Wechingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries.
Geographie Lage Der Ort liegt in der Planungsregion Augsburg im durch einen Meteoriteneinschlag geformten Ries, etwa 10 km nordöstlich von Nördlingen. Das Gemeindegebiet ist, wie der übrige Rieskessel, überwiegend von landwirtschaftlichen Ackerflächen geprägt, während sich am Ostrand mit dem Eichholz (Gemarkung Wechingen) und dem Weilerholz (Gemarkung Holzkirchen) größere Waldflächen befinden.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteilen (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Fessenheim (Pfarrdorf) Holzkirchen (Pfarrdorf) Muttenauhof (Einöde) Pfladermühle (Einöde) Speckbrodi (Weiler) Wechingen (Pfarrdorf) Wolfsmühle (Einöde)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Fessenheim, Holzkirchen und Wechingen. Die Gemarkung Wechingen hat eine Fläche von 11,307 km². Sie ist in 1460 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7744,56 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Pfladermühle, Wechingen und Wolfsmühle.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die Grafen von Truhendingen waren vom 11. bis zum 13. Jahrhundert Grund- und vorübergehend auch Patronatsherren in Wechingen. Die Markgrafen von Ansbach wurden nach der Säkularisation des Klosters Heidenheim 1537 Patronatsherren in Oberwechingen. Zusammen mit den Grafen von Oettingen führten sie im Ort 1541 die Reformation ein. Wechingen gehörte später zum Fürstentum Oettingen-Spielberg. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Fessenheim und Holzkirchen eingemeindet. Die Geschichte der drei Gemeindeteile, ihrer Häuser und Familien ist in jeweils eigenen, umfangreichen Büchern dargestellt, die in den Jahren 2001 bis 2010 erschienen sind.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1312 auf 1425 Einwohner bzw. um 8,6 %. 1961: 1460 Einwohner 1970: 1464 Einwohner 1987: 1317 Einwohner 1991: 1298 Einwohner 1995: 1348 Einwohner 2000: 1384 Einwohner 2005: 1411 Einwohner 2010: 1378 Einwohner 2015: 1428 Einwohner
Politik Bürgermeister und Gemeinderat Erster Bürgermeister ist seit 2008 Klaus Schmidt (Wählergemeinschaft). Sein Vorgänger war Johannes Wiedenmann. Schmidt wurde 2014 mit 89,5 % der Stimmen, 2020 mit 92,3 % der Stimmen und 2026 mit 94,7 % der Stimmen – jeweils ohne Gegenkandidat – im Amt bestätigt.
Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern, davon entfielen sowohl in der Amtszeit 2020 bis 2026 wie in der Amtszeit 2026 bis 2032 auf: Wählergemeinschaft Wechingen 5 Sitze Freie Wählergemeinschaft Fessenheim 4 Sitze Wählergemeinschaft Holzkirchen-Speckbrodi 3 SitzeGemeinderatswahl 2026, abgerufen am 9. Mai 2026
Wappen
Bau- und Bodendenkmäler
Evangelisch-lutherische Kirche St. Moritz in Wechingen Evangelisch-lutherische Kirche St. Veit in Wechingen Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Stephan in Fessenheim Evangelisch-lutherische Kirche St. Peter und Paul in Holzkirchen Katholische Christkönigkirche in Wechingen
Wirtschaft und Infrastruktur 2017 gab es in der Gemeinde 282 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 594 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 312 Personen größer als die der Einpendler. 15 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 42 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Fläche von 1682 ha bewirtschafteten.
Verkehr Im Ort kreuzen sich die Staatsstraße 2221 und die Kreisstraße DON 5.
Der Gemeindeteil Fessenheim liegt an der 1903 eröffneten ehemaligen Bahnstrecke Nördlingen–Wemding, auf der bis 1981 Personenzüge fuhren.
Bildung Es bestehen folgende Einrichtungen: Kindertageseinrichtung mit 65 Plätzen und 58 betreuten Kindern (Stand 1. März 2018) Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) der Schwabenhilfe mit zwei GruppenSchwabenhilfe e. V., abgerufen am 30. Oktober 2020
Persönlichkeiten Hartmut Schmidt (1942–2026), Journalist und Historiker
Literatur Gerhard Beck: 1200 Jahre Wechingen. Ortschronik von Wechingen. Wechingen 2002 Gerhard Beck: Ortsfamilienbuch von Fessenheim und Muttenauhof 1581–1930. Die Ortsfamilien von Fessenheim von 1581–1930 und Notizen zur Ortsgeschichte. Wechingen 2010 Gerhard Beck, Hermann Greiner: Holzkirchen im Ries. Ortschronik 2008, Wechingen 2008 Wilhelm Hermann: Unser Dorf im Wandel der Zeiten. Die Chronik von Fessenheim, Fessenheim 2001
Erwin Meyer: Holzkirchen. Aus der Geschichte eines Riesdorfes und seines Weilers Speckbrodi Steinmeier, Nördlingen 1980
Weblinks
Gemeinde Wechingen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Donau-Ries Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Ort an der Wörnitz Kategorie:Gemarkung im Landkreis Donau-Ries