Wilhelm „Willi“Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (27. Februar 1975) (mit Foto), abgerufen am 7. August 2019 Malle (* 5. April 1956, abgerufen am 7. August 2019 in Klagenfurt) ist ein ehemaliger österreichischer Leichtathlet, der als Speerwerfer in Erscheinung trat.
Leben und Karriere Erste Erfolge in den frühen 1970er Jahren Wilhelm Malle wurde am 5. April 1956 in Klagenfurt geboren, war bereits in seiner Jugend als Leichtathlet aktiv und trat als solcher für den Klagenfurter Leichtathletik Club (KLC) in Erscheinung. Schon in den frühen 1970er Jahren nahm er an Länderkämpfen teil.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (15. August 1972), abgerufen am 7. August 2019 Am 22. Oktober 1972 erreichte er mit 66,02 m in seiner Heimatstadt Klagenfurt einen neuen österreichischen Jugendrekord.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (15. August 1972), abgerufen am 7. August 2019 Noch früher in diesem Jahr hatte er mit 56,30 m einen neuen Jugendrekord aufgestelltMitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (25. Mai 1972), abgerufen am 7. August 2019 und diesen immer weiter ausgebaut. So kam er am 15. April mit 58,60 m der 60-Meter-Markierung immer näher und schaffte es am 11. Mai 1972 mit 60,24 m erstmals über die 60-Meter-Marke. Auf der Kunststoffanlage in Trostberg nahe dem Chiemsee verbesserte Malle am 1. Mai 1973 den österreichischen Jugendrekord im Speerwurf, den er bereits im vorangegangenen Herbst Walter Pektor abgenommen hatte, auf 67,34 m.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (15. Mai 1973), abgerufen am 7. August 2019 Bei den Österreichischen Jugendmeisterschaften 1973 im Juni 1973 Bundesstadion Liebenau konnte Malle abermals seine Rekorde ausbauen; nachdem er drei Tage vor den Bewerben bereits einen neuen Jugendrekord (67,96 m), den er zuvor selbst mit 67,34 m gehalten hatte, aufgestellt hatte,Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (20. Juli 1973), abgerufen am 7. August 2019 erreichte er in Graz 68,94 m und imponierte durch eine sehr gute Serie, die zwei weitere Würfe über 68 m enthielt (68,10 m und 68,48 m). Auch in den Bundesländer-Vergleichskämpfen der Jugend konnte Malle in den 1970er Jahren oftmals dominieren.
Im August 1973 vertrat er sein Heimatland bei den Leichtathletik-Junioreneuropameisterschaften 1973 im Wedaustadion in Duisburg,KLC EHRENTAFEL, abgerufen am 7. August 2019 wobei er allerdings ohne Medaillengewinn blieb. Mit einer Weite von 58,10 m belegte er lediglich Rang 10.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (25. Oktober 1973), abgerufen am 7. August 2019 Eine Ellbogenverletzung, die ihn bereits bei den Österreichischen Meisterschaften geplagt hatte, sowie eine Leistenzerrung waren ausschlaggebend für die EM-Leistung des 17-Jährigen. Des Weiteren machte ihm der neue Kunststoffbelag im Wedaustadion zu schaffen, da er hierbei nur schwer Halt fand. Am 25. August 1973, als Malle gerade seinen bislang größten Wettkampf bestritt, stürzte sein Speerwurftrainer vom KLC, der 34-jährige Helmuth Steinberger, bei einer Klettertour in den Karawanken ab und verunglückte tödlich. Nur etwas über einen Monat vor den Europameisterschaften in der BR Deutschland schaffte Willi Malle mit einer Weite von 70,98 m in Klagenfurt einen neuen österreichischen Jugendrekord im Speerwurf, nachdem er davor bereits des Öfteren über 67 und 68 m geworfen hatte.Österreichische Leichtathletik-Rekorde (Stand: 1. Dezember 1983), abgerufen am 7. August 2019
