mini|hochkant|Klaus Friedland (Kieler Universitätstage 1973) Klaus Dietrich Eberhard Friedland (* 28. Juni 1920 in Erfurt; † 21. März 2010 in Kiel) war ein deutscher Historiker, Archivar und Bibliothekar. Von 1970 bis 1985 war er Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek in Kiel. Als Historiker befasste er sich insbesondere mit der nordeuropäischen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und der Hanse.

Leben Klaus Friedland, Sohn von Margarethe Friedland, geborener Duffing, und des Kaufmanns Max Friedland, trat am 1. Oktober 1938 als Offiziersanwärter in die Kriegsmarine ein und diente hier bis zum 8. Mai 1945, zuletzt als Oberleutnant zur See. Ab 1940 besuchte er die Marineschule in Flensburg-Mürwik. 1943 war er für einige Monate U-Boot-Kommandant.

Von 1945 bis 1953 studierte Friedland Geschichte, Alte Geschichte und Lateinische Philologie an den Universitäten Kiel und Oxford und Bern. In Kiel wurde er 1952 bei Wilhelm Koppe zum Dr. phil. promoviert mit der Dissertation Der Kampf der Stadt Lüneburg mit ihren Landesherren. 1953 legte er das Staatsexamen ab. Von 1953 bis 1961 war er im Höheren Schuldienst als Studienrat in Göttingen tätig. 1962 kam er als Archivrat an das Archiv der Hansestadt Lübeck und arbeitete hier bis 1969. Im Jahre 1970 wurde er als Nachfolger von Olaf Klose Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek und leitete sie bis zu seinem Ruhestand 1985. Sein Nachfolger wurde Dieter Lohmeier.

Seit 1965 wirkte Klaus Friedland als Lehrbeauftragter (seit 1971 als Honorarprofessor) für Historische Hilfswissenschaften am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Friedland machte sich durch zahlreiche Veröffentlichungen einen Namen als Historiker. Zu seinen Forschungsgebieten gehörte die Geschichte der Hanse, die Geschichte der Stadt Lübeck und die nordeuropäische Wirtschafts-, Kaufmanns- und Seefahrtsgeschichte. Viele seiner Arbeiten als Autor und Herausgeber standen im Zusammenhang mit seiner langjährigen Tätigkeit im Hansischen Geschichtsverein.

Klaus Friedland war evangelisch, ab 1952 verheiratet mit Eva Friedland, geborener Stelling, lebte in Heikendorf bei Kiel und hatte zwei Kinder (Kathrin und Tilman).

Veröffentlichungen (Auswahl) Der Kampf der Stadt Lüneburg mit ihren Landesherren. Stadtfreiheit und Fürstenhoheit im 16. Jahrhundert. Lax, Hildesheim 1953 (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens. Band 53). Die Hanse. 1954; Neuausgabe: Kohlhammer, Stuttgart 1991 (= Urban-Taschenbücher. Band 409), ISBN 3-17-010529-9. Finnlann, Partner der Hanse. 1965. mit Gottfried Wentz: Hanserezesse, Abt. 4: Von 1531 – 1560. Band 1 (1531–1535 Juni). Weimar 1941. – Band 2 (1535 Juli – 1537). Köln u. a. 1970 (ISBN 3-412-39870-5). Mehr n. ersch. Bergen, Handelszentrum des Spätmittelalters. 1971. Stadt und Land in der Geschichte des Ostseeraumes. 1973. Emergence of Anglo-German Trade Partnership. 1976. Schleswig-Holstein. In: Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte. Band 9, Reihe A. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg 1977, ISBN 3-87969-124-X. als Hrsg.: Lübeck, Hanse, Nordeuropa. 1979. Schiff und Besatzung. 1980. Gilde und Korporation. 1984. Mensch und Seefahrt zur Hansezeit. Hrsg. von Antjekathrin Graßmann. Böhlau, Köln 1995 (= Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte. Neue Folge, Band 42), ISBN 3-412-06695-8 (Sammlung von 20 Aufsätzen des Verfassers).

Literatur Wilfried Lagler: Die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek. Entwicklung und Bedeutung (1895–1985). Boyens & Co., Heide 1989, besonders S. 60–62 (mit Foto). Friedland, Klaus. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 336. Kieler Gelehrtenverzeichnis (online), Klaus Dietrich Eberhard Friedland. Jahrbuch der deutschen Bibliotheken. Band 50 (1983), S. 403. Bruno Bock: Kieler Schriftsteller. Heute: Klaus Friedland. In: Kieler Nachrichten vom 23. Februar 1978. Prof. Dr. Friedland 40 Jahre im Dienst. In: Kieler Nachrichten vom 4. Mai 1979.

Weblinks

Kieler Gelehrtenverzeichnis (online), Klaus Dietrich Eberhard Friedland. Deutsche U-Boote 1935–1945 (online), Klaus Friedland.

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