Die Women’s National Basketball Association (WNBA) ist die seit 1996 bestehende Basketball-Profiliga für Damen in Nordamerika und der Name des Sportverbandes (Sitz in New York City).
Derzeit besteht die Liga aus 15 Mannschaften aus den Vereinigten Staaten und Kanada, die in der Western und Eastern Conference zugeteilt sind. Der Saisongewinner wird nach der regulären Saison in den Playoffs ausgespielt. Die WNBA ist eine geschlossene Liga, es gibt keine Auf- und Absteiger. Neue Spielerinnen werden über einen jährlichen Draft auf die Teams verteilt.
Geschichte In den Vereinigten Staaten gab es bereits mehrere Versuche eine erfolgreiche Damen-Basketballliga auf die Beine zu stellen (die erste offizielle Damen-Basketballliga in den USA war die WBL), doch alle Ligen wurden früher oder später wieder aufgelöst. Am 24. April 1996 wurde mit Hilfe der National Basketball Association die WNBA gegründet. Alle Franchises der WNBA befanden sich in Städten, in denen es bereits eine NBA-Mannschaft gab, sie gehörten zu Beginn denselben Besitzern und nutzten dieselben Spielstätten wie diese. Durch die große Unterstützung der NBA gab es auch große Ähnlichkeiten zwischen den Logos der beiden Ligen.
Die WNBA begann ihre erste Saison am 21. Juni 1997. Das erste Ligaspiel der WNBA wurde in Los Angeles zwischen den New York Liberty und den Los Angeles Sparks ausgetragen. Dabei erzielte Penny Toler den ersten Punkt des Spiels und somit auch der WNBA-Geschichte. In den ersten Saisons konzentrierte die WNBA ihre Marketing Kampagne („We Got Next“) auf die Stars der Liga, wie Rebecca Lobo, Lisa Leslie und Sheryl Swoopes. Jedoch konnte von diesen Spielerinnen nur Lobo leistungsmäßig überzeugen, die die Liberty bis in die Finals führte, wo sie sich aber dem eigentlichen Star der Liga Cynthia Cooper klar geschlagen geben musste. Durch ihre guten Leistungen wurde Cooper immer mehr zum Aushängeschild der Liga.
In der Saison 1998 traten mit den Detroit Shock und Washington Mystics zwei neue Teams der Liga bei.
Der größte Konkurrent der WNBA war die American Basketball League (ABL), die jedoch 1999 aufgelöst wurde. Viele ABL-Stars wechselten anschließend in die WNBA, was das Niveau der gesamten Liga weiter aufwertete. Durch diese vielen Wechsel war der WNBA Draft 1999 geprägt von Spielerinnen aus der ABL. Da in dieser Saison die NBA wegen des Lockouts teilweise ausfiel, stieg das Interesse an der WNBA etwas an. Des Weiteren erhöhte sich durch den Beitritt der Minnesota Lynx und Orlando Miracle die Anzahl der Mannschaften von zehn auf zwölf.
In der Saison 2000 traten mit den Indiana Fever, Seattle Storm, Miami Sol, und den Portland Fire vier weitere Teams der WNBA bei, damit konnte die WNBA die Anzahl der Mannschaften seit ihrem Beginn verdoppeln. Die Liga und deren Teams waren im Besitz der NBA, die sich 2002 entschied, die einzelnen Mannschaften an die in derselben Stadt beheimateten NBA-Teams oder an Dritte zu verkaufen. Dieser Verkauf führte dazu, dass zwei Mannschaften umgesiedelt wurden: Utah Starzz wurden zu den San Antonio Silver Stars und die Orlando Miracles zu den Connecticut Sun. Die Sun waren das erste Team, das in den Besitz von Dritten überging. Jedoch fand die NBA nicht für alle Teams einen neuen Besitzer, deshalb wurden mit den Miami Sol und den Portland Fire zwei Teams aufgelöst.
Nach der Saison 2003 wurden mit den Cleveland Rockers bereits das insgesamt dritte Team aufgelöst. Die Anzahl der Teams wurden zwar weniger, doch das Niveau der Liga stieg von Jahr zu Jahr an und Alleingänge wie von Cynthia Cooper und den Houston Comets in den ersten vier Saisonen gehörten der Vergangenheit an. Am 21. Oktober gab die WNBA-Präsidentin Val Ackerman ihren Rücktritt bekannt. NBA-Commissioner David Stern gab am 15. Februar 2005 mit Donna Orender ihre Nachfolgerin bekannt. Im April übernahm sie offiziell den Posten von Ackerman.