Bei den Österreichischen Leichtathletikmeisterschaften 1974 belegte er mit einer Weite von 73,90 Metern, womit er einen neuen österreichischen Jugendrekord aufstellte, den zweiten Platz hinter Routinier Walter Pektor.Österreichische Meisterschaften 1974 im Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes vom 28. August 1974, abgerufen am 7. August 2019 Bereits davor hatte er seinen vorherigen Rekord von 71,12 m im ersten Durchgang auf 72,32 m verbessert, ehe er im zweiten Durchgang auf die genannten 73,90 m kam. Mit einer Weite von 74,56 m, die er am 22. Juli 1974 in seiner Heimatstadt Klagenfurt erzielte, stellte er nicht nur einen neuen österreichischen Juniorenrekord auf, sondern war auch der beste Jugendliche Europas. Dieser nationale Rekord blieb über mehrere Jahre ungebrochen; erst mit der Umstellung der Beschaffenheit und der Änderung des Schwerpunktes des Speeres Mitte der 1980er Jahre wurden Malles Rekorde aus den nunmehrigen Bestenlisten gelöscht und ab dem Jahre 1987 die neuen Rekordhalter ab der Einführung des neuen Speeres (1. April 1986) geführt.Österreichs Leichtathletik-Rekorde 1986, abgerufen am 7. August 2019Österreichs Leichtathletik-Rekorde 1987, abgerufen am 7. August 2019
Wahl in den Olympiakader der Vorqualifikation für Montreal 1976 Gemeinsam mit Eva Janko stand Malle bei den österreichischen Speerwerfern im Olympiakader der Vorqualifikation für die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montreal. Auch auf internationaler Ebene konnte er im Frühjahr 1975 bei einem Wettkampf in Nova Gorica Erfolge einfahren.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (25. April 1975), abgerufen am 7. August 2019 Am 4. Mai 1975 stellte Willi Malle, bei seinem zweiten Wettkampf als Junior, im Bundesstadion Liebenau in Graz mit einer Weite von 75,88 m einen österreichischen Juniorenrekord auf.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (30. Mai 1975), abgerufen am 7. August 2019 Dieser ist der bis dato (Stand: 7. August 2019) noch immer gültige Kärntner Landesrekord (mit dem alten Speer, vor der Reglementänderung)., abgerufen am 7. August 2019 Auf nationaler Ebene hielt dieser Rekord in der Juniorenwertung ebenfalls bis 1986, ehe im Wettkampf auf den neuen Speer umgestellt wurde und fortan die Rekorde, die mit diesem Speer erreicht wurden, gelistet wurden. Zuvor hatte diesen Rekord seit 1966 Walter Pektor mit 75,74 m inne. In der Ewigen Österreichischen Bestenliste rangierte er am Ende dieses Monats hinter Helmut Schönbichler (77,54 m; 1970) und Walter Pektor (82,16 m; 1968) auf dem dritten Platz. Verletzungsbedingt, an einem sogenannten „Speerwerferarm“ leidend, verpasste Malle Wettkämpfe im Sommer 1975.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (29. August 1975), abgerufen am 7. August 2019
Danach dominierte er weiterhin bei den Österreichischen Juniorenmeisterschaften, bei denen er im Jahre 1976 bei einer Weite von 64,14 m, abermals den Juniorenmeistertitel im Speerwurf gewann,Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (20. Juli 1976), abgerufen am 7. August 2019 blieb aber ansonsten weitgehend hinter den Erwartungen. Während zu ebendieser Zeit der Ungar Miklós Németh mit einer Weite von 94,58 m einen neuen Weltrekord aufstellte, reichten für Malle im Juli 1976 60,98 m für den Kärntner Landesmeistertitel.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (20. August 1976), abgerufen am 7. August 2019 Nach einigen weiteren kleineren Erfolgen, unter anderem bei den ASKÖ-Bundesmeisterschaften,Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (11. Oktober 1976), abgerufen am 7. August 2019 zog er sich bald darauf eine erneute Verletzung zu.
