Die Entwicklung der Löschfahrzeuge in der DDR geht zurück in die Ära vor 1945 mit der Bezeichnung leichtes Löschgruppenfahrzeug (LLG) auf 1,5- bis zur 3,0-Tonnen-Klasse der bekannten Daimler-Benz- und Opel-Blitz-Fahrgestelle. Der Bau der Löschfahrzeuge begann im Jahr 1949 mit der ersten Fahrzeuggeneration LF-TS 8 auf Granit-27-Fahrgestellen. Durch den stetigen Anstieg der Anforderungen in den Feuerwehren wurde schrittweise in drei Etappen eine Feuerwehrfahrzeuggeneration aufgebaut. Daran beteiligt waren auch die Tanklöschfahrzeuge in der DDR. mini|Bundesarchiv Bild 183-Z1203-031, Berlin, Wartenberg, Feuerwache, Löschzug
Geschichte Mit dem Aufbau der Fahrzeugindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der DDR auch der Bau von Löschfahrzeugen eingeleitet. Zunächst wurden alte intakte Vorkriegsmodelle von Mercedes, Opel, Magirus und der Büssing AG weitergenutzt, was aber bei der Ersatzteilbeschaffung einige Probleme bereitete. Schließlich konnte eine eigenständige Fahrzeugindustrie aufgebaut werden, die den Bedarf der Städte und Betriebe an Löschfahrzeugen decken sollte. Die ansässigen Löschgerätehersteller Flader Feuerlöschgerätefabrik (Jöhstadt), Koebe (Luckenwalde), Fischer (Görlitz), Minimax (Neuruppin) und Total (Apolda) wurden kurzerhand enteignet und umbenannt in VEB Feuerlöschgerätewerk und Namenszusatz der jeweiligen Stadt. Durch notwendige politische Beschlüsse konnten die Motorleistungen, Zuladungen und Achslasten der Fahrzeuge schrittweise erhöht werden, was dazu führte, dass eine umfangreichere feuerwehrtechnische Beladung möglich war. Die auf Pritschenfahrzeuge gebauten Löschfahrzeuge aus dem VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz (FLG) wurden anfangs auf Granit-27-Fahrgestellen aus dem VEB IFA Lastwagen- und Motorenwerken Phänomen Zittau gebaut, auf der die feuerwehrtechnische Beladung mit eingeschobener Tragkraftspritze (TS 8) und eine Löschgruppe Platz fand.
Die erste Generation bestand aus den Fahrzeugtypen Phänomen Granit 27, Phänomen Granit 30K, H3, H3A, H6 und G5. Ab 1959 wurde mit den neuen Fahrzeugtypen auf S4000, S4000-1, Robur 1800 T und den Barkas B 1000 ein modernerer Fahrzeugpark aufgebaut. 1969 wurde dann die letzte und dritte Generation der Löschfahrzeuge mit dem Bau der Frontlenker W50- und Robur-2002-A-Fahrgestellen eingeleitet. Importfahrgestelle auf Tatra und ZIL wurden für besonders gefährdete Gegenden wie Schwerindustrie und Flughäfen zusätzlich eingeführt. Die Anforderungen der Feuerwehr stiegen stetig; aus diesem Grund wurde die feuerwehrtechnische Beladung etappenweise so umfangreich wie möglich aufgerüstet, um im Einsatz so flexibel wie möglich handeln zu können. Die Löschfahrzeuge gleichen Typs sollten letztlich in ländlichen Gebieten wie auch in der Schwerindustrie einsetzbar sein. Hierfür wurden zahlreiche Zusatzausrüstungen aus praktischen Erfahrungen und Neuerungsvorschlägen der Einsatzkräfte entwickelt und in den Feuerlöschgerätewerken konstruiert, die zügig an bzw. in den Fahrzeugen eingebaut werden konnten. So entfielen beispielsweise Sonderfahrzeuge wie das LF 16 Chemie aus der Produktion, da sein Nachfolger auf W50 durch die Steigerung der Achslast die Komponenten wie große Schaumvorräte und Schaumgießgestänge für Industriebrände schon ab Werk mitführte. CO2-Löschfahrzeuge wurden durch komplexe Löschanlagen in den Betrieben schrittweise abgelöst. Vereinzelt konnten einige Feuerwachen auch selber in Eigenleistung Spezialfahrzeuge bauen, die für ihre Bedürfnisse ausgerüstet waren, wie die Werkfeuerwehr des VEB Buna-Werke mit ihrem CO2-Löschfahrzeug oder den Rettungsgerätewagen aus den VEB Leunawerken. Ende der 1980er-Jahre folgte die Regelung für die weiß lackierte Bauchbinde mit der Feuerwehr-Aufschrift in rot und die weiß lackierte Stoßstange vorn, die nach entsprechenden Vorschriften anzubringen waren. Grund hierfür war eine gegenüber anderen rot lackierten Fahrzeugen bessere Unterscheidung und Wahrnehmung im Straßenverkehr.
