Dedesdorf-Eidewarden () ist eine 2016 zusammengeschlossene Ortschaft in der Einheitsgemeinde Loxstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Zur Ortschaft gehört auch die Siedlung Oldendorf.

Geografie Lage Dedesdorf-Eidewarden befindet sich an der Weser und liegt in der Gemarkung Landwürden. Es wird durch reetgedeckte Häuser und die umgebende Marschlandschaft geprägt. Durch den Ort verlaufen die Landesstraßen L 121 und L 143. Die L 121 ermöglicht eine Verbindung in Richtung Bremerhaven.

Ortsgliederung Dedesdorf Eidewarden Oldendorf

Nachbarorte

Geschichte Am 1. Januar 1936 ist die Gemeinde Dedesdorf mit den Bauerschaften und Dörfern Buttel, Dorf Dedesdorf, Eidewarden, Maihausen, Overwarfe, Ueterlande und Wiemsdorf in die Gemeinde Landwürden umbenannt worden.

Dedesdorf-Eidewarden im Nationalsozialismus 1938 wurden die im Dorf ansässigen Juden, der Schlachter Theodor Rosenberg (* 1872 in Eidewarden; † 11. August 1938 KZ Oranienburg) und sein Bruder, der Viehhändler Hugo Rosenberg, mit seiner Frau Eva, ins KZ Oranienburg verschleppt. Theodor kam im KZ ums Leben; sein Bruder verübte dort Selbstmord. Geschäft, Haus und Hof wurden über Zwangsverkauf an „gute Nazis“ übergeben. Theodors Witwe Helene zog nach Lemgo zu ihren Kindern Herta, geb. Rosenberg (* 6. Mai 1901 in Eidewarden) und Walter Frenkel, die 1944 im KZ Auschwitz umkamen.vgl. dazu den Bericht der Enkelin von Theodor Rosenberg: Karla Raveh, Überleben : Der Leidensweg der jüdischen Familie Frenkel aus Lemgo, 3. verb. Aufl., Lemgo, Archiv- und Museumsamt 1987, ISBN 3-9801508-1-X, S. 19

Nach 1945 Die beiden Dörfer Dedesdorf und Eidewarden verfügten über jeweils einen Ortsvorsteher und teilten sich ein Gemeinschaftshaus mit Jugendraum und einen Sportplatz. Am 1. November 2016 wurden die Ortschaften Dedesdorf und Eidewarden zur Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden zusammengelegt. Für die zusammengelegte Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden wurde ab 2016 nur noch ein Ortsvorsteher nach den Bestimmungen des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes bestimmt.

In der Straße Am Markthamm klärt eine Informationstafel über die Geschichte der Umgebung auf.

Eingemeindungen Die beiden Dörfer Dedesdorf und Eidewarden waren bis zur Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, Teile der Gemeinde Landwürden im Landkreis Wesermarsch. Danach waren sie Ortschaften in der Einheitsgemeinde Loxstedt.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Dedesdorf (ab 1936 unter dem Namen Landwürden) mit den oben genannten umfassten Bauerschaften

Jahr 1910 1933 1939 1950 1956 1961 1970 1973 Einwohner 1402 1376 1472 2415 2114 1984 1830 1794 Quelle

Ortschaften Dedesdorf und Eidewarden (1925–2014)

Jahr 1925 2010 2014 Einwohner Dedesdorf 142 211 192 Einwohner Eidewarden – 387 363 Quelle

Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden (2015–2021) Jahr 2015 2020 2021 Einwohner 516 550 593 Quelle

Politik Gemeinderat und Bürgermeister Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden vom Loxstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher Der Ortsvorsteher von Dedesdorf-Eidewarden ist Holger Onken (SPD). Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.

