Team Malizia ist ein auf den Segelsport spezialisiertes deutsch-monegassisches Team, das 2016 von Pierre Casiraghi und Boris Herrmann gegründet wurde. In den Anfangsjahren 2016 und 2017 nahm das Team mit der Malizia I an der GC32 Racing Tour teil. Seitdem hat sich das Team auf Hochseeregatten in der Klasse IMOCA 60 spezialisiert, welche Solo, Zweihand oder mit voller Mannschaft bestritten werden.
Das Team betreibt mehrere Boote, darunter die Malizia-Seaexplorer, eine Hochseeyacht der Bootsklasse IMOCA 60, die unter deutscher Flagge fährt.
Team Das Team besteht aus Casiraghi, Herrmann und dem englischen Co-Skipper Will Harris. Die Shore-Crew, also diejenigen, die für das Boot und die Rennen zuständig sind, besteht aus sechs weiteren Mitarbeitern sowie einem Psychologen. Des Weiteren arbeiten drei Ozeanographen an den Auswertungen der Onboard-Messungen. Im Management und in der Presseabteilung sind weitere 10 Mitarbeiter am Projekt beteiligt.
Casiraghi und Herrmann definieren zusätzlich zu den sportlichen auch drei gesellschaftliche Ziele als Aufgabe des Teams: Forschung, Umweltschutz und Jugendarbeit.Boris Herrmann: My Ocean Challenge, My Ocean Challenge, borisherrmannracing.com, abgerufen am 9. August 2019.
Im Jahr 2022 während der Entwicklung der Malizia-Seaexplorer hatte das Team 50 Mitarbeiter. Dem Team stehen mehrere Häuser in Lorient zur Unterbringung zur Verfügung.
Geschichte Das Team wurde 2016 von Pierre Casiraghi und Boris Herrmann gegründet. Die Namensgebung symbolisiert für Casiraghi die tiefe Verbundenheit seiner Familie mit dem Meer und soll Francesco Grimaldi ehren, der im Jahre 1297 auf dem Seeweg in Monaco ankam und dort die Familiendynastie gründete. Er wurde in der monegassischen Sprache „il Malizia“, „der Listige“, genannt.A Symbol, team-malizia.com, abgerufen am 4. August 2019.https://www.team-malizia.com/news/monaco-ocean-week-2024-with-team-malizia
Im November 2018 nahm Boris Herrmann mit der Malizia II an der Route du Rhum teil, einer Regatta von Saint-Malo nach Pointe-à-Pitre. Er lag zeitweilig in Führung und wurde nach 13 Tagen, 3 Stunden, 47 Minuten und 30 Sekunden Fünfter in der Gesamtwertung der Kategorie IMOCA 60., abgerufen am 19. November 2018 (englisch) Das Bermuda-1000-Rennen im Mai 2019 beendete er als Sechster. Das Rennen startet in Douarnenez, führt um den Fastnet Rock, dann zu den Azoren und zurück nach Brest. Bei Teilnahmen am Fastnet Race in den Jahren 2017 und 2019 belegte das Team in der Klasse IMOCA 60 jeweils die Plätze drei und neun.
2020/21 nahm Herrmann mit der Malizia II/Seaexplorer als erster Deutscher (neben der Deutsch-Französin Isabelle Joschke) an der Vendée Globe teil.Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ganz allein auf den Everest der Meere, 1. August 2018 Trotz einer Kollision mit einem Fischkutter rund 90 Seemeilen vor der Ziellinie konnte Hermann das Rennen zu Ende segeln und belegte den 5. Platz.
Yachten Malizia I Die Malizia I, die 2016 in Betrieb genommen wurde, ist ein foilender GC32-Katamaran für Binnen- und Küstenrennen. Casiraghi als Skipper und Herrmann nahmen damit zwei Saisons lang unter monegassischer Flagge an der GC32 Racing Tour teil. Im Frühjahr 2026 wurde das Boot umgerüstet und wieder zu Wasser gelassen. Die Crew des Ocean Race Atlantic nutzte es als Trainingsplattform für das Transatlantikrennen, das Anfang September 2026 ausgetragen wurde.
Malizia II (2017–2021)
Andere Namen: Seaexplorer, Seaexplorer - Yacht Club de Monaco, Seaexplorer - YCM
Die Malizia II wurde von 2017 bis 2021 vom Team Malizia betrieben. 2021 kaufte Romain Attanasio die Yacht, um mit ihr die Vendée Globe 2024/25 zu bestreiten und benannte sie in „Fortinet – Best Western“ um.
Malizia-Seaexplorer (seit 2022)
Die Yacht wurde unter Federführung des Teams von Boris Herrmann und dem französischen Designteam von VPLP von grund auf neu entwickelt.
Malizia Explorer Die Malizia Explorer ist eine 26 Meter lange Segelyacht mit Aluminiumrumpf, die nur zu Forschungszwecken dient. Sie wurde 2025 generalüberholt und soll zu einer Forschungsplattform umgebaut werden. Die Malizia Explorer ist für den Betrieb mit einer dreiköpfigen Segelcrew ausgelegt und bietet Platz für bis zu acht Wissenschaftler.
Malizia 4 Am 6. Juli 2026 lief die Malizia 4 in Lorient vom Stapel, sie soll ihre ersten Einsätze beim Ocean Race Atlantic und der Route du Rhum 2026 haben. Das Boot vom Typ IMOCA ist 18,23 m lang und ca. 1 m schmaler als die Malizia 3 und sowohl für Solo- als auch Mannschaftsregatten ausgelegt. Die Entwicklung geschah in Partnerschaft mit Thomas Ruyant (TR Racing) und Loïs Berrehar (Banque Populaire XIV).
Sonstiges Für die Erfassung von Wasserwerten befand sich eine etwa ein Kubikmeter große Vorrichtung OceanPack RACE des Herstellers SubCtech mit Sensoren an Bord. Durch eine Öffnung am Kiel führt ein Schlauch ins Meerwasser, wodurch mittels Pumpen Meerwasser zu den Sensoren befördert wird. Diese messen laufend die Temperatur, den pH-Wert, den Salz- und den CO2-Gehalt des Wassers. Die Daten werden hauptsächlich zur Unterstützung der Meeresforschung gesammelt. Die erfassten Daten können für eine weitere Auswertung auf ein Speichermedium kopiert werden. Es besteht eine Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.Malizia Ocean Challenge – sailing meets science, Max-Planck-Institut für Meteorologie, 2. August 2018, abgerufen am 9. August 2019.Kathrin Fromm: Wie Segler der Forschung helfen, National Geographic (deutschsprachige Website), 29. Juli 2019, abgerufen am 9. August 2019.Greta sails with Malizia, OceanPack RACE on board, Subsea Technologies for the Marine Environment, 4. August 2018, abgerufen am 26. August 2019. Die Kampagne Ocean Challenge will zusätzlich Schulkinder für den Meeres- und Klimaschutz sensibilisieren.
Weblinks Webseite Team Malizia (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:The Ocean Race Kategorie:Unternehmensgründung 2016