Ein Fuhrpark auf Ganzmetallkoffer-(GMK)-Basis konnte nie verwirklicht werden. Prototypen wie der W50 L/ LF 16 GMK aus dem VEB Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde oder der Robur O 611 LF 16-TS 8 vom VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz wurden bereits entwickelt und erprobt, mussten aber auf Anweisung der Staatsführung eingestellt werden und wurden daher nie in Serie gebaut. Löschfahrzeuge auf L60-Fahrgestell wie das LF 32 waren daher nur auf den Reißbrett zu finden.
Farbschemen und Lackierungen Ehemalige Fahrzeuge der Feuerschutzpolizei wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von Tannengrün (RAL 6009) in Feuerrot umlackiert, das Fahrgestell, Stoßstange und die Kotflügel blieben jedoch schwarz. Einige wenige Fahrzeuge wurden auch in Rubinrot lackiert, was sich aber nicht durchsetzen konnte. Grundsätzlich war vorgeschrieben, dass das Fahrerhaus und der Aufbau signalrot, Felgen, Fahrgestell und Stoßstangen schwarz lackiert ausgeliefert werden sollten.
Da schon ab 1969 in Westdeutschland einige Feuerwehrfahrzeuge in Hilden, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Hamburg in Tagesleuchtrot (RAL 3024) und Leuchthellrot (RAL 3026) lackiert worden waren, wurde auch in der DDR ab 1973 ein Versuch in Dresden durchgeführt, um verschiedene Lackierungen an zwei W50-Löschfahrzeugen zu begutachten. Hierzu wurden die leuchtroten Fahrzeuge mit je einem weißen und schwarzen schmalen Streifen unter der Fensterkante versehen, die durch das Absetzen zur Grundfarbe Kontrast geben sollten. Dadurch können Einsatzfahrzeuge bei trübem Wetter und/oder bei Dämmerung im Straßenverkehr durch die wesentlich höhere Kontrastierung schneller wahrgenommen werden. Dieses Projekt kam jedoch über die Erprobungsphase nie hinaus.
Mitte der 1980er-Jahre wurden in Ost-Berlin als Versuchsmuster ein Tatra-815-Tanklöschfahrzeug (TLF 32) und eine W50-Drehleiter (DL 30 K) mit weißer Bauchbinde und Feuerwehraufschrift in Rot ausgestattet, wobei der Tatra erstmals die weiße Bauchbinde um Fahrerhaus und Aufbau hatte. Dieses Versuchsmuster war zu dieser Zeit jedoch nur der Hauptstadt der DDR vorbehalten. Für die 15. DDR-Meisterschaft im Feuerwehrkampfsport vom 5. bis 6. Juli 1986 wurden in Ost-Berlin sämtliche Feuerwehrfahrzeuge der DDR-Hauptstadt auf Frontlenkerfahrgestell mit weiß lackierter Bauchbinde und Feuerwehraufschrift in rot-weiß lackierter Stoßstange vorn und weiß lackierten Felgen vorgestellt. Ende der 1980er-Jahre folgte dann letztlich die Regelung für die Zweifarbgebung von Feuerwehrfahrzeugen. Sie umfasste die weiß lackierte Bauchbinde mit der Feuerwehraufschrift in Rot (ab 1986 dann mit aufgeklebten Buchstaben) und die weiß lackierte Stoßstange vorn, die nach entsprechenden Vorschriften an den Einsatzfahrzeugen der Kommandos anzubringen waren. Die Vorschrift für Lkw war grundsätzlich nur für Frontlenkerfahrgestelle aus DDR-Produktion vorgesehen; für einige Importfahrgestelle galten andere Regelungen, da vereinzelt zusätzlich der Aufbau eine Bauchbinde mit der Feuerwehraufschrift in Rot erhielt, dafür entfiel der Feuerwehr-Schriftzug am Fahrerhaus. An den Feuerwehrkennungen wurden stets Neuerungsvorschläge erprobt, wie beispielsweise die Feuerwehraufschrift in Spiegelschrift auf der Fahrzeugfront.
KLF-TS 8 Kleinlöschfahrzeug-Tragkraftspritze 8 (KLF-TS 8)
Ab 1961 begann die Serienfertigung der im VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt entwickelten IFA-Schnelltransporter Barkas B 1000 mit einer Nutzlast von 1000 kg. Dies war zugleich eine neue Generation der Frontlenker-Kleinlöschfahrzeuge auf Barkas-B-1000-Fahrgestell, die in Serie gefertigt wurden und somit ihren Vorgänger, den leistungsschwächeren Framo V 901 ablösten. Da in den örtlichen Gemeinden und Betriebsfeuerwehren der Brandschutz gewährleistet sein musste, wurde die kostengünstige Variante des wendigen Kleinlöschfahrzeuges mit eingeschobener Tragkraftspritze (KLF-TS 8/8) auf Barkas im VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz gefertigt. Das Fahrzeug bot für eine Besatzung von 1/4 (5 Feuerwehrleute, zwei im Fahrerhaus und drei im Aufbau) und ihre persönliche Ausrüstung ausreichend Platz. Das Fahrzeug zeichnete sich besonders durch seine erweiterte Ausrüstung für eine Löschgruppe aus.
Anfangs wurden die Kleinlöschfahrzeuge serienmäßig im VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz auf geschlossenen Barkas-Kastenwagen gefertigt und mit der feuerwehrtechnischen Ausrüstung und einer Rundumkennleuchte bestückt. Kurz darauf wurde allerdings die Halbbus-Variante mit Fenster am Aufbau verwendet, zusätzlich bekamen die Fahrzeuge zur besseren Verkehrssicherheit zwei Blaulicht-Rundumkennleuchten und eine Sirene aufgesetzt. In den späteren Baujahren wurde die seitliche Klapptür durch eine Schiebetür ersetzt.
Im Aufbau befinden sich die Sitze für den Trupp, Gerätekästen und, zur besseren Entnahme der schweren Geräte, ein nach hinten ausziehbarer Geräteschlitten. Der Geräteschlitten ist auf einem ausziehbaren Rollrahmenfahrgestell gelagert, dieser hatte an einer Seite zwei schwenkbare Räder und auf der anderen Seite zwei Rollen, die in U-Profilschienen laufen. Auf dem Gestell sind folgende Geräte untergebracht: Tragkraftspritze 8 (TS 8), C-Schlauchhaspel und ein Gerätekasten mit B- und C-Schlauchmaterial, Saugkorb und Weidenschutzkorb, Reduzierstücke, Hakenschlüssel, Strahlrohre und Verteiler (2B-CBC) Stützkrümmer. Die Tragkraftspritze TS 8 hat eine Nennförderleistung von 800 l/min bei einem Nennförderdruck von 8 bar und einer Nennförderhöhe von 1,5 Metern. Zusätzlich wurden für den Löschtrupp drei Druckluftatemgeräte (PA) im Aufbau untergebracht und für die kalten Monate eine Benzinheizung im Kofferraum installiert. Ein Schlauchhaspel-Nachläufer mit 80 m B-Druckschlauch für die Wasserförderung rundet die Einsatzmöglichkeiten ab. Auf dem Aufbau befinden sich vier Sauglängen zu je 2500 mm nebeneinander auf einer Dachhalterung verstaut. Diese Fahrzeuge auf Transporter-Basis können mit verschiedenen Einschub-Varianten zügig und unkompliziert umgerüstet werden, wie Nachrichtengerätewagen, Instandhaltungsfahrzeug, (Werkstattwagen) oder als Transportfahrzeug ohne Geräteeinschub für verschiedene Zwecke einsetzbar.
Der Barkas erreicht mit seinem wassergekühlten Dreizylinder-Zweitakt-Ottomotor mit 33,8 kW (46 PS) Leistung eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Zur Brandbekämpfung, Gefahrenbeseitigung und/oder technischen Hilfeleistung wird das Kleinlöschfahrzeug auch heute noch in einigen ländlichen Regionen Ostdeutschlands eingesetzt.
Technische Daten Löschfahrzeug Besatzung Zugelassene Personenzahl: 5 Motor: 3-Zylinder, 2-Takt-Otto, wassergekühlt Leistung: 33,8 kW (46 PS) bei n = 3500 l/min Drehmoment: 105 Nm bei n = 2700 l/min Hubraum: 992 cm³ Kraftstoffnormalverbrauch: 13 l je 100 km / Pritsche 17 l Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h Dauergeschwindigkeit: 90 km/h Steigvermögen: 26 % Reichweite: 420 km
Ab dem Jahr 1989/1990 gab es den B1000-1 mit Viertakt-Ottomotor.
Technische Daten Schlauchhaspel-Nachläufer mini|Schlauchhaspel-Nachläufer
Der ungebremste Schlauchhaspel-Nachläufer war bzw. ist für eine Beladung mit 10 Stück B-Druckschlauch zu je 20 Metern Länge (dies war die Standardschlauchlänge in der DDR, auch für C-Druckschläuche) vorgesehen, so dass insgesamt 200 Meter B-Druckschlauchleitung verlegt werden konnten.
Fahrgestell Rohrrahmen mit Drehstabfederachse Spurweite: 1310 mm Geringste Bodenfreiheit: 180 mm Zugelassene Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Masse Zulässige Gesamtmasse: 300 kg Vorhandene Gesamtmasse: 300 kg Nutzmasse: 175 kg
Abmessungen Länge mit Deichsel: 2.170 mm Breite: 1.510 mm Höhe: 1.170 mm Deichselhöhe: 400 mm
Technische Daten Tragkraftspritze 8 mini|Tragkraftspritze 8/8
Abmessungen Länge: 880 mm Breite: 590 mm Höhe: 850 mm
Masse Gesamtmasse (betankt) ca. 155 kg Motor: ≈ 70 kg Feuerlösch-Kreiselpumpe: ≈ 45 kg
Motor Hersteller: VEB Barkas-Werke Bauart: 2-Zylinder, 2-Takt-Otto, wassergekühlt Typ: ZW 1103 Leistung: 20,6 kW (28 PS) bei n = 3000 l/min Hubraum: 1100 cm³ Kraftstoffnormverbrauch: ≈ 14 l/h Tankinhalt: 28 l Geräuschpegel: 90 dB