mini|350px|Mannschaften und Conferences der WNBA In der Saison 2005 trat mit den Chicago Sky nach mehreren Jahren wieder eine Mannschaft der WNBA bei. In der Saison 2006 feierte die WNBA ihr zehnjähriges Bestehen, damit ist die WNBA die erste professionelle Damenliga, die diese Hürde knackte. Anlässlich dieses Jubiläums präsentierte die WNBA das All-Decade Team. Im Dezember 2006 gaben die Charlotte Bobcats bekannt, dass sie nicht mehr länger die Charlotte Sting finanziell unterstützen werden. Da die WNBA keine neuen Besitzer fand, wurde die Mannschaft aufgelöst und somit sank die Anzahl der Teams vor Beginn der Saison 2007 von 14 auf 13. In der Saison 2008 nahmen durch den Beitritt der Atlanta Dream kurzfristig wieder 14 Mannschaften an der Meisterschaft teil. Jedoch stellten die Houston Comets nach dieser Saison ihren Spielbetrieb ein. Die Saison 2009 begann im Gegensatz zu den vorherigen Saisons erst am 6. Juni 2009, dadurch hatten die Spielerinnen mehr Zeit, um entweder die Saison in ihrer Übersee-Liga beenden zu können oder sich mit ihrem WNBA-Team intensiv auf die nächste Saison vorzubereiten. Für die Saison 2009 beschloss die Liga, dass der Kader der Mannschaften von maximal 13 auf 11 gekürzt wird, dies führte in weiterer Folge dazu, dass einige Spielerverträge nicht verlängert wurden, um diese Auflage zu erfüllen. Außerdem erlaubte die WNBA als erste der großen US-amerikanischen Sportligen das Tragen von Trikotwerbung.
In der Saison 2010 stellte mit den Sacramento Monarchs eine weitere Mannschaft ihren Spielbetrieb ein. Des Weiteren wurden die Detroit Shock nach Tulsa übersiedelt. Aufgrund dieser Übersiedlung und Auflösung wurden die Shock in die Western Conference umgegliedert, damit beide Conferences aus derselben Anzahl an Mannschaften bestehen. 2013, nach Jahren stagnierender Zuschauerzahlen, veränderte die Liga ihre Vermarktungsstrategien, indem sie unter anderem vormals eng an die NBA angelehnte Designelemente, etwa das Logo, neu gestalten ließ und einzelne Spielerinnen wie Brittney Griner stärker in den Mittelpunkt stellte.
Sportlich waren die 2010er Jahre von der Dominanz der Minnesota Lynx geprägt. Bei den Lynx, die zuvor lediglich ein Playoff-Spiel gewinnen konnten, übernahm 2010 Cheryl Reeve das Traineramt und mit der im Draft 2011 verpflichteten Starspielerin Maya Moore konnte die Mannschaft im Zeitraum von 2011 bis 2017 vier Meisterschaften gewinnen und zusätzlich noch zwei weitere Male die Finalrunde erreichen.
Zur Saison 2016 siedelten die Tulsa Shock nach Dallas um und änderten ihren Namen in Dallas Wings. Gleichzeitig wurde das Playoff-System geändert, so dass sich nunmehr die acht besten Mannschaften, unabhängig von der Conference, zur Finalrunde qualifizierten. Zwei Jahre später zur Saison 2018 erfolgte der Umzug der San Antonio Silver Stars nach Las Vegas mit Umbenennung in die Las Vegas Aces. Im Oktober 2018 trat Lisa Borders von ihrem Amt als Präsidentin der Liga zurück. Mark Tatum fungierte bis Mai 2019 als Interimspräsident, bis Cathy Engelbert zur WNBA-Kommissarin ernannt wurde – eine Position, die seitdem den Titel des Liga-Präsidenten ablöste.
Im Januar 2020 gaben die Liga und die Gewerkschaft der Spielerinnen bekannt, dass sie sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt hätten, der eine Erhöhung der Spielerinnenvergütung sowie erweiterte Sozialleistungen und mehr Rechte im Rahmen der Free Agency vorsah. Wie viele andere Sportveranstaltungen des Jahres führte die COVID-19-Pandemie zu einer deutlichen Verkürzung des Zeitplans der Saison 2020 und auch der Saison 2021, in der zum ersten Mal das neue saisoninterne Turnier um den WNBA Commissioner’s Cup ausgetragen und von den Seattle Storm gewonnen wurde.
Die Las Vegas Aces, die sich mit den Nummer 1 Draft Picks der Jahre 2018 (A'ja Wilson) und 2019 (Jackie Young) entscheidend verstärken konnten und zudem 2022 Becky Hammon als neue Cheftrainerin verpflichteten, dominierten mit drei Meisterschaften 2022, 2023 und 2025 die erste Hälfte der 2020er Jahre. Dazwischen konnten die New York Liberty als letztes Urgestein der Liga ihre erste Meisterschaft in der WNBA feiern. Im selben Jahr 2024 führte der Draft von Caitlin Clark durch die Indiana Fever zu einem enormen Popularitätsschub der Liga.
