Manfred-Michael Sackmann (* 27. Juli 1952 in Seesen; † 20. Februar 2024) war ein deutscher Fotograf.

Leben Sackmann wuchs in Salzgitter auf. Mit 19 Jahren begann er zu fotografieren. Er siedelte 1975 nach West-Berlin über. In den Jahren 1978 bis 1982 machte er eine Ausbildung an der Werkstatt für Photographie bei Ulrich Görlich. Seit 1992 ist er Mitglied im Verein Berliner Künstler. Im Jahre 1994 erfolgte die Berufung in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh).Michael Koetzle, Manfred-Michael Sackmann. In: Das Aktfoto. Ästhetik Geschichte Ideologie. Berlin/Luzern 1985, S. 432. Sackmann lebte und arbeitete in Berlin.Werkstatt für Photographie der VHS Kreuzberg (Hrsg.): Arbeiten 83. Berlin 1984, S. 78 ff.

Werk Der Mensch als kultureller und sozialer Akteur ist das vorherrschende Thema von Sackmanns Schaffen. Insbesondere Außenseiter der Gesellschaft standen früh im Zentrum seines Interesses. Seit den späten 1970er Jahren entstanden Fotoserien von Homosexuellenlokalen und „Tuntenbällen“. Seit den 80er Jahren kamen Dokumentationsserien von Vernissagen und „Miss-Wahlen“ hinzu. Sackmann arbeitet ferner im Atelier,Volker Mann: Im Spiel der Sinne. Ausstellung im Verein Berliner Künstler: Manfred-Michael Sackmann sucht im Detail die Spannung. In: Das Magazin. Heft 4, 992, S. 31–35. wo er sich besonders der Akt- und Portrait-Fotografie widmet.Michael Koetzle: Manfred-Michael Sackmann. In: ZOOM. 7–8/1983, S. 74–79.

Insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren entstanden in verschiedenen Kooperationen international beachtete Porträtserien von Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, u. a. von Leni Riefenstahl, Joseph Beuys, A. R. Penck, Helmut Newton, Markus Lüpertz, Andy Warhol, Wolf Vostell, Hans-Olaf Henkel, Klaus Töpfer, Birgit Breuel und Detlev Rohwedder.Vergangene Auktion. Abgerufen am 7. Juli 2022Leica World: Leni Riefenstahl – Bis zur Besessenheit. Band 2/2000: S. 25/27 Vergangene Auktion. Abgerufen am 7. Juli 2022Manfred-Michael Sackmann. Abgerufen am 17. September 2019.

Von Sackmann stammen zahlreiche Bildbeiträge in verschiedenen Fachzeitschriften und Magazinen u. a. in European Photography, Fotografie, KULTur, Der Spiegel, Tip, Zeitmagazin, Zitty und ZOOM.Werkstatt für Photographie der VHS Kreuzberg (Herausgeber): Arbeiten 83. Berlin 1984, S. 78 ff. Auf starkes Interesse stießen Sackmanns Foto-Dokumentationen zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Immunschwächeerkrankung Aids in den 1980er Jahren.Der Spiegel Nr. 33/1985: S. 154Der Spiegel Nr. 45/1984: S. 111Der Spiegel Nr. 29/1984: S. 130/131Der Spiegel Nr. 37/1983: S. 156

Rezeption außereuropäischer Kunst Seit den frühen 1990er Jahren begann Sackmann sich intensiv mit der Ästhetik außereuropäischer Kunst zu befassen. Abgesehen vom Aufbau einer eigenen umfangreichen Privatsammlung entstanden detailreiche Bild-Dokumentationen insbesondere zur Kunst Afrikas. Kooperationen im Zusammenhang mit der Rezeption außereuropäischer Kulturen ergaben sich u. a. mit dem Ethnologen Nils Seethaler, dem Galeristen Rudolf SpringerMichael Nungesser/Irena Nalepa (Herausgeber): Kult, Magie und Abstraktion. Afrikanische Stammeskunst und Bilder von Hamid S. Neiriz. Ausstellung 26.10.2001–17.02.2002 Zitadelle Spandau. S. 143–207. und dem Samurai Art Museum in Berlin.Samurai Art Museum in Zehlendorf. Abgerufen am 20. September 2019

Gruppen- und Einzelausstellungen in öffentlichen Museen (Auswahl)

1982: Berlinische Galerie, Berlin 1990: Martin-Gropius-Bau, Berlin 1991: Altes Museum, Berlin 1995: Erotisches Museum Berlin 1997: Staatliche Kunsthalle Berlin 1999: Residenzschloss Arolsen, Bad Arolsen 1998: Kulturzentrum Ostbahnhof, Graz 1999: Städtische Galerie, Erlangen 2000: Stadtgalerie Hofheim, Hofheim/Taunus 2004: Ephraim-Palais, Berlin 2004: Galerie Rathaus, Oslo 2019: GISELA – Freier Kunstraum Lichtenberg: Mauerfall, Berlin

Gruppen- und Einzelausstellungen in privaten Galerien (Auswahl) Verein Berliner Künstler (Hrsg.): Berlin – Oslo / Oslo – Berlin. 2004 1977: Galerie fokus, Berlin 1982: Galerie Werkstatt Fotografie 1984: Galerie Van Roy, Berlin 1985: Galerie Lindemanns, Stuttgart 1988: Galerie Brück, München 1992: Galerie VBK, Berlin 2003: Akt Galerie Berlin

Öffentliche Sammlungen (Auswahl) Neue Gesellschaft für Bildende Kunst: Stadtfotografie Berlin. 2. Auflage, Berlin 1989, S. 130. Berlinische Galerie Bibliothèque nationale de France, Paris Stadtmuseum München

Literatur Heiko Sievers/Gabriele Muschter. Berlin, November 1989. 14 Fotografen aus Ost und West erleben die Öffnung der Mauer. Eine Ausstellung des Goetheinstituts und des Senats von Berlin. 1990 Werkstatt für Photographie der VHS Kreuzberg. Arbeiten 81. Berlin 1982. Arnika Große: Aktionale. Das nackte Sein. Eine Ausstellung im Verein Berliner Künstler. Berlin 2010 Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper/Botschaft der Republik Polen (Herausgeber): korespondenja/korrespondenz. Opole Czerwiec/Berlin 2010 Barbara Harding: The „Arts of Asia“ Conversation with Peter Janssen of the Samurai Art Museum (Photographs by Manfred M. Sackmann). In: Arts of Asia. Juli/August 2019, S. 22–32.

Einzelnachweise

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