Muanza ist ein Distrikt der Provinz Sofala in Mosambik mit der Hauptstadt Muanza. Der Distrikt grenzt im Norden an den Distrikt Cheringoma, im Westen an den Distrikt Gorongosa, im Süden an den Distrikt Dondo und im Osten an den Indischen Ozean.

Geographie Der Distrikt Muanza ist 7513 Quadratkilometer groß und hat 32.300 Einwohner (Stand 2013), das ergibt eine Bevölkerungsdichte von 4,3 Personen je Quadratkilometer.

Das Land hat tropisches Savannenklima mit einem jährlichen Niederschlag von über 800 Millimeter, in einigen Landesteilen auch bis 1400 Millimeter. Die jährlichen Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 24 und 26 Grad Celsius. Die Landschaft ist geprägt von flachen Hügeln mit einer Höhe bis zu 200 Meter. Die Hauptflüsse sind Chineziwa, Sambanzou, Muanza und Urema.

Geschichte Muanza ist ein junger Distrikt, er war ursprünglich ein Bestandteil von Cheringoma und wurde 1980 zum eigenen Distrikt erhoben.

Bevölkerung Die Bevölkerung ist sehr heterogen, die meisten Einwohner stammen aus anderen Distrikten der Provinz Sofala und aus der Provinz Zambezia. Wie in vielen Distrikten in Mosambik ist die Bevölkerung sehr jung, in Muanza sind 20,6 Prozent der Einwohner unter fünf Jahre alt, 32 Prozent sind zwischen fünf und fünfzehn Jahren alt.

Die vorherrschende Muttersprache ist Ndau (auch Cindau oder Chindau genannt), 46 Prozent der Bevölkerung über fünf Jahren spricht portugiesisch.

Einrichtungen und Dienstleistungen In Distrikt befinden sich (Stand 2013) 53 Grundschulen (Primárias) und zwei weiterführende Schulen (Secundárias). Von den Grundschulen sind 43 öffentlich und 19 privat geführt, von den weiterführenden Schulen sind beide öffentlich.

In Muanza gibt es sechs Gesundheitszentren.

Verwaltungsgliederung Der Distrikt Muanza ist in zwei Verwaltungsposten (postos administrativos) gegliedert:

Muanza Galinha

Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2007 besaßen 62 Prozent der Haushalte ein Radio und 1,3 Prozent einen Fernseher, 48 Prozent hatten ein Fahrrad und 0,1 Prozent ein Auto.

Landwirtschaft In Muanza gibt es 4350 landwirtschaftliche Betriebe mit einer durchschnittlichen Fläche von 1,9 Hektar. Fast 90 Prozent der Fläche werden für Ackerbau verwendet. Hauptsächlich angebaut werden Maniok, Ananas, Mais Süßkartoffel und Hirse. Es werden hauptsächlich lokale Sorten angebaut, meist ohne Hilfe von Maschinen. Die Haltung von Rindern, Ziegen und Geflügel dient meist der Selbstversorgung. Auf den Höfen gibt es auch eine große Anzahl von Obst-, Kokos- und Cashewbäumen. Viele Bauern sichern sich ein Zusatzeinkommen durch den Verkauf von Holz, Brennholz, Schilf und Holzkohle, sowie aus Fischerei-Erträgen.

Industrie, Handel und Dienstleistungen Der Distrikt verfügt (Stand 2011) über 21 landwirtschaftliche Verarbeitungsbetriebe (15 im Jahr 2010), die Mais, Hirse und Maniok verarbeiten. Der Handel und der Dienstleistungssektor sind schwach entwickelt.

Bodenschätze In Muanza werden keine Bodenschätze abgebaut.

Verkehr Straße: Die wichtigste Straße im Distrikt ist die Verbindung Dondo – Inhaminga die durch die Hauptstadt des Distrikts führt. OrtkmTypDondo – Muanza – Inhaminga154RegionalstraßeDerunde – Galinha27nicht klassifiziertMuanza – Pedereida10nicht klassifiziertMuanza – Chenapamimba80nicht klassifiziert

Eisenbahn: Die Sena Eisenbahnlinie wurde im Jahr 1914 von Trans Zambezi Railways gebaut. Die Strecke wurde 2016 modernisiert, um die Kapazität für den Kohletransport von Moatize zum Hafen in Beira auf zwanzig Millionen Jahrestonnen zu erhöhen. Dabei wurde auch der Bahnhof Muanza restauriert. Neben dem Kohletransport hat sich in den letzten Jahren auch das Passagieraufkommen stark erhöht. Die Fahrt für die 120 Kilometer von Muanza nach Beira dauert mit 4 Zwischenstopps in Savana, Dondo, Inhamizua und Manga 4 Stunden und 21 Minuten (Stand 2019).

mini|Schwarzwangengirlitz (Crithagra mennelli) in Muanza

Parks

Gorongosa-Nationalpark: Auf zwei Dritteln der Fläche des Distrikts befindet sich der Gorongosa-Nationalpark. Wegen Instabilität und kriegerischer Auseinandersetzungen wurde der Park 1983 geschlossen, die Infrastruktur zerstört und die Tierwelt stark dezimiert. 1995 wurde er wieder geöffnet. Dieser Park ist bekannt für seine Artenvielfalt und die Möglichkeit ornithologischer Beobachtungen. Die Bestände von Löwen, Elefanten, Antilopen, Flusspferden, Krokodilen, Wildschweinen und Affen nehmen seit der Eröffnung wieder zu. Für Touristen stehen fünfzig Betten in neun Hotelbetrieben zur Verfügung. Coutada 10: Im Südosten von Muanza befindet sich das Jagdgebiet Coutada 10.

Chinizuia Wald: Der Chinizuia-Wald liegt auf dem Cheringoma Plateau im Tal des Chinizuia-Flusses. Er bietet gute Möglichkeiten zur Beobachtung seltener Vogelarten.

Einzelnachweise

Kategorie:Distrikt in Mosambik Kategorie:Provinz Sofala