Das FFH-Gebiet Oberer Hotzenwald ist ein im Jahr 2005 durch das Regierungspräsidium Freiburg nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-8214-343) im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 25. Oktober 2018 wurde das Gebiet festgelegt.
Lage Das 1840,4 Hektar große Schutzgebiet gehört zum Naturraum 155-Hochschwarzwald innerhalb der naturräumlichen Haupteinheit 15-Schwarzwald.
Es besteht aus mehreren Teilgebieten und liegt auf der Markung von sechs Städten und Gemeinden:
Görwihl = 331.2677 ha, 18 % Herrischried = 73.615 ha, 4 % Dachsberg (Südschwarzwald) = 588.9204 ha, 32 % Ibach (Schwarzwald) = 809.7655 ha, 44 % Todtmoos = 36.8075 ha, 2 % St. Blasien = 18.4037 ha, 1 %
Beschreibung und Schutzzweck Bei dem Schutzgebiet handelt es sich um eine Hochflächenlandschaft im Granit- und Gneisgebiet des Südschwarzwalds mit ausgedehnten, landesweit bedeutsamen Weidfeldern, Hoch- und Übergangsmooren. Extensiv genutzte Bergwiesen und naturnahe Buchen-Tannenwälder sowie Moorwälder sind weit verbreitet.
Lebensraumklassen (allgemeine Merkmale des Gebiets) (prozentualer Anteil der Gesamtfläche)
Angaben gemäß Standard-Datenbogen aus dem Amtsblatt der Europäischen Union
Lebensraumtypen Gemäß Anlage 1 der Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Verordnung) vom 25. Oktober 2018 kommen folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie im Gebiet vor:
EUCode Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung Hektar 3130 Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer 3,12 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 15,89 4030 Trockene europäische Heiden Trockene Heiden 28,93 5130 Formationen von Juniperus communis aufKalkheiden und -rasen Wacholderheiden 3,76 6230 Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 189,73 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planarenund montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 1,57 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 1,75 6520 Berg-Mähwiesen Berg-Mähwiesen 88,19 7110 Lebende Hochmoore Naturnahe Hochmoore 5,73 7120 Noch renaturierungsfähige degradierteHochmoore Geschädigte Hochmoore 5,90 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 29,98 7150 Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion) Torfmoor-Schlenken 0,03 7230 Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 13,66 8150 Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas Silikatschutthalden 1,00 8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation 2,20 8230 Silikatfelsen mit Pioniervegetation desSedo-Scleranthion oder des Sedo albi-Veronicion dillenii Pionierrasen auf Silikatfelskuppen 1,00 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) Hainsimsen-Buchenwald 11,73 9410 Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea) Bodensaure Nadelwälder 176,68 91D0 Moorwälder Moorwälder 55,96 91E0 Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 7,82
Zusammenhängende Schutzgebiete Das FFH-Gebiet besteht aus zahlreichen Teilgebieten, es überschneidet sich teilweise mit dem Landschaftsschutzgebiet Dachsberg. Es liegt vollständig im Naturpark Südschwarzwald.
Folgende Naturschutzgebiete liegen im FFH-Gebiet: Nr. 3012 – Horbacher Moor Nr. 3078 – Bruggmatt Nr. 3176 – Ennersbacher Moor Nr. 3221 – Kohlhütte-Lampenschweine Nr. 3244 – Rüttewies-Scheibenrain Nr. 3262 – Kirchspielwald-Ibacher Moos Nr. 3270 – Friedrich-August-Grube
Siehe auch Hotzenwald Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg
Weblinks
Datenauswertebogen und Karte im Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Oberer Hotzenwald“ Steckbrief des Natura 2000 Gebiets 8214-343 Oberer Hotzenwald (FFH-Gebiet) beim Bundesamt für Naturschutz
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