Nach über einem Jahrzehnt ohne Wachstum begann die WNBA wieder zu expandieren. 2025 traten die Golden State Valkyries neu der Liga bei und stellten sofort Rekordzahlen von über 18000 Zuschauern bei ihren Heimspielen in der Premierensaison auf. In der Saison 2026 folgten mit Toronto Tempo das erste kanadische Team und mit den Portland Fire das insgesamt fünfzehnte Team der Liga. Vor Saisonstart 2026 wurde zudem nach langen Verhandlungen, die zeitweise den geplanten Saisonstart gefährdeten, ein neuer Tarifvertrag mit deutlich erhöhten Gehaltsobergrenzen sowie einer Mindestkadergröße von 12 Spielerinnen abgeschlossen.
Draft
Jeden Frühling gibt es einen WNBA Draft in der Stadt, in der die NCAA Women’s Final Four ausgetragen wurden. Der Draft besteht aus drei Runden, wobei jede Mannschaft ein Wahlrecht in jeder Runde hat. Die Reihenfolge der Mannschaften, die die Playoffs in der vorhergehenden Saison nicht erreichen konnten, wird per Lotterie ermittelt. Die Reihenfolge der übrigen Mannschaften ergibt sich aus dem Abschneiden in der regulären Saison.
Spielmodus Die Meisterschaftsrunde teilt sich in zwei Phasen auf: die reguläre Saison, in der jedes Team inzwischen 44 Spiele absolviert, und die Playoffs, die wiederum in drei Runden unterteilt sind. In geraden Jahren mit entweder Olympischen Spielen oder einer Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen kann die Saison für die Teilnahme an diesen unterbrochen werden.
Reguläre Saison Die WNBA ist seit ihrer Gründung in eine Western und eine Eastern Conference unterteilt, die beide etwa gleich viele Mannschaften umfassen sollen. Nachdem zu Beginn 28 Saisonspiele pro Team stattfanden, erhöhte sich die Zahl bald auf 34. Die Spiele sind dabei jeweils zur Hälfte Heim- und zur Hälfte Auswärtsspiele. Außerdem treten die Teams häufiger gegen Mannschaften aus der eigenen Conference an. Die genaue Aufteilung diese Spiele ändert sich regelmäßig wegen der unterschiedlichen Anzahl an Spielen und teilnehmenden Teams.
mini|Sue Bird, 2008
Von 2010 bis 2015 teilten sich die Begegnungen bei 34 Saisonspielen und 12 Teams wie folgt auf: Die Mannschaften aus den beiden Conferences spielen insgesamt viermal gegen drei Mannschaften aus derselben Conference (12 Spiele) und fünfmal gegen die restlichen zwei Mannschaften aus der Conference (10 Spiele). Des Weiteren spielten sie noch weitere zwei Male gegen jede Mannschaft aus der anderen Conference (12 Spiele).
Zwischen 2016 und 2019 spielten die Teams innerhalb der eigenen Conference gegen ein Team insgesamt viermal (4 Spiele) und gegen die restlichen vier Teams dreimal (12 Spiele) sowie gegen jedes Team der anderen Conference dreimal (18 Spiele). 2020 und 2021 fanden wegen der COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten 22 und 32 Spiele statt. Ab 2022 fanden 36 Spiele statt, gegen zwei Teams der eigenen und alle der anderen Conference drei Spiele und gegen drei Teams der eigenen Conference vier Spiele.
2023 und 2024 gab es dann jeweils 40 Saisonspiele in der regulären Saison. Ab der Saison 2025, nun mit 13 Mannschaften, und auch in 2026 mit 15 Mannschaften wurden 44 Spiele in der regulären Saison ausgetragen.
Commissioner’s Cup
Seit 2021 findet der WNBA Commisioner’s Cup statt. Dabei handelt es sich um ein intrasaisonales Turnier mit einem außerplanmäßigen Finalspiel der beiden punktbesten Conference-Vertreter. Die jeweils ersten fünf Heim- und Auswärtsspiele gegen die Vertreter der eigenen Conference gehen in die Punktwertung der zehn Regular Season-Spiele des Commissioner’s Cups ein und sollen die Spannung bereits zu Beginn der Saison anheizen und Teamrivalitäten generieren. Das Finale findet im Juli statt.N. N.: 2022 WNBA Regular Season Tips Off May 6th. Auf: Women’s National Basketball Association—Website; New York, NY, 9. Dezember 2021. Abgerufen am 13. Dezember 2021 (in Englisch).