Der Artikel behandelt den Verlauf der Saison 2019/20 des deutschen Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund.

Vorbereitung auf die Saison Personalveränderungen Nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft und dem erneuten Einzug in die Gruppenphase der Champions League griff der BVB die größte Schwachstelle der Vorsaison, die Defensive, an. Verteidiger Abdou Diallo wurde nach nur einer Saison an Paris Saint-Germain verkauft psg.fr, abgerufen am 16. Juli 2019 (französisch)Abdou Diallo wechselt zu Paris St. Germain bvb.de, abgerufen am 16. Juli 2019 und Ömer Toprak an Ligakonkurrent Bremen, der auch eine Kaufoption besitzt, verliehen.Ömer Toprak wechselt zu Werder Bremen, werder.de, abgerufen am 11. August 2019 Als Ersatz wurde Nationalspieler Nico Schulz (TSG 1899 Hoffenheim) verpflichtetBorussia Dortmund verpflichtet Nico Schulz, bvb.de, 21. Mai 2019, abgerufen am 21. Mai 2019. und Mats Hummels kehrte nach drei Spielzeiten beim FC Bayern nach Dortmund zurück.Mitteilung auf der offiziellen Website von Borussia Dortmund vom 19. Juni 2019Mitteilung auf der offiziellen Website des FC Bayern München vom 19. Juni 2019

Während Sebastian Rode in Frankfurt verblieb, eintracht.de, 27. Juli 2019. und der bereits feststehende Transfer Christian Pulisics zum FC Chelsea vollzogen wurde, verabschiedete sich auch der langjährige Angestellte Shinji Kagawa in Richtung Spanien.Shinji Kagawa wechselt zu Real Saragossa, bvb.de, abgerufen am 9. August 2019 Mit den Nationalspielern Julian Brandt (aus Leverkusen)Borussia Dortmund verpflichtet Julian Brandt, bvb.de, 22. Mai 2019, abgerufen am 22. Mai 2019. und dem belgischen WM-Dritten Thorgan HazardBorussia Dortmund verpflichtet Thorgan Hazard, bvb.de, 22. Mai 2019, abgerufen am 22. Mai 2019. fand man adäquate Nachfolger im Mittelfeld. Maximilian PhilippMaximilian Philipp wechselt zu Dynamo Moskau, bvb.de, 9. August 2019, abgerufen am 9. August 2019., der im Vorjahr kaum mehr eingesetzt worden war, fand, ebenso wie der erneut verliehene André SchürrleSchürrle auf Leihbasis zu Spartak Moskau, bvb.de, 31. Juli 2019, abgerufen am 31. Juli 2019., einen neuen Arbeitgeber in Russland.

Mit dem Spanier Mateu Morey sicherte sich der Verein ein junges Talent aus der A-Jugend des FC Barcelona. Die amtierenden A-Jugend-Meister Luca Unbehaun (vierter Torwart) und Tobias Raschl (Mittelfeld) wurden in die erste Mannschaft berufen, Unbehaun war jedoch auch noch für die U19 spielberechtigt.

Testspiele und Trainingslager Nach dem Trainingsauftakt am 3. Juli 2019 startete die Mannschaft mit einem 10:0 beim baden-württembergischen Kreisligisten FC Schweinberg in die Testspielphase. Im Anschluss fand die Sechzig-Jahr-Feier des FC auf dem Vereinsgelände statt., derwesten.de, abgerufen am 16. August 2019Für 15 Euro den BVB Dortmund am 12. Juli sehen, rnz.de, abgerufen am 16. August 2019 Im Rahmen der einwöchigen USA-Reise wurden weitere Spiele gegen das einheimische MLS-Franchise Seattle Sounders (3:1) sowie gegen den amtierenden Champions-League-Sieger FC Liverpool (3:2) ausgetragen. Auch der Schweizer Gemeinde Bad Ragaz stattete Dortmund im Rahmen eines Trainingslagers wieder einen Besuch ab und trat hier gegen Udinese Calcio und den FC St. Gallen (jeweils 4:1) an. Darüber hinaus wurde der FC Zürich mit 6:0 besiegt.

Saison 2019/20 – Bundesliga, DFB-Pokal, DFL-Supercup und UEFA Champions League Hinrunde Anfang August stand das Spiel um den DFL-Supercup gegen den amtierenden Meister Bayern München an. Durch Tore von Paco Alcácer und Jadon Sancho holte die Borussia nach einem 2:0 den ersten Titel der Saison, für einige Spieler war es der erste Titel überhaupt mit dem Verein. Auch in der 1. Runde des Pokals, wo man auf den Drittligisten KFC Uerdingen 05 und einen alten Bekannten, Kevin Großkreutz, traf, hielt die Siegesserie. Einen Tag später traf man sich mit einem anderen Drittligisten, Preußen Münster, zu einem Freundschaftsspiel, welches die Münsteraner mit 0:4 verloren. Bereits im Juli war Marco Reus zum zweiten Mal nach 2012 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.Marco Reus ist Fußballer des Jahres 2019, kicker.de, abgerufen am 15. Juni 2020

Die Bundesligasaison eröffnete der BVB im heimischen Westfalenstadion und hatte den FC Augsburg zu Gast, was Erinnerungen an das denkbar knappe 4:3 in der Vorsaison weckte. Nach etwas mehr als 30 Sekunden gingen die Gäste in Führung, Paco Alcácer konnte jedoch bereits in der 3. Spielminute ausgleichen. Während Marwin Hitz weiterhin seinen verletzen Landsmann Roman Bürki vertrat, gaben Nico Schulz, Thorgan Hazard und Julian Brandt, der zum 5:1-Endstand traf, ihre Bundesligadebüts in Schwarz-Gelb und auch Rückkehrer Hummels stand in der Startelf.

Auch gegen den 1. FC Köln geriet die Mannschaft früh in Rückstand und zeigte sich lange ideenlos im Herausspielen von Chancen, die Domstädter hielten bis Mitte der zweiten Halbzeit wacker dagegen. Erst durch die Einwechslung Julian Brandts näherten sich die Borussen immer häufiger dem gegnerischen Strafraum schwächer werdender Kölner und konnten die Partie schließlich noch mit drei Toren zu ihren Gunsten drehen.

Am 3. Spieltag folgte man weiter dem Negativtrend der frühen Rückstände. Auch der Bundesliganeuling 1. FC Union Berlin, für den der Ex-Dortmunder Neven Subotić auflief, konnte gegen den BVB in Führung gehen. Gegen aggressiv agierende Offensivspieler konnte die besonders bei Standardsituationen anfällige Defensive Dortmunds ihrem Ruf als Favorit erneut nicht gerecht werden, die sonst so gefährliche Offensive zeigte sich trotz Brandts Startelfdebüt nicht in der Lage, gegen eine stabile Abwehr zu punkten. Durch wiederholte Fehler von Hummels, Akanji und Bürki verlor Borussia Dortmund mit 1:3 und bescherte den Berlinern so deren ersten Bundesligasieg überhaupt.

In der ersten Länderspielpause absolvierte ein Rumpfkader um Marwin Hitz, Mario Götze und Marcel Schmelzer ein Freundschaftsspiel beim Regionalligisten Energie Cottbus. Beim 5:0 kamen auch acht Nachwuchsspieler zum Einsatz, vier von ihnen konnten je einen Treffer erzielen.

Bayer 04 Leverkusen war nach der Pause zu Gast im Westfalenstadion. Gegen die Mannschaft von Ex-Dortmund-Trainer Peter Bosz gelang ein souveränes 4:0, die Niederlage gegen Union wurde so überwunden und der Kontakt zum noch ungeschlagenen Tabellenführer RB Leipzig gehalten.

Es folgte ein torloses Remis im ersten Champions-League-Spiel gegen einen top aufgestellten FC Barcelona. Im ersten Aufeinandertreffen seit 22 Jahren vergab Kapitän Reus vom Elfmeterpunkt die Chance auf den Heimsieg. Durch die mangelnde Einsatzfähigkeit der Torhüter Hitz, Unbehaun und Oelschlägel stand der Ersatzkeeper der Regionalligamannschaft, Jonas Hupe, als Backup für Roman Bürki erstmals in einem Pflichtspiel im Kader der Profimannschaft.

In Frankfurt gelang es dem BVB nicht, trotz zweimaliger Führung als Sieger vom Platz zu gehen. Das 2:2 für den Gegner ermöglichte der Routinier Delaney, der im Fünfmeterraum einen Ball von Kamada abfälschte.

Beim Heimspiel gegen Bremen, an dem man in der Vorsaison im Pokal gescheitert war, geriet man erneut früh in Rückstand, konnte dann durch Mario Götze, der in dieser Saison erstmals in der Startelf stand, rasch ausgleichen. Reus' Führungstreffer wurde jedoch nach einer guten Stunde wieder ausgeglichen und es gelang nicht, den Gegner noch zu besiegen. Da die etatmäßigen Verteidiger Hummels und Zagadou nicht im Kader standen, spielte Julian Weigl erstmals seit der Vorsaison wieder in der Innenverteidigung.

Nach einem glanzlosen 2:0 in Prag, bei dem Hakimi beide Treffer erzielte, folgte in der Liga ein weiteres Unentschieden, diesmal ein 2:2 in Freiburg. Ein sehenswerter Volley durch Axel Witsel brachte den BVB in Führung, nach dem Ausgleich des SC konnte wieder Hakimi einnetzen, die Führung wurde jedoch erneut verspielt. Während Torjäger Alcácer nicht einmal im Kader stand, konnte Marcel Schmelzer nach einer Einwechslung sein erstes Pflichtspiel seit dem letzten Spieltag der Vorsaison absolvieren.

