Nennslingen ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen.
Geografie Geografische Lage Der Markt liegt im Nordosten des Landkreises in der Region Westmittelfranken und etwa 13 Kilometer östlich der Kreisstadt Weißenburg in Bayern. Er befindet sich auf einer Hochfläche der Weißenburger Alb, einem Teilhöhenzug des Mittelgebirges Fränkische Alb und ist von einer weiten Offenlandschaft geprägt. Nordöstlich des Ortsteils Biburg befindet sich der östlichste Punkt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Im Nordosten verläuft die Grenze zum benachbarten Landkreis Roth, im Südosten zum Landkreis Eichstätt in Oberbayern. Das Gemeindegebiet liegt zwischen etwa 490 und 576,3 Meter (Kesselberg) über dem Meeresspiegel. Die Anlauter durchfließt in ihrem Tal die Gemeinde und auch den Hauptort. Sie wird innerhalb des Gemeindegebiets vom Hirschgraben und vom Erlenbach gespeist.
Der Ort Nennslingen liegt auf einer Höhe von und wird von der Anlauter in eine westliche und eine östliche Hälfte geteilt. Am nördlichen Ortsrand befindet sich der Schwabenweiher. Nördlich von Nennslingen liegt das Feuchtgebiet des Erlenbaches. Durch Nennslingen führt die Staatsstraße 2227 in Richtung Weißenburg und die Kreisstraße WUG 14.
Gemeindegliederung Es gibt 8 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöden Kappelhof und Waldmühle sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Biburg, Gersdorf, Nennslingen und Wengen. Die Gemarkung Nennslingen hat eine Fläche von 8,083 km². Sie ist in 1540 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5248,95 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kohlmühle, Panzermühle, Schwabenmühle und Steinmühle.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini|Rathaus von Nennslingen
Die Gründung als Ort erfolgte etwa zwischen 400 und 450 durch die Juthungen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 914. Unter dem Eichstätter Bischof Gundekar II. wurde im 11. Jahrhundert eine Kirche geweiht. Der Nachfolgebau, eine Marienkirche, war im Mittelalter und auch nach der Reformation noch eine beliebte Wallfahrtsstätte; Gnadenbild war das „Maria hilf“-Bild, das seit der Reformation in einem verschlossenen Kasten auf einem Seitenaltar untergebracht war und in bayerischer Zeit 1811 nach einer öffentlichen Versteigerung in die Pfarrkirche von Raitenbuch kam.Pastoralblatt des Bistums Eichstätt, 5 (1858), S. 191.
Die Herrschaft über den Ort teilten sich das Fürstentum Ansbach und die Schenken von Geyern. Die Rechte des preußischen Fürstentums Ansbach fielen vor der Rheinbundakte 1806 durch Tausch an das Königreich Bayern. Die Herrschaftsrechte der Schenken von Geyern im Markt Nennslingen wurden ebenfalls 1806 mediatisiert.
Im 13. Jahrhundert versuchten die Schenken von Geyern, sich ein eigenes Herrschaftsgebiet mit Nennslingen als Mittelpunkt aufzubauen. Im Jahre 1539 erfolgte die Erhebung Nennslingens zum Markt. Am 27. August 1582 wurde dem Markt von Kaiser Rudolf II. ein Wappen verliehen. Die Verleihungsurkunde ist noch im Besitz der Gemeinde. Im Jahre 1562 führte der Ortsherr Konrad von Ehenheim auf Verlangen der Gemeinde die Reformation ein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast völlig entvölkert. Im Jahre 1640 wanderten Exulanten aus Österreich ein. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verarmte Nennslingen infolge der Kriegslasten aus den Jahren 1805 bis 1815. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die damalige Gemeinde.
20. Jahrhundert Weitere Daten: 1954 Bau der Wasserleitung, 1957/58 Bau der katholischen Kirche Mariä Namen (seit 1960 Filialkirche von Pfraunfeld), da die Zahl der Katholiken nach dem Zweiten Weltkrieg durch Heimatvertriebene stark zugenommen hatte, von 1960 bis 1966 Flurbereinigung. 1978 wurde der Markt Nennslingen Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen.
Eingemeindungen Seit dem 1. Mai 1978 sind die Gemeinden Markt Nennslingen, Biburg, Gersdorf und Wengen im Zuge der Gemeindegebietsreform im Markt Nennslingen vereinigt.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Nennslingen Jahr1961197019871991199520002005201020152020Einwohner1410146712941464146714831405136013851402 Ort Nennslingen 1861: 653 Einwohner, 172 Gebäude 1950: 913 Einwohner, 138 Wohngebäude 1961: 803 Einwohner, 152 Wohngebäude 1987: 778 Einwohner, 213 Gebäude mit Wohnraum
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: +Partei/Liste20202014%Sitze%Sitze Wählergruppe A63,28868,88 Vereinigte Wählergruppe36,72432,44Wahlbeteiligung69,38 %68,8 %
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Bernd Drescher.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
evangelische Pfarrkirche Beatae Mariae Virginis katholische Kirche Mariä Namen
Bodendenkmäler
Regelmäßige Veranstaltungen Von 2003 bis 2015 fand in Nennslingen jedes Jahr Anfang August das Playground Open Air Festival mit bekannten Bands wie Betontod, Normahl, MC Fitti, Dendemann oder Slime statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2022 umgerechnet 1.318.000 Euro, davon waren 296.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2022 gab es nach der amtlichen Statistik in der Land- und Forstwirtschaft fünf und in sonstigen Wirtschaftsbereichen 140 Personen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 600. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es je einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2020 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1526 ha, davon waren 857 ha Ackerfläche und 669 ha Dauergrünfläche.
Verkehr Etwa 1,8 km südöstlich des Zentrums liegt im Gemeindeteil Gersdorf das Ultraleichtfluggelände Gersdorf.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2023): einen Kindergarten mit 95 Plätzen und 95 Kindern Eine Volksschule mit 13 Lehrern und 218 Schülern. Diese vom Schulverband der Gemeinden Nennslingen, Bergen, Burgsalach und Raitenbuch betriebene Volksschule wurde zum Schuljahr 2011/2012 in eine Grund- und Mittelschule umgewandelt. Auf Grund der zurückgehenden Schülerzahlen wurde die Mittelschule zum Ende des Schuljahres 2013/14 aufgelöst, so dass nur eine Grundschule mit den Klassen 1 bis 4 verblieb.Tischvorlage Gemeinderatssitzung Raitenbuch 8. Mai 2014.
Persönlichkeiten Karl Mack von Leiberich (1752–1828), österreichischer General und Feldmarschall-Leutnant Michael Gerstner (1896–1977), deutscher Politiker (NSDAP) Roland Klick (* 1939), deutscher Regisseur. Klick wuchs in Nennslingen auf. In Nennslingen drehte er 1964 mit Otto Sander den Kurzfilm „Ludwig“.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Nennslingen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kategorie:Ersterwähnung 914 Kategorie:Markt in Mittelfranken Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen