Anthony Hamilton (* 29. Juni 1971 in Nottingham) ist ein englischer Snookerspieler. Von 1991 bis 2025 war er 34 Jahre lang auf der Profitour aktiv und gehörte um 2000 zu den Top 10 der Welt. Sein größter Erfolg war der Sieg beim German Masters 2017, drei weitere Titel konnte er in seiner Karriere gewinnen.

Karriere Hamilton begann seine Profilaufbahn 1991. 1995 gewann er die Australian Open und das Australian Masters, beides keine Ranglistenturniere. Sein erster Finaleinzug auf der Main Tour gelang ihm 1999 bei den British Open in Plymouth, wo er Fergal O’Brien unterlag. 2002 erreichte er nach Siegen über Mark King, Quinten Hann, Ken Doherty und Mark Selby das Finale der China Open in Shanghai, das er gegen die damalige Nummer 1, Mark Williams, verlor. Im selben Jahr erreichte er bei der Snookerweltmeisterschaft das Viertelfinale, wo er auf Peter Ebdon traf, der in diesem Jahr die Weltmeisterschaft errang. 2006 stand Hamilton im Halbfinale der Welsh Open, das er mit 5:6 gegen den späteren Turniersieger Stephen Lee verlor. 2010 zog er beim Paul Hunter Classic, einem Minor-Ranglistenturnier, in ein weiteres Finale ein, diesmal unterlag er nur knapp Judd Trump. Nach der Saison 2015/16 war er erstmals auf Platz 71 der Weltrangliste zurückgefallen und verpasste damit die direkte Verlängerung seiner Main-Tour-Zugehörigkeit. In den PTC-Turnieren in diesem Jahr hatte er jedoch so gut abgeschnitten, dass er über die „Order of Merit“ für zwei weitere Jahre als Profi qualifiziert war. Bei den Northern Ireland Open 2016 erreichte er das Halbfinale, wo er gegen Barry Hawkins mit 5:6 ausschied.

In der Saison 2016/17 errang er bei den German Masters 2017 seinen ersten Turniersieg in einem Ranglistenturnier. Im Finale schlug er Allister Carter mit 9:6.

Die Snooker-Saison 2024/25 sollte die letzte in der Profi-Karriere von Anthony Hamilton darstellen. Nach einem Ausscheiden aus der Championship League als Dritter seiner Gruppe (nach einem 3:0-Sieg über Ahmed Elsayed, einem 2:2 über Hamim Hussain und einer 1:3-Niederlage gegen Stuart Bingham) sowie Auftaktniederlagen gegen Gong Chenzhi bei der Qualifikation zum Xi’an Grand Prix 2024 (4:5 im Decider) und Lim Kok Leong bei der Qualifikation der British Open 2024 (1:4) konnte er beim Saudi Arabia Snooker Masters 2024 mit Siegen über Mink Nutcharut und Jamie Jones die Runde der letzten 48 erreichen, wo er gegen Stuart Bingham mit 5:3 unterlag. Für Aufsehen sorgte sein letzter Auftritt bei der Qualifikation der Snookerweltmeisterschaft 2025 in der Runde der letzten 112 gegen Steven Hallworth. Hamilton gelang ein guter Start in die Partie und er konnte alle acht Frames der ersten Session für sich entscheiden. In der zweiten Session baute er seine Führung auf 9:0 aus, bevor Hallworth seinen ersten Frame zum 9:1 holen konnte. Hallworth konnte seinen Rückstand immer weiter verkürzen, bis er beim Spielstand von 9:8 und 0:63 Punkten eine rote Kugel verschoss, woraufhin Hamilton mit einer 69er-Clearance das Match mit 10:8 für sich entscheiden konnte. Hamilton beschrieb seinen Sieg als „so schwierig, wie ein Ranglistenturnier-Finale zu gewinnen“, er wollte außerdem keine Geschichte kreieren, welche ihn „für den Rest seines Lebens verfolgen würde“ und ihn „zum Gegenstand in Quizzes machte“. In der Runde der letzten 80 traf er auf Matthew Selt, welcher ihn mit 10:3 besiegte. Am Ende der Saison belegte Hamilton Weltranglistenplatz 69 und verlor damit seinen Platz auf der Maintour. Im Anschluss an die erfolglose Teilnahme an der Q School 2025 erklärte Hamilton seinen Rücktritt vom Profisnooker.

Anthony Hamilton ist für seine hohen Breaks bekannt. Er ist der 16. Spieler, der mehr als 100 Century-Breaks erzielte. In der Snookerszene trägt Hamilton wegen seines charakteristischen Kinn- und Oberlippenbarts die Spitznamen Sheriff of Pottingham und Robin Hood of Snooker – beides auch Anspielungen auf seine Heimatstadt Nottingham. Ein weiterer Spitzname ist Swampy.

Trivia Bis zu seinem Gewinn des German Masters 2017, nach 26 Profijahren, hatte Hamilton den Ruf, der beste Snookerspieler zu sein, der noch nie ein Ranglistenturnier gewonnen hat.

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Quellen

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