Österreichischer Staatsmeister 1977 und 1978 Im Juni 1977 galt der 21-Jährige bereits als lange verletzt und schaffte erst bei einem Meeting anlässlich der Nachwuchsmeisterschaften des Bundeslandes Kärnten am 5. Juni mit einer Weite von 70,26 m sein Comeback.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (24. Juni 1977), abgerufen am 7. August 2019 Knapp zwei Wochen später warf Malle beim Bundesländer-Vergleichskampf mit einer Weite von 71,48 m die österreichische Jahresbestleistung, die jedoch noch am selben Tag von Routinier Walter Pektor mit einer Weite von 71,88 m um 40 cm übertroffen wurde.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (22. Juli 1977), abgerufen am 12. August 2019 Mit 68,24 m wurde er bei den Österreichischen Juniorenmeisterschaften in diesem Jahr zum wiederholten Male Juniorenmeister im Speerwurf. Im Juli 1977 kam er nach seiner langwierigen Verletzung wieder in Fahrt und erreichte bei den österreichischen Meisterschaften mit einer Weite von 73,64 m, weniger als eine Speerlänge hinter seiner persönlichen Bestleistung von 1975, die absolute Bestleistung in diesem Wettkampf.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (31. August 1977), abgerufen am 12. August 2019 Kurz zuvor hatte er noch mit einer österreichischen Auswahl an der Europacup-Zwischenrunde in London teilgenommen, wobei er mit einer Weite von 70,44 m (ein Wurf über 73 m im letzten Durchgang wurde nicht gewertet) Fünfter wurde. Zudem wurde er Anfang des Monats abermals Kärntner Landesmeister im Speerwurf. Beim international besetzten Bleikristallmeeting in Ebensee schaffte es Malle am 30. Juli mit 66,98 m auf den zweiten Platz im Speerwurf. Bei der Sitzung des erweiterten ÖLV-Vorstandes am 12. November 1977 im neuen Gebäude der oberösterreichischen Landessportschule in Linz wurde Malle dem allgemeinen österreichischen Nationalkader zugeteilt.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (30. Dezember 1977), abgerufen am 12. August 2019
Beim nunmehrigen 1. Volksbanken-Cup der österreichischen Bundesländer der Allgemeinen Klasse, der zuvor als Bundesländer-Vergleichskampf bekannt war, konnte sich Willi Malle im Juni 1978 mit 69,44 m knapp vor Georg Werthner (69,28 m) als Sieger hervortun.Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (14. Juli 1978), abgerufen am 12. August 2019 Mit dem österreichischen Nationalkader bestritt er in weiterer Folge von 17. bis 18. Juni 1978 den 5. Westathletik-Cup in Sittard in den Niederlanden, wo er mit einer Weite von 68,40 m den vierten Platz im Endklassement belegte. An einem weiteren internationalen Wettkampf nahm der gebürtige Klagenfurter Ende Juni teil; beim Konstantinos-Tsiklitiras-Meeting in Athen wurde er mit einer Weite von 67,76 m Siebenter. Mit einer ASKÖ-Auswahl trat Malle Anfang Juli 1978 bei den CSIT-Meisterschaften, den offiziellen Meisterschaften der Conféderation Sportive International Travailliste et Amateur, in Kotka, Finnland, an und wurde hierbei im Speerwurf Sechster (65,80 m).Mitteilungsblatt des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (18. August 1978), abgerufen am 12. August 2019 Kurz davor hatte er in seiner Heimatstadt mit einer Weite von 71,52 m noch die österreichische Jahresbestleistung erzielt. Wie bereits im Jahr davor siegte Wille Malle auch 1978 wieder beim Speerwurf der Österreichischen Meisterschaften, als er mit 72,20 m die österreichische Jahresbestleistung warf.(20. Oktober 1978), abgerufen am 12. August 2019 Neben einigen Kärntner Landesmeistertitel in den letzten Jahren wurde er somit im Jahre 1978 zum zweiten Mal in seiner Karriere Österreichischer Staatsmeister im Speerwurf.der KLC nennt fälschlicherweise nur den Staatsmeistertitel 1978: ÖSTERREICHISCHE STAATSMEISTER DES KLC, abgerufen am 12. August 2019 Im August 1978 nahm er zudem an den CISM-Weltmeisterschaften, den offiziellen Weltmeisterschaften der Conseil International du Sport Militaire, in Mikkeli, Finnland, teil und belegte mit 65,30 m lediglich den siebten Rang; Erster wurde der Routinier Michael Wessing aus Westdeutschland.
Karriereausklang ab den späten 1970er Jahren