Der Funkenruf der Riobamba ist der Titel eines Kriminaldramas, das Adolf Gärtner 1920 für die Kassandra-Film (ehem. Societäts-Film), Berlin als Stummfilm realisierte. In dieser Folge aus der „Joe Jenkins“-Serie spielte Kurt Brenkendorf den tatkräftigen Detektiv.

Handlung Auf dem titelgebenden Dampfer,er hat seinen Namen von Riobamba, der Hauptstadt der Provinz Chimborazo und dem Agrar- und Handelszentrum des Hochlands von Ecuador. an dessen Bord „anstössige Schiebertänze“so das Zensurgutachten vom 28. Juli 20 veranstaltet werden, kämpft Joe Jenkins gegen eine Bande skrupelloser Mädchenhändler. Ihr Chéf ist Graf Coveland, ein „zerlumpter Aristokrat, der Frauen durch Suggestion und Hypnose in seinen Bann zu ziehen“ weiß.so im Filmspiegel, Band 0, Verlag Kath. Filmkomm. f. Österreich, 1941, S. 135.

Hintergrund Der Film, eine Produktion der Kassandra-Film Berlin, wurde von Charles Paulus fotografiert. Die Filmbauten schuf der Architekt Barlitza. Er lag der Berliner Zensurbehörde am 28. Juli 1920 zur Prüfung vor und erhielt Jugendverbot,Bescheide der Filmprüfstelle Berlin vom 28. u. 30.07.20, (PDF) das am 30. Juli 1920 unter der Nr. B.00128vgl. Birett, Quellen zur Filmgeschichte 1920–1931: „B00128 Funkenruf der Riobamba, Der 1920“ von der Oberprüfstelle – trotz freiwillig ausgeführter Schnitte im 5. Akt – bestätigt wurde. Die Uraufführung fand 1920 in Berlin im Berliner Sportpalast statt, der auch als Lichtspielhaus genutzt und 1919 als „größtes Kino der Welt“ angepriesen wurde.„Sportpalast-Lichtspiele, das größte Kino der Welt“ mit 3000 Sitzplätzen, Berlin W 57, Potsdamer Str. 72, vgl. square7.ch

Rezeption Funkenruf ist ein inzwischen veralteter Ausdruck für „Funkspruch, drahtlose Nachricht“, wie er noch im Ersten Weltkrieg gebräuchlich war.Beispiele: 1. Die Güldenkammer: norddeutsche monatshefte ..., Band 5. Verlag Hauschild, 1914, S. 123: „Wahrscheinlich wurde auch das Schiff ‚Jerusalem‘ in Grund gebohrt, da es seit Sonntag nicht mehr auf Funkenruf geantwortet hat.“ 2. Deutsch-Amerika, Band 2. Verlag New Yorker Staats-Zeitung, 1916, S. 35: „Neunmal sandte er einen bestimmten Funkenruf in die Ferne. Dann schlug er einen Hebel um, sodass die Station wieder auf ‚Hören‘ ... stand.“ 3. Franz Schulze: Erich Sarnekow der U-Bootsheld. Eine Erzählung aus dem Weltkrieg. Verlag epubli, 2017, ISBN 978-3-7450-0165-5. Hier: „Der Funkenruf war nicht ungehört verhallt und hatte ein in der Nähe der Inselgruppe kreuzendes U-Boot unserer österreichischen Bundesgenossen herbeigerufen.“ Die Sendeapparaturen vor Erfindung der Radioröhre erzeugten tatsächlich sicht- und hörbare Funken.vgl. Jonathan Zenneck bei seefunknetz.de

Literatur Käthe Dräger (Hrsg.): Jahrbuch der Psychoanalyse: Beiträge zur Theorie, Praxis und Geschichte. Band 39, Verlag Frommann-Holzboog, 1997, ISBN 978-3-7728-1673-4, S. 56, 272. Sebastian Hesse: Kamera-Auge und Spürnase: der Detektiv im frühen deutschen Kino. Verlag Stroemfeld-Roter Stern, 2003, S. 287. Alfred Krautz, Hille Krautz, Joris Krautz: Encyclopedia of film directors in the United States of America and Europe. Band 2, Verlag Saur, München 1997, ISBN 3-598-21502-9, S. 83, 287.

Weblinks

Der Funkenruf der Riobamba bei DIF-Archiv fehlt bei IMDb und GECD #2420 „Joe Jenkins“. Abbildungen: Photo von Lu Jürgens auf dem Titelblatt der „Jllustrierten Film-Woche“ Jg. 8 No. 52 (Aufgerufen 15. August 2019). Postkarte mit Kurt Brenkendorf als Detektiv im Gehpelz (in dem Joe Jenkins-Film „Die schlafende Maschine“): Photochemie K.2424.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1920 Kategorie:Stummfilm Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kriminalfilm