mini|hochkant=1.65|Gnotzheim, Luftaufnahme (2020). Im Hintergrund der Hesselberg.

Gnotzheim ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hahnenkamm.

Geografie Lage Gnotzheim liegt im Westen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen am Fuße des Hahnenkamms, eines Nebengebirges der Fränkischen Alb, in der Region Westmittelfranken, etwa sieben Kilometer südwestlich der Stadt Gunzenhausen. Der Ort liegt auf einer Höhe von . Im Westen verläuft die Grenze zum Landkreis Ansbach. Gnotzheim wird von der Bundesstraße 466 von Gunzenhausen nach Nördlingen durchquert. Durch den Ort fließt der Wurmbach, ein Nebenfluss der Altmühl. Das Gemeindegebiet ist von einer Offenlandschaft mit Wiesen und Feldern geprägt, nur im Süden und äußersten Nordosten liegen Waldgebiete. Höchste Erhebung der Gemeinde ist der Spielberg, auf den sich teilweise der gleichnamige Gemeindeteil erstreckt. Westlich davon erhebt sich der Hagbuck mit dem Schloss Spielberg. Mit 12,48 Quadratkilometern ist Gnotzheim die zweitflächenkleinste Gemeinde des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Gemeindegliederung Es gibt 5 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Gnotzheim (Hauptort) Letzleinsmühle (Einöde) Simonsmühle (Einöde) Spielberg (Kirchdorf) Weilerau (Weiler)

Einige Einzelhöfe sind abgegangen, wie die Rangmühle im 19. Jahrhundert und der Offenbeunder Hof.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Gnotzheim. Sie hat wie die Gemeinde eine Fläche von 12,464 km² und ist in 1317 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9464,04 m² haben.

Schutzgebiete Östlich von Spielberg befindet sich das 16 Hektar große Naturwaldreservat Spielberger Leiten. Südlich von Buckmühle hat sich im Gemeindegebiet eine Steinerne Rinne gebildet. Die Gemeinde befindet sich im Geopark Ries.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Gnotzheim wurde als „Gnozesheim“ in einer Schenkungsurkunde von 1053 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Doch schon zu Zeiten der Römer war das Gebiet besiedelt. „Auf der Weil“ befinden sich die Reste des römischen Kohortenkastells Mediana und des dazugehörigen Lagerdorfs. Das Kastell wurde vermutlich um 90 n. Chr. als Holz-Erde-Anlage errichtet. Der Ausbau in Stein ist für das Jahr 144 n. Chr. mit einem Inschriftenstein dokumentiert. Durch Heinrich Eidam wurde das Kastell 1878 systematisch erforscht. Nach dem Abzug der Römer kamen die Franken, was durch frühmittelalterliche Reihengräber belegt ist. Diese stammen aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts bis zum Ende des 7. Jahrhunderts.

Ab dem 12. Jahrhundert ist in einer Urkunde von 1122 mit Pertold von Gnotzheim ein edelfreies Geschlecht überliefert. Nachdem im 13. Jahrhundert die Herren von Truhendingen die Herrschaft über Gnotzheim und Spielberg innehatten, gelangte durch Heirat und Verkauf die Herrschaft im 14. Jahrhundert an die Grafen von Oettingen. 1388 wurde Gnotzheim das Marktrecht und die Hochgerichtsbarkeit verliehen. Das ehemalige Amt des Fürstentums Oettingen-Spielberg fiel bei Grenzbereinigungen 1796 an das 1792 von Preußen übernommene Fürstentum Ansbach, mit dem es im Vertrag von Paris im Februar 1806 durch Tausch, wie andere Teile Frankens zum Königreich Bayern kam. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Spielberg eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 708 722 718 774 822 859 881 862 822

Gnotzheim ist die nach der Einwohnerzahl kleinste Gemeinde des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Politik Gemeinderat und Bürgermeister Der Marktgemeinderat besteht aus acht Mitgliedern, die seit der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 alle der Listenverbindung „CSU/Freie Bürger“ angehören.

Erster Bürgermeister ist Jürgen Pawlicki (parteilos). Er wurde über die Liste CSU / Freie Bürger bei der Kommunalwahl 2020 mit 78,8 % der gültigen Stimmen gewählt.

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Jahr 2014 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei drei, im produzierenden Gewerbe keine und im Bereich Handel und Verkehr 26 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren sieben Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 323. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden außerdem 22 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 696 Hektar, davon waren 470 Hektar Ackerfläche und 216 Hektar Wiesen und Weiden.

Bildung Der Kindergarten bietet 39 Kindergartenplätze (2015). Die Grundschule des Ortes ist nach der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren benannt und hat vier Klassen mit 58 Schülern.Astrid-Lindgren-Schule

Baudenkmäler

Schloss Spielberg Katholische Pfarrkirche St. Michael Katholische Kirche St. Georg, ein 1725–1727 errichteter Barockbau des Graubündner Baumeisters Franz de Gabrieli Barockes Johannes-von-Nepomuk-Denkmal Arma-Christi-Kreuz

Bodendenkmäler

In Gnotzheim geboren Andreas Weiß (* 1954), katholischer Geistlicher und Jurist

Literatur

Weblinks

Markt Gnotzheim

Beiträge zur frühen Geschichte der Herrschaft Gnotzheim-Spielberg

Belege

Kategorie:Ort im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kategorie:Ersterwähnung 1053 Kategorie:Markt in Mittelfranken Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen