Zelte zum Bergwandern und Trekking Moderne Zelte haben ein Gewicht von weniger als 1500 Gramm pro Person; bei großen Zelten für mehrere Personen kann das Gewicht teilweise auf 800 Gramm pro Person gesenkt werden. Zur Gewichtsreduktion wurden gewöhnliche Aluminium- oder Holzgestänge durch hochfeste Legierungen oder Fiberglas ersetzt und Baumwolle als Zeltstoff durch Nylon oder Polyester abgelöst.
Die Zelte unterscheiden sich durch ihre Konstruktion, welche wiederum durch das jeweilige Anforderungsprofil bestimmt ist: Kuppelzelt: stabil bei Wind und Schnee, einfach aufzubauen, häufigster Typ für das reine Camping. geodätisches Zelt: sehr stabil bei Wind und Schnee, wenig schwerer als Kuppelzelte. Tunnelzelt: sehr leicht, viel Innenraum für Gepäck und Ausrüstung. Firstzelt: wenig windstabil, schlechte Raumausnutzung, aber leicht zu improvisieren.
Um in kaltem ebenso wie in schwül-warmem Klima Kondensation an der Innenseite der Zeltbahn zu vermeiden, ist ein gewisser Luftzug erforderlich. Alleine der in der Atemluft enthaltene Wasserdampf führt an der Innenseite des Außenzeltes oft in kurzer Zeit zur Tropfenbildung. Berührt der Schlafsack nachts die feuchte Zeltbahn, kann die betroffene Stelle bis zum Morgen durchnässen. Zur Anpassung an der Durchlüftung an Aussentemperatur und Wind wird der Abstand der Zeltbahn vom Erdboden reguliert. Um den Zutritt von Insekten und das Auftreten von Zugluft im Inneren zu vermeiden, besitzen die meisten Zelte ein separates Innenzelt. Die Innenzeltwand schützt vor dem Kontakt mit dem Kondenswasser.
Je nach Fortbewegungsart (zu Fuß, Fahrrad, Auto), Region (Gebirge mit Schneefall und Wind, Wald und Flachland mit wenig Wind), Anzahl Personen und Gepäckmenge eignen sich bestimmte Typen mehr oder weniger gut: Alpinisten wählen eher geodätische Zelte, Trekking-Reisende eher Tunnelzelte, während man als Autofahrer problemlos ein schweres, altes Baumwollzelt benutzen kann. Auch der Komfort kann eine Rolle spielen: Tunnelzelte verfügen oft über eine große Apsis (überdachter Raum außerhalb des Innenzelts), so dass man bei schlechtem Wetter im Zelt kochen kann. Letztlich kann die Materialqualität ein Kriterium sein, wobei diese Eigenschaft eher zwischen den Herstellern variiert als zwischen den Zelttypen.
Kuppel- oder Igluzelt
Ein Kuppelzelt oder auch Igluzelt ist eine moderne Zeltform, bei der das Gestänge in zwei Bögen diagonal über der Grundfläche ein Innenzelt aufspannt. Diese Zelte sind freistehend, da die Stangen das Zelt aufspannen, sie können zur Not auch ohne Zeltnägel oder Heringe aufgestellt werden, sofern eine ausreichende Beschwerung durch Gepäck das Zelt davor schützt, vom Wind fortgetragen zu werden.
Kuppelzelte können Schnee- und Windlast meist besser widerstehen als Tunnelzelte, sind jedoch nicht ganz so standfest wie geodätische Konstruktionen, die eine höhere Anzahl Gestängebögen enthalten.
mini|Wurfzelt mit Innenzelt nach Transport auf Wanderanhänger Wurfzelt
Die Gestänge der sogenannten Wurf- oder Sekundenzelte sind ringförmig ausgeführt und fest mit der Zelthaut verbunden. Zum Verpacken werden sie zu einer flachen Scheibe zusammengelegt, wobei sich die Fiberglasringe ohne Knickstellen ineinander falten. Der Aufbau erfolgt durch das Lösen der Transportverspannung und Hochwerfen des Zeltes. Die Federkraft der Fiberglasringe entfaltet das Zelt, sodass es sich selbsttätig aufstellt. Vorteil ist die Zeitersparnis beim Aufbau, nachteilig ist das große Packmaß von etwa 60 bis 80 Zentimeter im Durchmesser. Die Fiberglasringe sind flexibler als gewöhnliche Zeltstangen und das Zusammenlegen zur Scheibenform kann etwas Übung benötigen.
Tunnelzelt
Tunnelzelte sind Leichtzelte mit parallelen Gestängebögen. Tunnelzelte müssen durch Verspannung an Heringen oder anderen Gegenständen stabilisiert werden und sind insbesondere in Querrichtung weniger standfest gegenüber dem Wind als ein Kuppelzelt oder eine geodätische Konstruktion. Vorteil des Tunnelzelts ist das geringe Gewicht und die günstige Raumausnutzung durch die steilen Giebelwände.
Geodät
Ein Geodät ist ein Leichtzelt, das mit drei oder mehr Gestängebögen über der Grundfläche ein halbkugelförmiges Zelt aufbaut (eine geodätische Linie ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten auf einer beliebig gekrümmten Fläche). Dieser Zelttyp kann auch ohne Heringe stehen und gilt, gut abgespannt, aufgrund der Kreuzungspunkte der Zeltstangen als besonders sturmsicher.
Zelte in Geodätenform werden auch mit aufgeblasenen Luftkammern angeboten, die das Gestänge ersetzen.
mini|Firstzelte am Bundeslager 2022
Firstzelt
Das Firstzelt ist neben dem Pyramidenzelt der ursprüngliche Zelttyp und besteht aus zwei senkrechten Zeltstangen, einer Zeltplane und Abspannschnüren, die an Heringen oder anderen Gegenständen befestigt werden. Beim Aufspannen der Zeltplane bildet sich ein Dachfirst und die Giebelflächen des Zelts haben eine Dreiecksform. Manche Modelle verfügen über eine zusätzliche horizontale Zeltstange, um die Belastung der Zeltschnüre an den Giebelseiten bei Wind zu verringern.
Vorteil des Firstzelts ist die einfache Konstruktion. Durch das schräg verlaufende Zeltdach ergibt sich im Vergleich zu Kuppel- oder Tunnelzelten aber eine schlechtere Ausnutzung des Innenraums. Im Vergleich mit anderen Zelttypen ist die Windstabilität geringer. Durch die einfache Geometrie können größte Zelte aus mehreren Zeltbahnen zusammengesetzt werden, die zur Gewichtsverteilung von verschiedenen Person getragen werden. Traditionelle doppelwandige Firstzelte werden als Gruppenzelte bei Pfadfindern verwendet. Seit einigen Jahren werden sehr leichte, einwandige Firstzelte als Biwaks angeboten (z. B. „Rajd“ von Hilleberg).
Prahmzelt
Die Form eines Prahmzeltes erinnert an einen nur teilweise aufgeklappten Kugel-Papierlampion oder an das Faltdach eines alten Cabriolets. Die Gestänge bilden Halbkreise, die mit Distanzstangen aufgespannt werden. Prahmzelte können als Halbzelt (Zeltmuschel) aufgestellt werden und werden oft von Karpfenanglern verwendet (als „Bivvy“, „Brolly“, „Angelschirm“, „Shelter“). Von Vorteil sind der recht schnelle Aufbau, stabile Gestänge, Regen- und Windstabilität und die funktionale Form. Die Bodenplane ist meist robust ausgeführt, um von Karpfenliegen aus Stahlrohr nicht perforiert zu werden. Das Gewicht ist oft recht hoch, da sie nicht zum längeren Transport im Rucksack gedacht sind.
Einbogenzelt
Ähnlich wie Zeltmuscheln sind Einbogenzelte gebaut, aber sie sind rundum geschlossen.
Tarp
Ein Tarp (von Tarpaulin) ist eine meist rechteckige, quadratische oder trapezförmige Zeltbahn, die oft einfach über eine Schnur gespannt wird, die zwischen zwei Bäumen oder von einem Baum zum Boden gezogen wird. Die Ecken werden zum Boden abgespannt. Alternativ kann man Trekkingstöcke oder Äste als Zeltstangen verwenden. Das Tarp ist vor allem bei Ultraleicht-Wanderern beliebt. Von Nachteil ist, dass das Tarp nicht vor Insekten und nur wenig vor Wind schützt.
mini|Aufblasbares Sanitätszelt Biwakzelt
Das Biwakzelt ist eine Kombination von Biwaksack mit sehr kleinem Zelt. Der Körperbereich wird durch einen Biwaksack bedeckt, der über dem Kopfbereich in ein kleines Zelt übergeht. Das Biwakzelt benötigt nur ein minimales Gestänge und ist die leichteste denkbare Bauform. Gegenüber dem Biwaksack erlaubt es mehr Bewegungsfreiheit.
Aufblasbares Zelt
Aufblasbare Zelte besitzen entweder röhrenförmige Luftkammern, die nach dem Aufblasen luftdicht verschlossen werden und dann die Zelthaut stützen, oder eine zweischalige, mit Luft gefüllte Aussenhaut.Beispiele: Beim aufblasbaren „Swiss IGLOO“ Kuppelzelt werden die üblichen sich kreuzenden Zeltstangen durch aufblasbare „Feuerwehrschläuche“ ersetzt. Durch die hochwertigen und gut dimensionierten Materialien haben diese Zelte einen außergewöhnlich guten und stabilen Stand. Die Produktion der Firma „SIKON AG“ im schweizerischen Uster wurde schon vor Jahren eingestellt.
Bei Traglufthallen wird der gesamte Innenraum durch einen ständigen Luftstrom unter Überdruck gehalten.
mini|Festzelt beim Oktoberfest Zelte nach Anwendungsbereich
Festzelt
Ein Festzelt, auch Bierzelt, ist ein Zelt oder leicht demontierbares zeltartiges Gebäude, in dem zum Beispiel auf Volksfesten und ähnlichen Veranstaltungen eine Gaststätte mit Unterhaltungsprogramm untergebracht ist.
Industriezelt
Als Industriezelt wird eine Leichtbauhallenkonstruktion bezeichnet, die als provisorische Montagehalle oder als Lagerhalle (Lagerzelt) verwendet wird. Sie werden in der Logistik von Industrie- und Speditionsbetriebe zum Überbrücken temporärer Engpässe genutzt.
mini|links|hochkant=0.6|Partyzelt Partyzelt
Ein Partyzelt ist eine kleinere Variante des Festzeltes. Es kann eine Feier im Freien vor Regen, Wind und Sonnenstrahlung schützen.
mini|SG-Zelt Rettungs-, Flüchtlings-, Notfallzelt
Ein Rettungs- bzw. Notfallzelt dient der Unterbringung, Versorgung und Hilfe von Menschen in Not. Flüchtlingszelte werden für aus Katastrophen- und Krisengebieten evakuierte Personen verwendet. SG-Zelte verschiedener Größenordnung werden besonders im Katastrophenschutz und der Feuerwehr eingesetzt. Hier dienen sie als Küchenzelte, Sanitätszelte, Unterkunftszelte oder Ähnliches, sofern kein geeignetes bauliches Objekt zur Verfügung steht.
Sanitätszelt
Ein Sanitätszelt ist ein Zelt zur provisorischen Unterbringung und Behandlung von Patienten. Es ist Bestandteil eines Behandlungsplatzes oder eines feldmäßigen Lazarettes. Sanitätszelte kommen im militärischen Bereich oder bei humanitären Hilfeleistungen sowie beim Massenanfall von Verletzten oder im Rahmen von geplanten Sanitätswachdiensten bei Veranstaltungen zum Einsatz.
mini|Spiegelzelt auf dem Zelt-Musik-Festival in Freiburg Spiegelzelt
Ein Spiegelzelt (flämisch: Spiegeltent), auch Spiegelpalast genannt, ist eine transportable Veranstaltungshalle aus Holz und Leinwand, die oft einem Zirkuszelt ähnelt. Ursprünglicher Herkunftsort der Spiegelzelte ist Belgien.
mini|links|hochkant=0.6|Strandmuschel als Windschutz an der Ostsee Strandmuschel
Eine Zeltmuschel oder Strandmuschel ist ein halboffenes Zelt, das meist nur durch ein im Halbkreis gespanntes Gestänge getragen wird. Aufwendigere Modelle können bei Bedarf vorne wasserdicht verschlossen werden. Strandmuscheln dienen hauptsächlich als Wind-, Regen- und Sonnenschutz. In größeren Ausführungen kann auch übernachtet werden.
mini|links|hochkant=0.6|Zirkuszelt Zirkuszelt
Das Zirkuszelt (auch Chapiteau, von franz.chapiteau = Kapitell) ist in der Regel ein Zelt mit rundem oder ovalem Grundriss. Es dient dem Wanderzirkus als Spielstätte für Vorführungen. Transportable Zelte in der heute bekannten Größe werden erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verwendet. Zuvor fanden Zirkusvorstellungen eher in festen Theatergebäuden wie etwa dem Cirque Olympique oder in Schaubuden statt.
Fahrzeugzelte mini|Dachzelt auf Landrover
Ein Autodachzelt ist fest auf dem Dach eines Fahrzeuges montiert und kann für die Fahrt auf dem Dachgepäckträger zu einem kompakten Paket gepackt werden. Neben Zelten, die eine Schlafkabine auf dem Autodach bilden, gibt es eine größere Variante, die sich zusätzlich bis neben oder hinter das Fahrzeug erstreckt. Ein Autovorzelt ist ein – ähnlich wie eine Markise – vor einen Kastenwagen gespanntes Dach mit zwei Zeltstützen, die mittels Schnüren abgespannt werden. Ein Zeltanhänger oder Faltcaravan lässt sich aus einem Anhänger heraus- oder herunterklappen, wodurch ein großer Schlaf- und Wohnraum entsteht. Verbunden mit einem Vorzelt werden Raummaße von bis zu 30 m² erreicht. Durch das geringe Gewicht von bis zu 300 kg kann der Anhänger auch von Kleinwagen gezogen werden, je nach Produkt sind Zuladungen bis zu 700 kg möglich.