie von London aufs Land verschickt werden. In der Szene wird auch Edmunds Neigung zu Ungehorsam erstmals gezeigt. Daraufhin folgt eine Abschiedsszene im Bahnhof. Diese beiden Szenen kommen im Buch nicht vor. Hier wird lediglich in wenigen knappen Sätzen beschrieben, warum die Kinder weggeschickt werden. Des Weiteren wurden die Umstände, die zu den Besuchen in Narnia führen, leicht verändert. Als Lucy Herrn Tumnus besucht, sagt sie, ihr Vater kämpfe im Krieg. Tumnus erwidert, dass auch sein Vater im Krieg gekämpft habe. Kurze Zeit später spielt Herr Tumnus Lucy ein Schlaflied vor. Hierbei zeigen die Flammen des Kamins in Tumnus Höhle tanzende und jagende narnianische Wesen. Am Ende des Liedes nimmt das Feuer die Gestalt eines Löwen an und stößt ein lautes Brüllen aus. Auch diese Szenen kommen im Buch nicht vor. Lewis beschreibt in seinem Buch, dass Herr Tumnus einen langen Schwanz über dem Arm trägt. Da er jedoch ein Faun, ein Mischwesen aus Mensch und Ziege ist, müsste er eigentlich einen sehr kurzen Schwanz haben, was im Film auch der Fall ist. Die Kinder diskutieren zweimal im Film, ob sie Narnia eher verlassen sollten, statt sich in die Geschehnisse einzumischen. Als Herr und Frau Biber ihnen von ihrer Bestimmung erzählen, wendet Susan ein, dass sie aus London fortgeschickt wurden, um einem Krieg zu entgehen. In der Vorlage finden diese Diskussionen nicht statt. Jedoch ist den Kindern auch hier beim Gedanken an einen Kampf nicht wohl zumute. Eine weitere Änderung betrifft den Verrat Edmunds. Als er seine Geschwister an die Königin verrät, stellt er sofort fest, einen Fehler begangen zu haben. Er wird eingesperrt und trifft Herrn Tumnus, der kurz darauf zu Stein verwandelt wird, weil er Lucy geholfen hat. Im Buch treffen Edmund und Herr Tumnus nicht aufeinander. Ebenso wenig folgen die drei Geschwister Edmund zum Schloss der Königin, bevor sie zu Aslan fliehen. Deshalb sind ihnen die Wölfe im Film direkt auf den Fersen und fangen sie auf dem tauenden Fluss ab. Im Buch jedoch machen sie sich direkt auf den Weg und verstecken sich vor der Weißen Hexe in einer Höhle, wo sie auch die Nacht verbringen. Als die Flüchtlinge im Film den Weihnachtsmann treffen, erhalten sie nur die Waffen und Lucy das Heilmittel. Im Buch gibt es noch weitere Geschenke für Herrn und Frau Biber. Außerdem sorgt der Weihnachtsmann noch dafür, dass alle etwas Heißes zu trinken bekommen. Den Mädchen wird zudem befohlen, nicht an Schlachten teilzunehmen und ihre Waffen (Bogen und Dolch) nur im äußersten Notfall zu benutzen. Als Peter, Susan und Lucy einige Zeit später Aslans Basis erreichen, sehen sie ein gewaltiges Lager. Im Buch versammeln sich lediglich Aslan und verschiedene Tiere um den Steinernen Tisch. Aslans Armee wird kommandiert von General Oreius, einem Zentauren. Die Armee der weißen Hexe hat als Kommandeur einen Minotaurengeneral mit Namen Otmin. Beide Charaktere kommen im Buch nicht vor; ebenso wenig der Fuchs, der im Film den Kindern hilft und die Streitkräfte Aslans zusammenruft. Nach Aslans Tod sorgen die Schwestern dafür, dass eine Nachricht ihre Brüder und die Streitmacht von dem Verlust informiert. Im Buch kämpfen die Narnianer gegen die Weiße Hexe, ohne zu wissen, dass