mini|Die „Ost-West-Pipeline“ auf einer Infografik der arabischen Halbinsel Die Ost-West-Pipeline () ist eine Pipeline für Erdöl in Saudi-Arabien, die vom Erdölfeld von Abqaiq im Osten des Landes durch die Arabische Halbinsel zum Hafen Yanbu im Westen führt. Sie gehört Saudi Aramco und wurde 1982 eröffnet.The Strait of Hormuz is the world's most important oil transit chokepoint (Englisch) 2012-01-04. Archiviert 2018-09-11.

Die Leitung entstand als Konsequenz aus dem Irak-Iran-Krieg, als Öltanker in der Straße von Hormus beschossen wurden und wurde gebaut, um Öl von den großen Ölfeldern im Osten Saudi-Arabiens zum Roten Meer zu transportieren. Damit kann möglichen militärischen Auseinandersetzungen in der Straße von Hormus ausgewichen werden.https://www.graphicnews.com/de/pages/29574/OIL-Pipelines-bypass-Hormuz-Strait_infographic, abgerufen am 19. September 2019.

Technische Daten Die doppelsträngige Leitung ist 1200 km lang. Die beiden Röhren haben Durchmesser von 48 Zoll (etwa 1,22 m) und 56 Zoll (etwa 1,42 m). Elf Pumpstationen, deren Nummerierung im Osten beginnt, sorgen für eine Kapazität von normalerweise 5 Millionen Barrel Erdöl pro Tag. Seit dem Irankrieg 2026 beträgt sie 7 Millionen Barrel pro Tag. Auf dem Weg über das Hedschas-Gebirge überwindet die Leitung einen Höhenunterschied von 1082 Metern; dementsprechend wird der durch das enorme Gewicht der Ölsäule am Westabfall des Gebirges zum Roten Meer erzeugte Druck mit zwei Reduzierstationen auf ein für die Rohre und die Armaturen aushaltbares Maß verringert. Teile der Pumpstationen sind mit Netzen zum Schutz vor Luftangriffen überspannt.

Kapazitätserhöhungen Im Jahr 2018 kündigte Aramco eine Erhöhung der Kapazität der Ost-West-Rohölpipeline von 5 Millionen Barrel pro Tag auf 6,5 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2023 an.

Mit Stand April 2026 beträgt die Maximalkapazität der Pipeline 7 Mio. Barrel pro Tag, wovon 5 Mio. Barrel für den Export zur Verfügung stehen und 2 Mio. Barrel der Belieferung einer Erdölraffinerie in Yanbu dienen. Die Durchflusssteigerung gelang, indem ein Strang, der normalerweise Gaskondensat befördert, für die Durchleitung von Öl adaptiert wurde. Die Umschlagkapazität des Hafens von Yanbu konnte zur Umgehung der gesperrten Straße von Hormus von zunächst 0,8 Mio. Ende Februar 2026 auf rund 4,66 Mio. Barrel pro Tag bis Ende März 2026 gesteigert werden. In der dritten Juliwoche 2026 konnten in Yanbu sogar Rekordmengen von 5,9 Millionen Barrel Rohöl pro Tag auf Schiffe umgeladen werden.

Drohnenangriff Mai 2019 Am 14. Mai 2019 wurden die Pumpstationen Nr. 7 und 8 der Pipeline bei ad-Dawadimi und ʿAfif mit Drohnen angegriffen. Das entstandene Feuer konnte bald gelöscht werden.https://www.tellerreport.com/news/2019-05-19---after-the-huthi-attack----special-pictures-showing-damage-in-the-saudi-oil-pipeline-.rJj40N1T4.html, abgerufen am 19. September 2019 Die Pipeline stellte ihren Betrieb für zwei Tage ein. Am gleichen Tag wurde auch der Hafen in Yanbu mit sieben Drohnen angegriffen. Jemenitische Huthi-Rebellen übernahmen die Verantwortung für beide Angriffe.

Irankrieg 2026 Im Zuge des Irankriegs sperrte der Anliegerstaat Iran ab Anfang März 2026 die Straße von Hormus; ab dem 13. April versuchte die US-Marine zusätzlich, Schiffe mit Start oder Ziel Iran aufzuhalten. Als Umgehungsmöglichkeit kam dieser Pipeline dadurch besondere Bedeutung zu. Die Kapazität der Leitung konnte temporär von 5 auf 7 Millionen Barrel Erdöl pro Tag gesteigert werden. Diese Kapazität wurde Ende März 2026 vorübergehend aufgrund des Irankriegs voll ausgenutzt.East-West-Pipeline temporäre Kapazitätssteigerung von 5 auf 7 Mbpd Am 9. April 2026 gab das saudi-arabische Energieministerium bekannt, dass eine der Pumpstationen der Ost-West-Pipeline durch eine iranische Drohne beschädigt wurde, was zu einem Durchflussverlust von etwa 700.000 Barrel pro Tag führte. Am 12. April war der Schaden behoben.

Im weiteren Verlauf kam es zu einer zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die mit dem Iran verbündete, jemenitische Huthi-Miliz. Bereits Ende Juli 2026 soll ein Angriff auf die Erdölleitung von irakischem Gebiet aus erfolgt sein. Am 10. September 2026 griffen mit dem Iran verbundene, im Irak operierende Milizen die Ost-West-Pipeline in der Provinz Riad und in der Provinz Medina mit Kampfdrohnen an. Laut dem saudischen Außenministerium erlitten mehrere Menschen dabei Verletzungen. Die Pumpstationen 8; 9 und 11 wurden getroffen, es gab Brände. Satellitenbilder zeigten eine etwa 100 km lange, von der südöstlich von Medina liegenden Pumpstation 11 ausgehende Rauchwolke. Sie ist die letzte Station vor dem Hedschas-Gebirge und vor Yanbuʿ und sorgt für den nötigen Druck, um das Öl über das Gebirge zu pumpen. Fällt sie komplett aus, liegt die gesamte Pipeline still. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar, ebenso, ob die Pipeline direkt getroffen wurde. Das saudi-arabische Energieministerium teilte am 11. September mit, man habe die Leitung vorsichtshalber außer Betrieb genommen. Die Lagervorräte in Yanbuʿ reichten, um die Ölexporte nach dem Versiegen des Zuflusses aus der Pipeline noch maximal eine Woche im bisherigen Maß fortzusetzen. Saudi Aramco erklärte am 15. September, es stellte den Ölumschlag im Hafen bis auf Weiteres ein. Da die Pipeline infolge der Blockade der Straße von Hormus als eine Hauptversorgungsroute für die Weltmärkte galt, erwarteten Beobachter eine weitere Reduzierung der saudischen Exporte von Erdöl und dadurch weitere Steigerungen der weltweiten Ölpreise.

Nachdem eine provisorische Umgehungsleitung um die am stärksten beschädigte Pumpstation 11 gelegt wurde, nahm Saudi Aramco die Ölexporte über den Hafen Yanbu – mit vorläufig reduzierter Kapazität in Höhe von 2 Millionen Barrel pro Tag – Ende September 2026 wieder auf. Die Wiederherstellung der vollen Förderleistung der Pipeline dürfte noch bis Ende Oktober andauern.

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Einzelnachweise

Kategorie:Erdölpipeline Kategorie:Erbaut in den 2010er Jahren Kategorie:Versorgungsbauwerk in Saudi-Arabien Kategorie:Arabische Geschichte Kategorie:Energiewirtschaft (Saudi-Arabien) Kategorie:Versorgungsbauwerk in Asien