Wappen Das Kommunalwappen der zusammengeschlossenen Orte Dedesdorf und Eidewarden wurde von dem Bürgerverein Dedesdorf-Eidewarden von 1958 e. V. entworfen. Das Wappen wurde der Öffentlichkeit zum 860. Dedesdorfer Markt im August 2009 erstmals präsentiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Windmühle Dedesdorf als Galerieholländer – Hochzeitsmühle Ursel Bauwerke

Ev. Dorfkirche Sankt Laurentius, im Kern gotischer Backsteinbau aus dem späten 13. Jahrhundert, im 18. Jh. erweitert und stark umgestaltet, beherbergt eine Arp-Schnitger-Orgel, an altem Mauerwerks wurden mehrere spätgotische Fresken entdeckt Windmühle Dedesdorf von 1847 als Galerieholländer in Oldendorf, auch Außenstelle des Standesamtes Loxstedt als Hochzeitsmühle Ursel, auf alten Mühlengrundstück einer abgerissenen Bockwindmühle Wohn- und Wirtschaftsgebäude Fährstraße 14a von um 1860 Zollhaus Amtsstraße 3 von 1813

Regelmäßige Veranstaltungen Der Ort ist insbesondere durch den Dedesdorfer Markt überregional bekannt

Verkehr mini|Radarturm Dedesdorf Über die L 121 besteht im Süden Anschluss an die B 437. Die B 437 führt in östlicher Richtung zur A 27 bei Stotel und in westlicher Richtung durch den Wesertunnel auf die andere Weserseite in den Landkreis Wesermarsch. In nördlicher Richtung führt die L 121 an die Stadtgrenze von Bremerhaven.

Die VBN-Buslinie 580 verbindet Dedesdorf-Eidewarden mit anderen Teilen Landwürdens und mit Bremerhaven. Diese Linie wurde bereits 1925 von der Reichspost eingerichtet. Darüber hinaus führen einzelne Fahrten und ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) an allen Tagen der Woche (auch Schulferien) nach Loxstedt und Bremerhaven. Bis 2004 gab es eine örtliche Fährverbindung nach Kleinensiel, die durch den nahegelegenen Wesertunnel ersetzt wurde. Der Fähranleger wurde zu einem Sportboothafen umgebaut. Zunächst gab es eine Busanbindung (Linie 440) mit einer Haltestelle in Dedesdorf. Die Linie führte via Wesertunnel nach Rodenkirchen. Damit wurde Fußgängern und Radfahrern die Weserquerung ermöglicht.

Im Zuge der südlichen Erweiterung der Radarkette für die Verkehrszentrale Bremerhaven in den Jahren 1974 bis 1981 wurde südlich der Ortslage am Ufer der Weser der Radarturm Dedesdorf errichtet.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes

Christian Friedrich Rudolph Rüder (1809–1890), Advokat, Redakteur, Schriftsteller und Polizeidirektor Marie Dorothea Ahlmann, geborene Hundewandt (1817–1904), Mutter des dänischen Kaufmanns und Fabrikanten Johannes Ahlmann Hermann Schmidt (1851–1921), Politiker, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Jurist, Oberbürgermeister von Erfurt

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Eilert Köhler (1710–1751), Orgelbauer, er ergänzte das Pedalwerk der Schnitger-Orgel in der St.-Laurentius-Kirche in Dedesdorf (1742–1745) Gerhard Janssen Schmid (1770–1845), Orgelbauer, er ersetzte in der Schnitger-Orgel 1838 ein Register im Pedal und legte eine gleichstufige Stimmung an Johann Hundewandt (1782–1838), Großvater des dänischen Kaufmanns und Fabrikanten Johannes Ahlmann, besaß einen Hof in Dedesdorf Franz Ludwig Anton Kelp (1809–1891), Arzt und Psychiater, er ließ sich 1833 in Dedesdorf als Praktischer Arzt nieder Otto Wilhelm August Schreiber (1884–1967), Reeder, er pachtete 1937 die Weserfähre von Dedesdorf nach Kleinensiel Karla Raveh (1927–2017), Überlebende des Holocaust und Autorin; sie war Enkelin des im KZ Oranienburg umgekommenen Theodor Rosenberg (1872–1938) aus Eidewarden

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Cuxhaven Kategorie:Geographie (Loxstedt) Kategorie:Ort an der Weser