Thomas Flechtner (geb. 1. Mai 1961 in Winterthur, Schweiz) ist ein Schweizer Fotograf. Er lebt und arbeitet in Vallière (Frankreich) und Zürich (Schweiz).
Werdegang Thomas Flechtner verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Seuzach in der Nähe von Winterthur. Er kam durch einen Onkel, der in Konstanz ein Fotogeschäft betrieb, schon als Schulkind in Kontakt mit der professionellen Fotografie. Seine Ausbildung zum Fotografen absolvierte er an der Ecole d'art appliqué in Vevey. Seit 1987 arbeitet er als freier Künstler. Schon während seines Studiums in Vevey nahm Thomas Flechtner an der Triennale Internationale de la Photographie in Freiburg (Schweiz) teil und erhielt sodann in den Jahren 1988, 1990 und 1992 das Eidgenössische Kunststipendium zur weiteren Förderung seines Werks. Seit 1987 arbeitet er als freischaffender Künstler. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten, unter anderem in London (Atelierstipendium der Landis&Gyr-Stiftung), fand er auch international immer mehr Beachtung. Seine erste Publikation (SNOW, 2001, Lars Müller Publishers) stiess auf grosse Resonanz und führte in der Folge zu Ausstellungen u. a. in New York, Tokyo und Bilbao. Seine Lebenspartnerin ist als Publizistin und Autorin tätig.
Arbeit und Werk
Der Fotograf Thomas Flechtner arbeitet ausschliesslich mit analogen Grossformatkameras in Farbe mit vorhandenem Tageslicht unter freiem Himmel. Er verfolgt dabei ein spezielles und aufwendiges Verfahren, das in SIKART mit folgenden Worten beschrieben wird:
«Thomas Flechtner [...] versteht, mittels subtiler inszenatorischer Eingriffe und sorgfältiger Wahl des Bildausschnitts die Ausstrahlung des abgelichteten Sujets kompositionell zu verdichten. Flechtner fokussiert bei seinen Landschaftsaufnahmen sowohl auf die weitläufigen Texturen als auch auf die kleinen Details, die sich im Betrachterauge festhaken. So schafft er in grossformatigen Bildern Farb- und Formrhythmen, die den gewählten Naturausschnitt nicht selten zu Gunsten einer faszinierenden Bilddynamik in den Hintergrund treten lassen.»
«Internationalen Erfolg erzielte Thomas Flechtner erstmals mit seinen Schneebildern (Walks, 1998–2001), in denen er die Fotografie mit dem gestalterischen Eingriff in die Landschaft verband. In hochalpinen Schneehängen setzte er unter grossem Zeitaufwand minutiöse Spuren und fixierte das modellierte Panorama bei wechselnden Lichtverhältnissen mit der Kamera.»
Die Blumenbilder Flechtners, die seit 2003 entstehen und deren «Vorlagen der Künstler teils im eigenen Garten, teils in exotischen Gefilden fand, zeigen die Blüten- und Blätterpracht auf berückend abstrahierte Weise porträtiert. Die vielfache Überlagerung der Gewächse, die dichten Arrangements, Unschärfe und starke Helligkeit führen zur Entmaterialisierung der Pflanzenkörper zugunsten einer Steigerung ihrer farblichen Leuchtkraft.»
Einige seiner Werke hat der Künstler in Bildbänden veröffentlicht: Snow (2001), Bloom (2007) und News (2012).
Öffentliche Sammlungen Aargauer Kunsthaus, Aarau Belgacom, Brüssel Brooklyn Museum, New York Caisse des Dépôts et Consignations, Paris Fonds Cantonal d’Art Contemporain, Genf Fotomuseum Winterthur FRAC Franche-Comté Guggenheim Museum Collection, New York Kunsthaus Zürich Musée Cantonal des Beaux-Arts, La Chaux-de-Fonds Musée Cantonal des Beaux-Arts, Sitten
Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 2017: For Evergreen, Bildhalle, Zürich 2010: Germs, Blancpain Art Contemporain, Genf 2012: Bulbfiction, Blancpain Art Contemporain, Genf 2010: Germs, Blancpain Art Contemporain, Genf 2008: The Box, de Pury & Luxembourg, Zürich 2007: Marianne Boesky Gallery, New York 2006: Bloom, Blancpain Art Contemporain, Genf 2005: Silent walk, Antonio Colombo Arte Contemporanea, Mailand 2004: ParisPhoto, Carousel du Louvre, Galerie Blancpain Stepczynski, Genf 2003: Snow, Michael Hoppen Contemporary, London 2002: Marianne Boesky/Kennedy Boesky Photographs, New York 2000: Coal Mine Fotogalerie, Winterthur 1999: Centre de la Photographie, Genf 1994: Nikon Galerie, Zürich 1992: Scalo, Zürich
Gruppenausstellungen (Auswahl) 2016: Colder/Jours Blancs, Bildhalle, Zürich 2015: Nachtbilder, Aargauer Kunsthaus, Aarau 2014: Laisser les sons aller où ils vont, Frac Franche-Comté, Besançon 2013: Jenseits der Ansichtskarte, Galerie Stihl Waiblingen 2012: Les amitiés végétales, Saline Royale, cité des Utopies, Arc et Senans 2011: On Horizons, Fotomuseum Winterthur 2010: CLIMAX REDVX, Bac – Bâtiment d’art contemporain, Genf 2008: Art is for the Spirit, Mori Art Museum, Tokyo 2007: Les Peintres de la vie Moderne – Donation, collection photographique de la Caisse des Dépôts, Centre Pompidou, Paris 2006: Der Berg, Kunsthaus Zürich 2005: Alpine Air, Swiss Artists Inspired by Mountains, Aargauer Kunsthaus, The Bunkamura Museum of Art, Tokyo, 2004: Interferences, Fotografisk Center, Kopenhagen 2003: Imàgenes en movimiento // Moving Pictures, Guggenheim-Museum Bilbao 2002: Der berg, Heidelberger Kunstverein 2001: Analog/Dialog, Kunstmuseum Solothurn 1997: Looking at India, Schweizerische Landesbibliothek, Bern 1996: The Eye of the Beholder, Swiss Institute, New York 1991: Découverts, Paris 1989: Galerie Stockeregg, Zürich 1985: Triennale Internationale de la Photographie, Freiburg i. Üe.
Auszeichnungen 1988: Eidgenössisches Kunststipendium 1989: European Kodak Award, Arles 1990: Eidgenössisches Kunststipendium 1991: European Photography Award, Berlin 1992: Eidgenössisches Kunststipendium 1993: Landis+Gyr Studio, London, England 2004: Photography Award of Canton Neuchâtel 2013: UBS Anerkennungspreis, Schweiz
Publikationen Indien sehen. Bildband, Lars Müller Verlag, Baden 1997, ISBN 3-907044-41-X. Snow. Bildband. Lars Müller Verlag, Baden 2001, ISBN 978-3-90707849-5. Spicegarden. Bildband, Hrsg. Kanton Basel-Stadt, 2003. Moving Pictures. Katalog. Guggenheim Museum Publications, 2003. Bloom. Bildband. Lars Müller Verlag, Baden 2007, ISBN 978-3-03778091-6. True North. Katalog. Guggenheim Museum Publications, 2008, ISBN 978-3-7757-2166-0. News. Bildband. Lars Müller Verlag, Baden 2012, ISBN 978-3-03778318-4.
Weblinks Persönliche Website von Thomas Flechtner Interview mit Thomas Flechtner auf YouTube
Einzelnachweise
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