alt=Symbol des Feminismus|hochkant=0.7|mini|Als politische Farbe steht Purpur (Violett) bereits historisch für den Feminismus

Purplewashing (englisch für die Farbe „Purpur“ und „Waschen“) ist ein Kofferwort, das dem Begriff des Whitewashing (Schönfärberei) nachempfunden ist. Als feministische Kritik werden verschiedene politische und Marketing-Strategien beschrieben, um Personen, Unternehmen und anderen Organisationen oder ganzen Staaten durch bloßen Aufruf zur Gleichstellung der Geschlechter ein genderfreundliches Image zu geben. Siehe dazu: Brigitte Vasallo (spanische Autorin, Feministin, Aktivistin).Nora Miralles Crespo: Report no. 30: Gender and Military Culture: Lives, Bodies And Social Control Under War. Centre Delàs d’Estudis per la Pau, Barcelona November 2016 (englisch; PDF: 352 kB, 27 Seiten auf centredelas.org).

Begriffsbestimmung Purplewashing bezeichnet eine Form des sogenannten „Washing“ im Zusammenhang mit Unternehmenskommunikation. Darunter versteht man Strategien, mit denen Unternehmen öffentlich den Eindruck vermitteln, bestimmte Werte oder gesellschaftliche Anliegen zu unterstützen, ohne diese in ihrer tatsächlichen Unternehmenspraxis umfassend umzusetzen. Beim Purplewashing werden feministische Werte genutzt, um Unternehmen als besonders frauenfördernd oder gendergerecht zu präsentieren. während entsprechende Maßnahmen, Strukturen oder Verbesserungen fehlen oder nur oberflächlich umgesetzt werden.

Der Begriff steht in einer Reihe weiterer themenspezifischer „Washing“-Phänomene, die in Wissenschaft und Praxis diskutiert werden, darunter etwa Greenwashing (vorgeblich ökologische Verantwortung), Rainbowwashing (symbolische Unterstützung von LGBT+-Anliegen), Social Washing (soziales Engagement) oder Blue Washing (Bezug auf UN-Werte). Diese Begriffe beschreiben Versuche, ein positives ethisches oder politisches Image zu erzeugen, das nicht mit der realen Unternehmenspraxis übereinstimmt.

In deutschen Medien wird Purplewashing nur im Zusammenhang mit Firmen verwendet, die eine Gleichberechtigung verkünden, diese aber in der Unternehmenskultur nicht leben. Als Beispiel kann der niedrige Anteil an Frauen im Vorstand der DAX-Konzerne herangezogen werden (vergleiche die Liste der Frauen in den Vorständen der DAX-Unternehmen).

Gelegentlich wird die Bezeichnung Purplewashing auch verwendet, um Fremden- oder Islamfeindlichkeit als „Feminismus“ zu rechtfertigen.

Siehe auch Pinkwashing Greenwashing islamischer Feminismus Homonationalismus

Einzelnachweise

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