Aslan tot ist. Diese Schlacht wird detailliert dargestellt mit verschiedenen Ergänzungen, etwa dem Luftbombardement auf die Streitkräfte der Königin, dem Phönix, der eine Feuerwand entfacht, um sie aufzuhalten, oder dem Rückzug zu den Felsen. Susan erschießt am Ende der Schlacht den Zwerg Ginarrbrik (der im Buch nie namentlich genannt wird), der im Begriff war, den verwundeten Edmund zu töten. Im Buch kämpfen die beiden Mädchen gar nicht, und die Schlacht findet im Wald und nicht auf freiem Feld statt. Der Schluss des Films wurde gegenüber dem Buch verkürzt. So beinhaltet die Krönung der Kinder die sofortige Verleihung ihrer Ehrungen. Im Buch wird detailliert beschrieben, warum sie diese Beinamen erhielten. Auch die Darstellung der weiteren Leben der Kinder als Könige in Narnia beschränkt sich auf ihre Jagd auf den Weißen Hirsch, in dessen Zuge sie den Kleiderschrank wiederentdecken und bei ihrer Rückkehr sofort auf den Professor treffen. Lewis hingegen beschreibt noch einige Taten und Abenteuer in der 15-jährigen Regierungszeit der Pevensies in Narnia. Im Film reitet Edmund sowohl im Lager als auch bei der Jagd nach dem weißen Hirsch ein sprechendes narnianisches Pferd. Im Buch wird nichts davon genannt. Außerdem heißt es in dem Buch Die Chroniken von Narnia: Der Ritt nach Narnia wörtlich: . Deshalb ist es höchst unwahrscheinlich, dass er nach 15 Jahren in Narnia zur Friedenszeit ein sprechendes Pferd reitet. Es wird auch von allen Pferden als sehr erniedrigend empfunden, von Menschen geritten zu werden. Im Buch werden die Zugtiere der Hexe als eine Art Kreuzung aus Pony und Rentier in weiß beschrieben. Im Film sind es ausgewachsene weiße Rentiere. Außerdem sind es sechs statt nur zwei. Professor Kirke entnimmt Tabak aus einem kleinen silbernen Apfel, eine Bezugnahme auf Ereignisse während seiner eigenen Reise nach Narnia in dem Buch „Das Wunder von Narnia“; dort wurde er beauftragt, einen silbernen Apfel aus Aslans Garten zu besorgen. Eine weitere Bezugnahme auf „Das Wunder von Narnia“ stellt der Kleiderschrank dar. Auf seiner Vorderseite ist ein großer Apfelbaum geschnitzt – laut „Das Wunder von Narnia“ stammt sein Holz von dem magischen Apfelbaum, den Digory, der spätere Professor Kirke, gepflanzt hatte. Weitere Schnitzarbeiten auf dem Kleiderschrank beziehen sich ebenfalls auf „Das Wunder von Narnia“, einschließlich der Erschaffung Narnias, dem silbernen Apfel, der Halle der Königinnen und dem Vogel, den Professor Kirke im Baum der silbernen Äpfel sah. Eines der Bücher in Herrn Tumnus’ Haus trägt den Titel: „Is Man a Myth?“ Dieses und andere werden auch im Buch erwähnt.
Produktion und Veröffentlichung Der Film wurde hauptsächlich von Walden Media und Walt Disney Pictures produziert. Weitere beteiligte Firmen waren Lamp Post Productions Ltd. und Stillking Films. Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum hatte Disney keinerlei Einfluss auf Inhalt und Art der Verfilmung, sondern wurde Michael Flaherty (dem Gründer von Walden Media) zufolge als der geeignetste Partner für Marketing und Vertrieb eines Films in dieser Größenordnung ausgewählt. Dies ist auch der ausschließliche Aufgabenbereich von Disney bei diesem Film.Interview mit Michael Flaherty