Nach zuletzt drei Remis folgte in der Bundesliga endlich wieder ein Sieg im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach. Beim 1:0, das aufgrund zweier knapper Abseitsentscheidungen nicht höher gewonnen wurde, stand Sancho aufgrund verspäteter Rückkehr von der englischen Nationalmannschaft nach einer Entscheidung durch Cheftrainer Lucien Favre nicht im Kader. Beim Klären einer gegnerischen Ecke verletzte sich Roman Bürki am Fuß und musste gegen seinen Landsmann Hitz ausgetauscht werden.

Gegen Inter Mailand konnte der Torwart jedoch wieder mitwirken, dafür fehlten Reus und Alcácer. Trotz dessen und obwohl er bis dato nur sechs von 13 möglichen Pflichtspielen absolviert hatte, stand der bereits in der Vorsaison öfter im Sturmzentrum eingesetzte Götze erneut nicht auf dem Feld. Während die Italiener nach bereits 22 Minuten durch einen Treffer von Lautaro Martínez in Führung gehen konnten, nachdem Nico Schulz das Abseits aufgehoben hatte, erhöhten sie in der 89. Minute auf 2:0. Gut sieben Minuten früher hätten sie bereits per Strafstoß treffen können, welcher jedoch durch Bürki pariert wurde. Im Anschluss an eine der schwächsten Partien der Saison mehrten sich die Negativstimmen an Trainer Favre bezüglich seiner Aufstellungen, seiner passiven Art und dem zunehmend mutlosen Auftreten der Mannschaft in den Medien sowie im Umfeld.

Das hart geführte 179. Revierderby endete leistungsgerecht mit 0:0; im Gegensatz zum letzten Derby gab es keinen Platzverweis. Auch das zweite Aufeinandertreffen innerhalb weniger Tage gegen Mönchengladbach, diesmal im Pokal, wurde gewonnen. An Lucien Favres 62. Geburtstag absolvierte Verteidiger Piszczek beim 3:0 über den bis dahin als einziges Bundesligateam noch ungeschlagenen VfL Wolfsburg sein 300. Bundesligaspiel.

Das Rückspiel gegen Inter Mailand im heimischen Stadion begann nicht gut, nach Fehlern von Akanji und Hummels stand es früh 0:1, zur Pause sogar 0:2. In der zweiten Hälfte bewies der BVB Moral und konnte durch zwei Treffer des bislang besten Torschützen Achraf Hakimi sowie einen durch Julian Brandt das Spiel drehen und die Chancen auf die Finalrunde wahren.

Im zweiten Aufeinandertreffen der Saison mit dem FC Bayern, diesmal in der Bundesliga, lieferte die Mannschaft um Ex-Münchner und Ersatzkapitän Mats Hummels eine desaströse Leistung ab. So hatte der BVB in der gesamten ersten Halbzeit nur eine Torchance und ließ den Rivalen ohne große Bedrängnis agieren. Nur durch Glück und einige gute Aktionen von Torhüter Bürki landeten die Bayern beim 0:4 keine weiteren Treffer. Das letzte Tor erzielte Bayern-Rückkehrer Hummels, als er einen Ball von Thiago klären wollte.

Die Mannschaft trat nach der Länderspielpause mit dem SC Paderborn 07 gegen einen vermeintlichen Aufbaugegner zur Bewältigung des 0:4 in München an. Der Aufsteiger und Tabellenletzte führte den amtierenden Vizemeister über weite Strecken regelrecht vor und konnte zur Hälfte im Westfalenstadion mit 3:0 in Führung gehen. Favre stellte erneut sein verwirrendes Aufstellungssystem unter Beweis, als er in der Halbzeit alle drei Wechsel vollzog, fairerweise war es aber nur mit Worten nicht getan, um eine Kehrtwende herbeizuführen. Vom Anstoß zur zweiten Hälfte an wirkte das Team wie ausgewechselt und holte nach, was in den ersten 45 Minuten versäumt worden war. Paderborn wurde in der eigenen Hälfte früh bedrängt und die Chancen häuften sich. Nachdem Sancho und Witsel auf 2:3 verkürzen konnten und die Ostwestfalen lediglich eine weitere Großchance verbuchen konnten, gelang es ein ums andere Mal Kapitän Reus, in der zweiten Minute der Nachspielzeit das wichtige Tor zu erzielen. Vor dem Spiel in Barcelona sprachen Watzke und Zorc dem Cheftrainer öffentlich ihr Vertrauen aus.